Montag, 24. September 2018

 
Dienstag, 11. September 2018

TORGAU

Mit Fahrrad statt Dienst-Pkw

von unserem Redakteur Nico Wendt

Die Pflegedienst-Mitarbeiter der Volkssolidarität entwickelten schon frühzeitig einen regelrechten Schlachtplan, um das Sachsentag-Wochenende in Torgau zu bewältigen. Vor allem die Sperrkreise wurden zur Herausforderung. 

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Sie ist froh, dass es vorbei ist, sagt sie. Romy Hahn gehört zu jenen, die das Sachsentag-Wochenende eher als Bewährungsprobe  zu sehen hatten statt als Anlass zum Feiern. Denn die 38-Jährige arbeitet beim Ambulanten Pflegedienst der Volkssolidarität, Regionalverband Torgau-Oschatz, und musste an allen drei Tagen arbeiten. 

Kopfschmerzen 

Während Tausende Menschen fröhlich durch die Innenstadt zogen, hatte sie acht Patienten zu betreuen. Zumindest in den Vormittagsstunden. Größtes Problem dabei: die „City“ war für Pkw tabu. Wer in die Sperrkreise wollte, brauchte dafür eine Sondergenehmigung, die lange vorher zu beantragen war. „Das hat uns richtig Kopfschmerzen bereitet, als wir das erste Mal davon hörten“, meint Romy Hahn. Man habe dann frühzeitig einen regelrechten Schlachtplan extra für dieses Wochenende entwickelt. Das war so Ende Juli/Anfang August. Die pfiffige Idee: zwei Mitarbeiterinnen wollten sich diesmal nicht in den Dienst-Pkw, sondern auf´s private Fahrrad schwingen. 

„Das hat wunderbar geklappt. Und es fuhr sich gut, so ganz ohne Verkehr“, gab die Pflegedienst-Mitarbeiterin gestern lachend zu. 

In den frühen Morgenstunden um 6.30 Uhr seien die Straßen Torgaus fast menschenleer gewesen. Wie ausgestorben. Nur Samstag früh hätte sie eine Handvoll Heimkehrer gesichtet. Wie es den anderen Kolleginnen ergangen ist, konnte sie noch gar nicht in Erfahrung bringen. Diese hatten gestern Vormittag noch dienstfrei. Insgesamt waren für Freitag, Samstag und Sonntag acht Mitarbeiterinnen eingeteilt, die sich um rund 90 Patienten zu kümmern hatten. Alles was zur Pflege gehört: Waschen, teilweise Frühstück vorbereiten, (Insolin)-Spritzen geben, Medikamente vorbereiten und und und. Das Pensum ist unterschiedlich. Die Patienten, größtenteils über 70 Jahre alt, besitzen verschiedene Pflegestufen. Auch schwere Fälle sind dabei. Je nach Umfang der Arbeit dauert ein Besuch etwa 10 Minuten, manchmal auch bis zu einer Stunde. Klar hätte auch sie für ihre Tour mit Pkw eine Sondergenehmigung erwirken können. 

Mit Transporter 

„Aber wir wussten Anfangs auch gar nicht, wer am Wochenende tatsächlich im Einsatz ist, weil sich immer wieder mal Änderungen ergeben – und sei es durch Krankheit. Wir konnten nicht für alle zehn Autos die Erlaubnis einholen“, rekapituliert Romy Hahn. Deshalb hätte sie sofort für sich auf die Lösung „Fahrrad“ gesetzt. 

Allerdings gab es speziell für die 38-Jährige noch ein anderes Problem: die junge Frau kommt aus Außig und das ist ein bisschen weit weg von Torgau. „Ich habe also mein schickes Hollandrad in einen Transporter gehievt und bin an allen drei Tagen bis zum Parkplatz am Fischimbiss gefahren. Dort habe ich das Fahrzeug stehen lassen.“ An dieser Erzähl- Stelle verschwindet kurzzeitig das Lächeln aus dem Gesicht der jungen Frau. „Ausgerechnet am letzten Tag steckte ein Knöllchen an der Windschutzscheibe“, ärgert sie sich. „Schöne Grüße“ vom Ordnungsamt. Das sei tatsächlich das einzige Vorkommnis gewesen an jenem Wochenende. 

Die Patienten selbst zeigten sich überwiegend wenig interessiert am Fest-Geschehen in der Stadt. „Wir haben uns kaum über den Sachsentag unterhalten. Es ging mehr um die üblichen Themen; das Wetter, das allgemeine Befinden. Die meisten Älteren mögen einen solchen Trubel ohnehin nicht.“ Romy Hahn spulte ihr normales Arbeitsprogramm herunter und hatte dann gegen Mittag Feierabend. Unterwegs war sie beispielsweise im Strandbadweg, in der Sindelfinger Straße und in der Naundorfer Straße. 

Verständnis war da 

Andere Kollegen hatten auch in den späteren Nachmittagsstunden Termine. Wie zum Beispiel die Kollegin, die ebenfalls mit dem Rad fuhr. „Wir haben die Patienten vorher darauf eingestellt, dass es diesmal zeitliche Verzögerungen geben kann. Auch mit Angehörigen wurde gesprochen“, so Hahn. Das Verständnis sei dagewesen. 

Keinen Muskelkater 

Muskelkater hatte die Außigerin gestern übrigens nicht. Sie fährt gerne Fahrrad, unternimmt auch mit ihrem Mann gerne mal kleinere Touren in der Umgebung. Für den Dienst musste sie diesmal ihren Drahtesel mit einer Tasche bestücken. Arbeits-Utensilien wie Handschuhe, Desinfektionsmittel usw. mussten mit. Ganz wichtig war auch ein stabiles Fahrradschloss. Denn davor hatte die  38-Jährige am meisten Angst. Dass ihre „Monika“ – wie sie das pinke Hollandrad scherzhaft nennt, geklaut wird. „Man hört da ja viel über Torgau“, sagt sie. Nach Feierabend verspürte sie keine Lust mehr, zusammen mit ihrem Mann den Tag der Sachsen zu besuchen. „Wir haben uns lieber ausgeruht.“ Insgesamt habe das Team vom Pflegedienst das Fest-Wochenende gut bewältigt. „Ich weiß nicht, ob es wirklich notwendig war, so viele Straßen über die gesamte Zeitdauer zu sperren wie den Strandbadweg oder die Naundorfer Straße, wo sich gar keine Stände befanden“, meint Romy Hahn. Dadurch sei das Arbeitswochenende ein regelrechtes Abenteuer geworden. 


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