Samstag, 15. Dezember 2018

 
Montag, 22. Oktober 2018

NORDSACHSEN

Kampf um Olympia-Ticket

Paul PigorschFoto: Thilo von Hagen

Von Norbert Töpfer

Er ist ein erstklassiger Trapschütze der Süptitzer Paul Pigorsch. Und er kämpft  um eine Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Laut Trainer Karsten Bindrich hat er gute Chancen.

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Paul Pigorsch hat die Olympischen Spiele 2020 in Tokio im Visier. Nachdem der Süptitzer Trapschütze dieses Großereignis 2016 in Rio wie alle deutschen Spitzenakteure noch verpasste, will er dieses Mal die Fahrkarte lösen. 

Der 27-Jährige, der für den SSC Neiden startet, hat allen Grund dazu, die schwierige Qualifikation optimistisch in Angriff zu nehmen, denn er belegte in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Changwon (Südkorea) Rang zehn und bei den Europäischen Titelkämpfen in Leobersdorf (Österreich) den 18. Platz. Das bedeutet einen respektablen Leistungssprung, denn bisher war der 57. Rang bei einer Weltmeisterschaft sein bestes Ergebnis. Dennoch schaut der Süptitzer mit etwas Wehmut auf die beiden Wettkämpfe zurück. Er verpasste zweimal das Shoot-off, das Stechen um den Einzug ins Finale der sechs Besten, jeweils um eine Scheibe. „Ich habe mich trotz der guten Platzierungen darüber geärgert, weil mehr möglich war. Aber dieses Ergebnis hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, sagt der 2,03-Meter-Mann.

Konkurrent wurde Trainer 

Pigorsch hat einiges in seinen Abläufen geändert. Verantwortlich dafür ist sein früherer Konkurrent, aber auch Freund Karsten Bindrich (45), unter dessen Regie er seit einem Jahr trainiert. Hinzu kommt der Polizei-Psychologe Dr. Stefan Remke. Der frühere Welt- und Europameister Bindrich veränderte unter anderem die Belastungsgestaltung von Pigorsch vor dem Schießen. Sie enthält jetzt mehrere Ruhephasen. Auch im Training laufen für den Nordsachsen einige Dinge anders ab. Dr. Remke stellte zudem das mentale Programm von Pigorsch um. Alles mit Erfolg. 

Aufgrund seines 10. Platzes bei der WM wurde der Süptitzer in das „Top Team Tokio“ des Deutschen Schützenbundes aufgenommen. Pigorsch hofft aufgrund seiner guten WM-Platzierung auf die Teilnahme an Wettkämpfen, in denen Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 ausgeschossen werden. Entscheidend sei der Kaderstatus und die aktuelle Leistungsfähigkeit für eine Nominierung zu den jeweiligen Wettkämpfen durch den Bundestrainer, erklärt Thilo von Hagen, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Schützenbund. 

Die hoffentlich von deutschen Schützen erkämpften zwei möglichen Startplätze sind keine persönlichen, sondern gehen an das Nationale Olympische Komitee für Deutschland. Nach Beendigung der Qualifikationsphase werden alle Athleten, die den „Top Team Tokio-Status“ erworben haben, in ihren Disziplinen um die gewonnenen Quotenplätze kämpfen. Jeder Olympia-Anwärter kann nur einen Quotenplatz erkämpfen. „Die Aufnahme ins Top Team Tokio ist der erste Schritt.

Der zweite Schritt, selbst einen der Quotenplätze zu erkämpfen, ist der schwerere. Aber ich bin optimistisch, es zu schaffen“, erklärt der Süptitzer, der Mitglied der Polizeisportfördergruppe ist und im Winterhalbjahr vollen Dienst bei der Polizei absolviert, in diesen Monaten meist nach Feierabend trainiert. „Allerdings werde ich in dieser Zeit bei besonderen sportlichen Anlässen vom Dienst freigestellt“, sagt Pigorsch. Wie im November, wenn der Süptitzer mit der Nationalmannschaft in ein Klima-Trainingslager nach Malta fährt. Die neue Wettkampfserie beginnt im März mit dem ersten Weltcup-Wettbewerb im mexikanischen Acapulco, wo 2019 der Kampf um Quotenplätze für Tokio fortgesetzt wird. 

Keine technischen Defizite

Pigorsch ist derzeit gegenüber seinen Mitstreitern im Vorteil, dass er aufgrund seines zehnten Ranges bei der Weltmeisterschaft ins „Top Team Tokio“ aufgenommen wurde. Bei Weltcup-Wettkämpfen müssen die Männer und Frauen mindestens Achte werden, um ins „Top Team Tokio“ aufgenommen zu werden. „Ich bin zufrieden, was wir im ersten Jahr unserer Zusammenarbeit erreicht haben“, sagt Bindrich  und ergänzt: „Es wurde von Wettkampf zu Wettkampf besser. Wir haben die Herangehensweise von Paul an große Events umstrukturiert. Es ging vor allem um den mentalen Teil, denn technische Defizite gibt es bei Paul eigentlich nicht. Die Vorbereitung und der Ablauf des Wettkampfes haben wir verändert, damit Paul nicht überzieht. Wir haben auch ein spezielles Programm durchgezogen, was das Training betrifft, damit er einen komplett anderen Input erhält. Ich denke, Paul ist auf einem sehr guten Weg. Das heißt, dass er auch die Abschlussrunden bei den Wettkämpfen durchsteht, was meist reine Kopfsache ist. Doch das braucht seine Zeit.“ Bindrich ist Optimist: „Ich schätze seine Chance sehr real ein, sich für Tokio zu qualifizieren. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.“ 

Auch der Deutschte Schützenbund geht neue Wege. Es werden jetzt im Herbst Events besetzt und Trainingslager veranstaltet, was sonst nicht der Fall war. „Damit bleiben unsere Schützen besser im Rhythmus, damit sie nicht im Frühjahr mit Defiziten in die neue Saison starten“, sagt Trainer Bindrich. Es stehen genügend Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft bereit, die Pigorsch in das“ Top Team Tokio“ folgen wollen. Dazu gehören Andy Löw (36) aus Ansbach sowie Steve Eidekorn (26) aus Strausberg. Und was für die Region Nordsachsen besonders erfreulich ist, der 26-jährige Marco Kroß, Pigorschs Teamkollege vom SSC Neiden, ist ebenfalls Nationalmannschafts-Trapschütze, der um einen Quotenplatz kämpft. 

Auf Pigorsch und Co. lastet angesichts der Olympia-Qualifikation hoher Druck. „Den sind wir als Leistungssportler gewohnt. Ich habe den Kampf um die Olympia-Fahrkarten bereits 2014 und 2015 erlebt. Damals habe ich es wie auch meine Teamkollegen aus der Nationalmannschaft nicht geschafft. Ich fühle mich gut und bin optimistisch, mich für Tokio zu qualifizieren“, erklärt Pigorsch. In Tokio gehen 36 Trapschützen an den Start. 

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