Sonntag, 16. Dezember 2018

 
Donnerstag, 30. August 2018

BELGERN-SCHILDAU

Mit 18 schon Profi

Lara Ochmann (rechts) nach dem Sieg gegen Melanie Wagenfuehr. Foto: Privat

von unserem Volontär Nick Leukhardt

Schildau/Eilenburg. Lara Ochmann hatte am Wochenende ihren ersten Profi-Boxkampf - und das trotz eines schweren Unfalls. Anfang des Jahres war sie mit ihrem Mazda verunglückt.

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Es ist eine Geschichte, die sich fast nur noch durch eine höhere Macht oder unfassbares Glück erklären lässt. Anfang des Jahres war die gebürtige Schildauerin Lara Ochmann in einen schweren Autounfall verwickelt, am vergangenen Wochenende gab sie ihr Debüt als Profiboxerin und gewann auch direkt den Kampf.

Glück im Unglück

Keine neun Monate ist es her, dass der 18-jährigen Lara Ochmann der bislang wohl schlimmste Zwischenfall ihres Lebens. Am 4. Januar war sie mit ihrem weißen Mazda 2 in Richtung Audenhain unterwegs, als sie bei Probsthain ein entgegenkommender Pkw in einer Linkskurve zu einem Ausweichmanöver zwang. Die 18-Jährige kam von der Straße ab, knallte gegen einen Baum und landete dann am Ende auf einem Feld. Für die junge Frau nicht nur ein traumatisches, sondern natürlich auch ein mehr als gefährliches Erlebnis. Doch zum Glück war offenbar ihr Schutzengel rechtzeitig zur Stelle und so trug sie aus dem Unfall „nur“ eine geprellte Hand, eine geprellte Hüfte sowie ein Schleudertrauma davon.

„Ich hatte wirklich riesengroßes Glück“, sagt die Schülerin, welche mittlerweile in Eilenburg wohnt und in Leipzig ihr Fachabitur macht, als sie sich ein Dreivierteljahr später noch einmal mit der Torgauer Zeitung zum Interview trifft. Sie strahlt über beide Ohren und sieht aus, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Von den damaligen Verletzungen ist gar nichts mehr zu sehen, geschweige denn von irgendwelchen traumatischen Nachwirkungen. „Wenn ich damals nicht so glimpflich davongekommen wäre, dann hätte ich es niemals dorthin geschafft, wo ich jetzt bin“, sagt sie und spielt damit natürlich auf ihren Erfolg im Boxen an.

Von ihrem Unfall ist Lara nicht mehr viel anzumerken. Sie strahlt über beide Ohren und hat auch keine bleibenden Schäden davongetragen. Foto: TZ/Leukhardt

Ab sofort „Profi“

Seit fünf Jahren übt Ochmann nun bereits diesen Sport aus und jetzt hat sie es tatsächlich geschafft. Sie kann sich ganz offiziell „Profi“ nennen. Am vergangenen Samstag hatte sie ihren ersten Kampf als Profi-Boxerin in Halberstadt. Für sie ein Heimspiel, denn in der Sachsen-Anhaltinischen Stadt ist auch ihr Boxclub, die Respect Kampfsportschule. Dort trat sie gegen die 32-jährige Melanie Wagenfuehr, eine Boxerin mit einer größeren Erfahrung im Profi-Bereich als Lara.
„Das war mein erster Kampf nach dem Unfall und dann auch noch gegen jemanden, der schon fünf Profi-Kämpfe absolviert hat, das alles machte mich wirklich nervös. So aufgeregt war ich glaube ich nicht mal vor meinem allerersten Kampf.“ Trotzdem ließ sich die 18-jährige Boxerin nicht aus der Ruhe bringen. Für sie war nur eine Sache wichtig: zu gewinnen. 

