Mittwoch, 26. September 2018

 
Donnerstag, 12. Juli 2018

NORDSACHSEN

Eine Reise durch die Zeit im ältesten Kraftwerk der Welt

Die beiden Schornsteine ragen 100 Meter in die Höhe. Foto: Sven Mildner

von unserem Volontär Nick Leukhardt/ Presseinfo

Plessa. Das Erlebniskraftwerk im brandenburgischen Plessa zeigt eindrucksvoll, wie man im letzten Jahrhundert Strom erzeugte. Es ist in Deutschland das älteste seiner Art.

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Schon die ovale Form des Raumes signalisiert Exklusivität. Ähnliches gilt für den Boden aus roten Terrakotta-Fliesen. Spätestens die in Naturstein gefassten Instrumententafeln und die Schaltpulte machen klar: Dieser Leitstand hat eine komplizierte Technik nicht nur kontrolliert, sondern auch zelebriert. Tatsächlich steuerte er vordem eines der ältesten Kraftwerke Europas. Das ging 1992 vom Netz. Überlebt hat es dennoch – dank dem Engagement der Menschen aus Plessa, für die das Kraftwerk jahrzehntelang vertrauter Arbeitsplatz war.

Auffälligstes Merkmal des Industriedenkmals sind die beiden mehr als 100 Meter hohen, klinkerroten Schornsteine. Wie die Türme einer riesigen Kathedrale ragen sie in den Himmel über Plessa. Längst verflogen sind die einst nie abreißenden Rauchfahnen an den Schloten, die seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert kalt sind. Von der Bausubstanz ist das Kraftwerk, welches von 1927-1992 Strom aus Lausitzer Braunkohle produzierte und das älteste Kraftwerk der Welt ist, erhalten geblieben.

Hunderten solcher Giganten der Industriekultur prägten früher das Landschaftsbild der Region. Heute steht das im Originalzustand erhaltene Werk stellvertretend für die Stromerzeugung in der Lausitz und ist das letzte seiner Art in Brandenburg.

Einmalig ist auch, dass Besucher hier authentische Kraftwerkstechnik aus den 1920er Jahren besichtigen können. Erleben Sie in Plessa, wie damals Braunkohle zu Strom wurde. Folgen Sie dem geführten Rundgang „Weg der Kohle“. Der Rundgang führt vom Außenbunker, wo die Rohkohle gebrochen wurde, über das Kesselhaus und den Turbinentisch, mit der original erhaltenen ersten Turbine, bis in die Schaltwarte und den Transformatorenbereich, von wo aus der Strom ins Netz eingespeist wurde. Das Kraftwerk Plessa ist das einzige Kraftwerk in ganz Europa, wo dies noch gezeigt werden kann.

Der Bau des Kraftwerks Plessa fällt in eine Zeit, in der die Braunkohlegewinnung in der Lausitz einen entscheidenden technologischen Schub erfuhr. 1924 kam im Tagebau „Agnes“ die erste Abraumförderbrücke der Welt zum Einsatz. Die dadurch erhöhten Fördermengen flossen fortan auch in die Verstromung der Braunkohle. Bereits 1927, kaum ein Jahr nach seiner Grundsteinlegung, ging das Kraftwerk Plessa in Betrieb. Später wurde es nach und nach erweitert, jedoch nie grundlegend modernisiert, so dass sich große Teile der ursprünglichen Maschinen und technischen Anlagen erhalten haben. Die setzen statt Strom mittlerweile jede Menge kreative Energien frei. In der ehemaligen Elektrowerkstatt etwa soll künftig eine Obstbranddestillation logieren. Eine Brauerei, eine Glasmanufaktur und weitere lokale Gewerbebetriebe sollen folgen. Schon jetzt machen Kultur- und Musikereignisse den Ort zu einem modernen Erlebnis-Kraftwerk.

Das Erlebnis-Kraftwerk Plesssa ist eine von 10 Stationen der ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur. Die touristische Route verbindet traditionsreiche - und teils auch aktive - Originalschauplätze rund um das Thema Energie. Das Besondere: Besucher können Orte begehen, anfassen und ansehen, die für das breite Publikum vor einiger Zeit noch verschlossen waren - oder es infolge betrieblicher Belange heute noch sind. Dabei erfahren Sie nicht nur viel über die menschlichen Leistungen der Energiegewinnung, sondern auch, warum das Lausitzer Seenland - Europas größte künstlich erschaffene Wasserlandschaft - entstanden ist

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