Dienstag, 18. Dezember 2018

 
Dienstag, 9. Oktober 2018

MOCKREHNA

Traurig und mit Wut im Bauch

Ute Geus (l.) sowie die beiden Praxisschwestern Kerstin und Manuela (r.).Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Nach dem Tod des Mockrehnaer Mediziners Peter Geus fühlt sich Ute Geus von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen im Stich gelassen.

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Die Schiebetür ist offen. Licht erhellt die Arbeitsräume. Auf dem Computermonitor am Empfang hat soeben ein Bildschirmschoner seinen Dienst angetreten. Das Praxisteam – bestehend aus Ute Geus und den beiden Schwestern Kerstin und Manuela – nimmt sich nur eine kurze Auszeit. Frühstückspause in einer Landarztpraxis, die seit dem plötzlichen Tod des Mediziners Peter Geus praktisch nur noch einer Verwaltungsstube gleicht. Pro Vormittag kommen im Schnitt trotzdem noch 10 Patienten, die ihre Patientenakten überreicht bekommen. Wer sie noch nicht hat, kann sich beim Praxisteam persönlich oder über einen Briefkasten melden.

Fast drei Jahrzehnte

Es war ein Schock, als Landarzt Peter Geus am 15. August verstarb. Natürlich für all seine Patienten, von denen in jedem Quartal etwa 1500 den Weg in seine Praxis suchten. In erster Linie aber für Ehefrau Ute, der es nach 27 Jahren sehr schwer fällt, sich von dem Lebenswerk des Ehepaars zu verabschieden. Fast genau so lange verrichtet Schwester Manuela hier ihren Dienst. Schwester Kerstin stieß im vergangenen Jahr dazu.

Neben der Trauer um den verstorbenen Mediziner, Ehemann und Chef, die angesichts des Trubels um die mögliche Nachfolgeregelung viel zu kurz kommt, hat sich vor allem bei Ute Geus eine gehörige Portion Wut angestaut. Wut darüber, dass es vonseiten der Kassenärztlichen Vereinigung keinerlei Unterstützung gab und gibt. Noch nicht einmal eine Beleidsbekundung. „Wir können auch keinen Nachfolger backen. Und dann  haben sie einfach gesagt, machen Sie doch Ihren Laden zu“, erinnert sich Ute Geus an ein Gespräch. So etwas sitzt tief. Sehr tief.

Vertretungsregelung

Dabei hatte das Praxisteam alle Hebel in Bewegung gesetzt, selbst schnellstmöglich zumindest eine zeitlich begrenzte Vertretungsregelung zu stricken. Mit zehn Ärzten habe man gesprochen. Vergeblich. Und dann habe die Kassenärztliche Vereinigung auch noch eine Ärztin vorgeschlagen, die es bereits nach Torgau zog und somit nur für zwei Tage nach Mockrehna hätte kommen können. Insgesamt zwei Tage. Keine Wochenarbeitszeit. Ein Witz.

Ute Geus schüttelt darüber enttäuscht den Kopf. Mehrfach hinterfragt sie dabei die Daseinsberechtigung der Vereinigung, die zwar Verträge mit Krankenkassen aushandele, im wirklichen Notfall aber nur mit den Schultern zucke.

Seit mittlerweile acht Wochen dauert das Hickhack um die Mockrehnaer Praxis nun schon an. Hoffnung hat Ute Geus nicht mehr. Gespräche habe es lediglich mit Bürgermeister Peter Klepel, dem Ortsvorsteher Bernhard Wagner sowie der Amtsärztin Ellen Futtig gegeben. Doch diese hatten eher tröstenden Charakter. Für Ute Geus in dieser schwierigen Situation dennoch sehr willkommen.

Die Patienten versuchen derzeit, bei umliegenden Hausärzten unterzukommen. Kein leichtes Unterfangen. Ein Großteil ist im Seniorenalter, wenig mobil und vollkommen überfordert mit der aktuellen Situation. Problem: Auch wenn sie einen neuen Arzt finden, heißt dies nicht automatisch, dass dieser auch Hausbesuche macht. Folge ist, dass eben jene Patienten wohl oder übel auf die Notambulanz angewiesen sind.

Ungewisse Zukunft

Die berufliche Zukunft des eingespielten Damentrios ist aktuell ungewiss. Die Praxisschwestern Kerstin und Manuela haben noch bis zum 31. Dezember respektive bis zum 31. April des kommenden Jahres gültige Arbeitsverträge. Bezahlt werden sie derweil von Ute Geus, auch wenn die Praxis derzeit keinen Cent abwirft.

Auch wenn sich so schnell wohl keine Nachfolge für Peter Geus finden lassen wird – ein winzigkleiner Hoffnungsschimmer ist da. Dieser heißt Ulrike. Sie ist die Tochter von Peter und Ute Geus und fängt im Januar in Torgau mit ihrer Facharztausbildung an. Diese nimmt, wenn alles wie geplant verläuft, fünf Jahre in Anspruch. Ihr Entschluss, mit der Familie in Kürze von Leipzig nach Mockrehna zu ziehen und später die Praxis in der dann vierten Geus-Generation zu führen, ist für Mutter Ute derzeit nur ein schwacher Trost.


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