Dienstag, 23. Oktober 2018

 
Montag, 27. August 2018

NORDSACHSEN

Ein starkes Jahrzehnt für die Menschen

Im Seebad Schildau bildet die Wasserwacht des DRK-Ortsverbands Torgau junge Rettungsschwimmer aus. Foto: TZ/C. Wendt

Von unserer Redakteurin Frances Wendt

Region. Gutes zu tun, ist das Grundanliegen des DRK Torgau-Oschatz. Einer von vielen Gründen, warum dieser Beitrag in unserem Wirtschaftsmagazin zu lesen ist.

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Gutes für die Menschen zu tun, ist immer auch eine Herausforderung. Vor allem für diejenigen, die es als den Mittelpunkt ihres Schaffens sehen. So wie das Deutsche Rote Kreuz. In den hiesigen Breiten wird die Organisation vom DRKKreisverband Torgau-Oschatz repräsentiert. Der hat sich nach schweren Jahren in der zurückliegenden Dekade neu aufgestellt und verfügt inzwischen über schlagkräftige Strukturen. Die Zahlen untermauern das: 2200 Fördermitglieder, 300 aktive Ehrenamtler und 200 hauptamtliche Mitarbeiter können sich sehen lassen.

Und alle werden sie gebraucht. Gerade erst wurde in der alten Oschatzer Feuerwehr die zweite neue Geschäftsstelle eingerichtet. In Torgau war bereits vor ein paar Jahren die neue Geschäftsstelle in der Prager Straße ans Netz gegangen. „An beiden Standorten haben wir damit unsere Angebote bündeln und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen schaffen können“, sagt Geschäftsführerin Anne Lissner.

Besonders gewachsen ist das DRK Torgau-Oschatz im sozialen Bereich. Drei Tagespflegen werden inzwischen betrieben und sind neben dem ambulanten Pflegedienst in beiden Kreisteilen ein klares Signal, dass sich die Organisation den Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft aktiv stellt. DRK-Geschäftsführerin Anne Lissner und ihr Team wissen, dass der soziale Bereich weiteres Entwicklungspotenzial birgt.

Eine sehr konstante und geräuscharme Arbeit leistet das DRK bei der Betreuung geflüchteter Menschen. Wichtig sei, dass nur geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich tätig seien, so Anne Lissner. Dass inzwischen auch in die Gemeinschaftsunterkünfte ein Alltag eingekehrt ist, ist auch ein Verdienst dieser Herangehensweise.

Beim Thema DRK fallen vielen natürlich die Ersthelfer-Kurse ein, die obligatorisch für alle Führerscheinneulinge sind und darüber von den Ersthelfern vieler Betriebe regelmäßig besucht werden. 3000 Teilnehmer zählte der Kreisverband im vergangenen Jahr.

Eine der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen Jahren war wohl die, eine hauptamtliche Koordinatorin für das Ehrenamt im DRK Torgau-Oschatz zu installieren. Die Ehrenamtskoordinatorin ist der zentrale Ansprechpartner für fast 300 aktive Ehrenamtler. Sie vermittelt, organisiert, berät und nimmt neue Mitglieder an die Hand – „dass wir in diesem Bereich Kontinuität geschaffen haben, ist sehr gut angekommen“, resümiert die Gesch.ftsführerin. 

Jungbrunnen der Rotkreuzler ist in Torgau und Dahlen die Wasserwacht. Organisiert über den Ortsverein Torgau trainieren zahlreiche Kinder und Jugendliche jeden Alters entweder im Aquavita oder in Freibädern. Regelmäßig werden Schwimmlager organisiert, in deren Rahmen sie auch mit der Arbeit des Katastrophenschutzes vertraut gemacht werden, der ebenfalls vom DRK abgedeckt

wird.

Überhaupt zieht Anne Lissner auch zur Entwicklung der Ortsvereine eine positive Bilanz. Fünf von ihnen gibt es im Altkreis: Torgau, Oschatz, Dahlen, Sornzig und Naundorf. Jeder arbeite anders, habe andere Schwerpunktsetzungen, „eine Daseinsberechtigung haben sie jedoch alle“, ist Anne Lissner überzeugt. Anzutreffen sind die Ehrenamtler der Ortsverbände vor allem immer dort, wo das DRK die sanitätsdienstliche Absicherung stellt – bei Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich zum Beispiel.

Mehr Mitglieder, größere Aufgaben – das bedeutet freilich auch größere Herausforderungen. Viele davon meistern Haupt- und Ehrenamtler im Schulterschluss und vom Willen beseelt, Menschen zu helfen. Doch es gibt auch Herausforderungen, denen sie machtlos gegenüberstehen. Denn im Freistaat Sachsen werden längst nicht alle Aufgaben, die der Staat auf Dritte übertr.gt, auskömmlich finanziert. In der Regel bestimmen die Ärmelschoner der Finanzbeamten und nicht die Erfahrungen der Praktiker, wie viel Geld reichen muss, um eine Aufgabe wie Rettungsdienst, Krisenintervention oder Katastrophenschutz zu stemmen. 

Unverständlich ist es aus Sicht von DRK-Gesch.ftsführerin Anne Lissner aber auch, dass ihre Katastrophenschützer als Helfer zweiter Klasse behandelt werden. Einsatzkräfte des DRK werden im Gegensatz zu Feuerwehrkameraden im Einsatzfall unterhalb der Katastrophenschwelle weder freigestellt noch werden Arbeitgeberersatzleistungen gezahlt. Wünschenswert sei beispielsweise zudem eine finanzielle Unterstützung beim Ablegen des Lkw Führerscheins, denn es gebe zwar immer modernere vom Land Sachsen angeschaffte Technik, aber immer weniger Mitglieder, die auch berechtigt seien, diese zu steuern. Für die Feuerwehren hat der Freistaat kürzlich ein millionenschweres Förderpaket verabschiedet, die Forderungen der Hilfsorganisationen bleiben bislang leider vollständig unberücksichtigt. Gutes für Menschen zu tun, wird also auch in den kommenden Jahren eine Herausforderung bleiben.


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