„Bei ihren bisherigen Kämpfen war es immer so, dass sie die erste so ein bisschen verschläft“, berichtet ihr Trainer, der mehrmalige Box-, Kickbox- und Thai-Box-Weltmeister Toni Thes. „Aber diesmal war es ganz anders. Sie ist direkt von Anfang an ran, hat Druck gemacht und damit ihre Gegnerin voll in die Bredouille gebracht.“ Thes hatte Laras Gegnerin schon bei früheren Kämpfen gesehen und analysiert, weshalb er schon im Vorfeld wusste, dass sie mit viel Druck nicht umgehen konnte. „Deshalb habe ich Lara auch von Anfang an gesagt, dass sie ihr schön auf die Pelle rücken soll. Und ich glaube das hat ihr am Ende dann auch den Sieg gebracht.“

Und besagter Sieg kam wahrlich schnell.  Bereits in der zweiten Runde schaffte Lara Ochmann es, ihre Gegnerin zu einem Technischen KO zu bringen. „Sie hatte eine blutige Nase und war mit ihren Kräften komplett am Ende“, erinnert sich Lara. „Da hat ihr Trainer dann das Handtuch geworfen und ich war die Siegerin.“

Lara mit ihrem Trainer Toni Thes (rechts) und Co-Trainer Martin Espenhan
kurz vor ihrem ersten Profikampf. Foto: Privat

Langes Traning zahlt sich aus

Anderthalb Monate vorher hat Lara bereits damit angefangen, für ihren ersten Profi-Boxkampf zu trainieren. Ihr Unfall machte ihr dabei zum Glück überhaupt keine Probleme. „Gerade einmal zwei Monate hat es gedauert, bis ich von dem Autounfall voll genesen war. Nach diesen zwei Monaten konnte ich wieder ganz normal trainieren und dann jetzt auch in Vorbereitung für den Kampf volle Power geben konnte.“

Für die 18-Jährige ist das Boxen, welches für Außenstehende ja nach einer unfassbar brutalen und anstrengenden Sache aussieht, die perfekte Stress-Bewältigung. „Da kann ich mich fallen lassen und den Alltag hinter mir lassen“, erzählt sie. „Es ist ein bisschen wie in einer anderen Welt, wenn ich boxe. Im Ring blende ich alles um mich herum aus, bis auf meinen Trainer.“ Diese Erfahrung hat auch Laras Mutter Doreen gemacht, welche das Mädchen zu fast jedem Konzert begleitet. „Es war wirklich erstaunlich, wie Lara dieses Mal ausgebrochen ist. Ich glaube, sie hat das erste mal wirklich auf ihren Trainer gehört, die erste Runde dominiert und dadurch dann den Sieg geholt.“

Ohne die Familie geht nichts

Die Unterstützung durch ihre Freunde und Familie ist für Lara Ochmann wichtiger als alles andere. Bei jedem Kampf hat sie entweder ihre Mutti oder ihren Vati und ihre Freunde mit dabei. Allein zu einem Kampf zu fahren, für sie unvorstellbar. „Ich brauche das, um mich sicher zu fühlen und runter zu kommen. Es ist einfach ein super Gefühl, wenn man weiß, dass da im Publikum jemand sitzt, der einen unterstützt, egal was passiert.“

Und auch auf ihrem weiteren sportlichen Weg hat Lara ihre Familie im Rücken. Wie dieser allerdings aussehen wird, das weiß die 18-Jährige noch nicht genau. Natürlich wird sie weiter im Profibereich boxen um sich mehr und mehr einen Namen zu machen. Doch ob sie irgendwann mit ihrer Leidenschaft auch ihre Brötchen verdienen kann, in dieser Sache ist sie aktuell noch mehr als skeptisch. „Natürlich, es wäre ein riesengroßer Traum von mir, mit dem Boxen Geld zu verdienen. Aber wenn man mal realistisch ist, ist die Chance wahnsinnig gering. Und um ehrlich zu sein ist auch jetzt schon ein Traum für mich in Erfüllung gegangen, nämlich der, Profiboxerin zu werden. Ich mache einfach weiter mein Ding, aber meine gesamte Zukunft darauf zu bauen, das möchte ich nicht.“

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