Donnerstag, 20. Juni 2019
Mittwoch, 17. Oktober 2018

DOMMITZSCH

Die Orgelkur kann beginnen

Torsten Freche zeigt: Hier stand einmal diese Orgel. Jetzt wird sie rekonstruiert.Foto: TZ/Gabi Zahn

von unserer Redakteurin Gabi Zahn

POLBITZ. Jubel bei allen, die das Kirchlein in Polbitz, nahe des Elberadwanderweges, als Kulturstätte schätzen gelernt haben. Die seit 20 Jahren in Kohren-Sahlis bei Orgelbaumeister Bochmann lagernde Orgel kann saniert werden!

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POLBITZ. Seit mehr als 20 Jahren hat die Polbitzer Kirche keine Orgel mehr. Zumindest nicht dort, wo sie eigentlich hingehört. Das stark rekonstruktionsbedürftige Instrument, eine Müller-Orgel von 1842, wurde sorgsam abgebaut und in Einzelteilen abtransportiert. Diese befinden sich seitdem in Kohren-Sahlis bei Altenberg, in der Orgelbauwerkstatt von Gerd Christian und Thomas Bochmann. Möglicherweise nicht mehr lange, denn die jahrelangen und bisher vergeblichen Mühen des Fördervereins der Kirche zu Polbitz, öffentliche Gelder für die Wiederherstellung zu bekommen, haben endlich Wirkung gezeigt. „Wir können in die konkrete Planung übergehen“, vermeldet Vereinsvorsitzender Torsten Freche.

Beratung in besonderem Ambiente

Als Orgelbauer Thomas Bochmann vor wenigen Tagen gemeinsam mit Dr. Horst Hodick, dem Sächsischen Orgel- und Glockensachverständigen (Landesamt für Denkmalpflege Dresden) in Polbitz anreiste, manifestierte sich der Planungsauftakt in einer mehr als dreistündigen Sitzung. Eigens für die besondere Beratungsatmosphäre war der Tisch auf die Empore gestellt worden, wo alle den leeren Orgelplatz direkt vor Augen hatten.

Nach mehrmaligen Anläufen war ein Zuwendungsbescheid des Landratsamtes Nordsachsen eingetroffen, der – basierend auf der bisherige Kostenschätzung von 140 000 Euro – vorerst 18 000 Euro für den ersten Bauabschnitt freigibt. „Es ging nun darum, Detailfragen klären zu können, unter anderem hinsichtlich des endgültigen Aufstellungsortes der Balganlage sowie deren handwerkliche Ausführung“, informiert Freche. Auch galt es zu rekonstruieren, wie der ursprüngliche Verlauf des Windkanals war. Gar nicht so einfach, denn wer konnte vor 20 Jahren ahnen, dass die Wiederkehr der Orgel so lange auf sich warten lassen würde! Glücklicherweise war es aber damals schon Dr. Hodick, der den Abbau begleitet und den Zustand sehr sorgfältig dokumentiert hatte und außerdem auch ein ausführliches Denkmalpflegerisches Gutachten erstellte. „Anhand der angefertigten Fotos konnten schon einige Unklarheiten beseitigt werden“, freut sich Freche. Auch wurde offensichtlich, dass eine vielen Jahrzehnten  notdürftig zusammengeflickte Konstruktion der Balganlage der Mangelwirtschaft zu DDR-Zeiten geschuldet war. Die Fachleute sind sich einig, dass dies einer grundlegenden Korrektur bedarf – „historisch stimmig und authentisch“, bekräftigt Dr. Hodick. Deshalb soll das noch vorhandene Material des Keilbalgs zu dessen Restaurierung genutzt, aber fehlende Teile ergänzt werden. „Zusätzlich ist geplant, den nötigen Holzrahmen als Option für einen zweiten Balg jetzt schon in einer entsprechenden Größe zu dimensionieren“, informiert Torsten Freche.  Der erste Bauabschnitt konnte im Laufe der konstruktiven Beratung abgesteckt werden. Dazu zählen unter anderem die tischlermäßige Restaurierung des Gehäuses, an dem alle Füllungen defekt sind, sowie die Restaurierung der Windladen und Manuale.

Fertigstellung für 2020 avisiert

Noch in diesem Jahr, so schnell wie möglich, sollen nach der Überarbeitung des Angebotes die Arbeiten beginnen, „allerdings braucht es noch in Verbindung mit Dr. Hodick einige Recherchen an einem Vergleichsobjekt“, lässt Thomas Bochmann wissen. 2019 soll das Projekt dann in den zweiten Bauabschnitt übergehen, der vor allem die Rekonstruktion des Pfeifenwerks vorsieht. Bis 2020 sind dann die restlichen Arbeiten geplant, beispielsweise die Farbfassung, Intonation und die Stimmung.

 „Tuchfühlung“ mit der Orgel hat der sächsische Orgelbaumeister in den zwei Jahrzehnten ohnehin stetig gesucht: „Wir haben mehrfach schon einige Teile in der Hand gehabt, um sie auf den Holzwurm zu kontrollieren und ihm vorzubeugen“, lässt er wissen – und sieht es nun als große Herausforderung an, sich in die Arbeit seines Berufskollegen von 1842 hineinzudenken.


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