Dienstag, 16. Oktober 2018

 
Donnerstag, 11. Oktober 2018

TORGAU

Gemeinsam für eine attraktive Stadt

Ein Luftbild der Torgauer Innenstadt rund um den Marktplatz.Foto: TZ/Leukhardt

von unserer Volontärin Elisa Perz

Torgau. Bei einer öffentlichen Diskussionsrunde des Innenstadtmanagments wurden am Mittwoch mehrere Ideen zur Verschönerung Torgaus angesprochen. Doch nur die Ideen alleine reichen nicht aus...

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Zum Tag der Sachsen zeigte sich Torgau von seiner besten Seite. Auch optisch machte die Stadt durch Ballons, Blumen oder Wimpelketten etwas her. Genau diese Dekoration brachte Jana Wittenbecher auf eine Idee. „Solche Wimpelketten oder Fahnen müsste es zu jedem Fest in Torgau geben. Möglichst viele Häuser sollten geschmückt sein und die Gäste darauf hinweisen, dass es in der Großen Kreisstadt etwas zu erleben gibt“, beschrieb sie am Mittwoch bei der öffentlichen Diskussionsrunde im Rathaus ihren Einfall. Zu jenem Treffen hatte Innenstadtmanagerin Annika Heinlein eingeladen, um gemeinsam mit Karin Aulrich von der Stadtverwaltung, Stadtrat und Mitglied des Gremiums für den Verfügungsfonds Claus Höfner, Anja Bauermeister vom TIC und weiteren Interessierten Vorschläge für die Verschönerung zentraler Stadtbereiche sowie für mögliche Projekte des Verfügungsfonds (siehe Infokasten) zu sammeln.

Stadtfahnen

„Zum Sachsentag habe ich mitbekommen, wie schnell die Neugierde der Gäste durch solche Dekorationen geweckt wird. Als wir die Kleine Galerie wenige Tage vor dem Festwochenende mit einer Wimpelkette verzierten, fanden plötzlich viel mehr Menschen den Weg zu uns. Sie dachten durch den Schmuck einfach, dass bei uns etwas los sein müsse“, erinnerte sich die Geschäftsführerin des Torgauer Kunst- und Kulturvereins „Johann Kentmann“. Deshalb schlug sie vor, dass die Stadt Torgau zum Beispiel mehrere Fahnen in den Farben der Elbestadt anschaffen und diese der Bevölkerung zur Verfügung stellen könnte. Allerdings nicht kostenlos: „Die Bürger müssten dafür einen entsprechenden Preis bezahlen. Sofern man dieses Projekt mithilfe des Verfügungsfonds finanzieren könnte, wäre es sogar möglich, jedem solch eine Fahne zum halben Preis zu verkaufen. Besonders zu Festen würde Torgau auf diese Weise bei Besuchern einen noch schöneren Eindruck hinterlassen.“

Um jenen positiven Eindruck noch zu verstärken, hatte Jana Wittenbecher weitere Ideen in Sachen Dekoration und Verzierungen im Kopf. Sie würde sich nämlich wünschen, dass die Torgauer ihre Häuser nicht nur zu Feierlichkeiten äußerlich auf Vordermann bringen. „Blumenkästen oder ein wenig Grün vor der Haustür entfalten eine ganz andere Wirkung als ungeschmückte Gebäude. Um für die Einwohner einen besonderen Anreiz zu schaffen, könnte man Wettbewerbe oder Patenschaften ins Leben rufen“, malte die gebürtige Torgauerin aus. Beispielsweise wäre es für sie denkbar, zu bestimmten Anlässen Prämien für das am besten hergerichtete Haus zu vergeben oder nach engagierten Bürgern, Händlern und Unternehmen zu suchen, die eine Patenschaft für Bepflanzungen oder Stadtmobilar übernehmen würden. „Somit müsste nicht immer nur die Stadt die alleinige Verantwortung tragen.“  

Für Verfügungsfonds geeignet?

All diese Überlegungen stießen bei den Anwesenden rein theoretisch betrachtet auf breite Zustimmung. Doch in Bezug auf die Umsetzung brachte es Höfner auf den Punkt: „Ideen alleine reichen nicht aus und meines Erachtens nach eignen sich diese Einfälle auch nicht für den Verfügungsfonds. Denn um die Projekte mithilfe des Fonds zu fördern, brauchen wir als Gremium einen Antragsteller und gleichzeitig die nötigen privaten Mittel.“ Da vor allem letzteres allein seitens des Johann-Kentmann-Vereins nicht zu stemmen sei, wie die Geschäftsführerin selbst sagte, müssten sich Unterstützer beziehungsweise Verantwortliche für die Projekte finden. Aber Höfner sah auch in dieser Hinsicht ein Problem: „Solange nicht jemand den ersten Schritt macht, von Tür zu Tür geht und nach Hilfe fragt, wird das schwierig. Hier benötigen wir wirklich Eigeninitiative.“

Jedoch wolle er die Vorschläge von Jana Wittenbecher an den geeigneten Stellen, wie beim Stadtrat, zur Sprache bringen. Besonders die Anregung der Torgauerin, die den tristen Schaufenstern in der Innenstadt entgegenwirken soll, dürfte dort Anklang finden. Immerhin wurde über das Thema Leerstände bereits in der letzten Stadtratssitzung heiß diskutiert. „Das Innenstadtmanagement könnte bei den hiesigen Vereinen und Institutionen nachfragen, ob sie Lust hätten, sich in einem der Schaufenstern zu präsentieren. Unser Verein würde diese Gelegenheit definitiv gerne nutzen“, erklärte die Geschäftsführerin. „Entsprechend der Zusagen müsste man anschließend eine Liste mit Interessenten erstellen, aus denen wiederum die Eigentümer der Leerstände einen geeigneten Nutzer für ihre Schaufenster auswählen würden.“ Der Vorteil hierbei sei, dass die Eigentümer die Möglichkeit hätten, selber zu entscheiden, wer in ihren Schaufenstern zu sehen sei. „Darüber hinaus könnten nicht nur die Vereine und Institutionen Werbung betreiben, sondern ebenso die Eigentümer, indem sie zum Beispiel ein Plakat mit ihren Kontaktdaten im Schaufenster anbringen würden. So würden sogar potenzielle künftige Mieter auf die Läden aufmerksam.“

Neue Projektanträge

Eine gute Idee, wie Annika Heinlein findet. Sie wies allerdings darauf hin, dass nicht alle Eigentümer von Leerständen diese auch zur Verfügung stellen wollen würden. „Sowohl das Innenstadtmanagement als auch die Stadt Torgau haben schon einen Großteil der Eigentümer angeschrieben. Aber die Rückmeldungen sind ernüchternd, da beispielsweise ein Teil der Eigentümer nicht in Torgau wohnt.“ Nichtsdestotrotz zeigte sich die Innenstadtmanagerin aufgrund der Erfahrungen vom Tag der Sachsen optimistisch. Zu dem Volksfest stellten sechs Eigentümer aus der Innenstadt ihre Leerstände für die Nutzung als Info-Points zur Verfügung. „Bei diesen Personen lässt sich an die bisherige Zusammenarbeit sicherlich anknüpfen“, meinte Annika Heinlein, die mit der ersten öffentlichen Diskussionsrunde dieser Art zufrieden war: „Das Ziel bestand darin, Ideen für eine attraktivere Innenstadt zusammenzutragen. Selbst, wenn diese nicht mithilfe des Verfügungsfonds realisierbar sind. Und das ist uns gelungen. In jedem Fall werden wir die Anregungen mitnehmen und überlegen, wie man sie umsetzen könnte. Zumal wir hoffen, noch Antragsteller für die Vorschläge zu finden und somit sogar eine Möglichkeit, den Verfügungsfonds zu nutzen. “

In den letzten Wochen seien auch weitere Projektanträge für den Fonds beim Innenstadtmanagement eingegangen. Daher beriet das Gremium am Mittwoch im Anschluss an die öffentliche Diskussionsrunde über die neu eingereichten Ideen. Welche das sind, erfahren Sie in wenigen Tagen in der TZ.  


 

Info:

Der Verfügungsfonds ist ein Mittel der Städtebauförderung, mithilfe dessen auch private Akteure die Chance bekommen, sich durch Projekte für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Torgauer Innenstadt einzusetzen. Der Fonds finanziert sich zu 50 Prozent aus öffentlichen Mitteln und zu 50 Prozent aus privaten Mitteln. Diese privaten Mittel können von jedem eingezahlt werden – seien es Gewerbetreibende, Einzelhändler, Privatpersonen, Vereine oder bestehende Institutionen. Es ist sogar möglich, lediglich einen Anteil an privaten Mittel in den Fonds einzuzahlen, ohne ein Projekt zu beantragen. Das Innenstadtmanagement und das Gremium für den Verfügungsfonds der Stadt Torgau möchten daher alle aufrufen und ermutigen, für die Aufwertung der Torgauer Altstadt zu spenden!

 

Der Etat des Verfügungsfonds ist jährlich begrenzt. 2018 beträgt er 6000 Euro. Generell ist es jedoch möglich, diese Summe aufzustocken, sollten entsprechend viele Projektanträge abgegeben werden.
Über die Verwendung der Mittel entscheidet schließlich ein lokales Gremium. Für dessen Zustimmung müssen die Kriterien der Richtlinie für den Fonds erfüllt werden, beispielsweise die Umsetzung im Fördergebiet. Mögliche Projekte sind unter anderem Bepflanzungen wie die bereits umgesetzten Blumenampeln in der Breiten Straße, Spielgeräte oder Stadtmobiliar.

 

Weitere Informationen über den Verfügungsfonds sowie den notwendigen Formularantrag erhalten Sie unter www.torgau.eu. oder beim Innenstadtmanagement Torgau. Das Innenstadtmanagement ist jeden Mittwoch von 8 bis 10 Uhr in der Scheffelstraße 6 erreichbar oder unter innenstadt@torgau.de.


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