Mittwoch, 14. November 2018

 
Mittwoch, 7. November 2018

TORGAU

"Ich singe, um mir den Psychologen zu sparen"

Norman Keil tourt zum ersten Mal nach Torgau mit einem Mix aus traditionellem Liedermacher-Rock und modernem Pop in der Gitarrentasche. Auf will auf der Bühne seine Geschichten erzählen – authentisch, eindringlich, manchmal auch schmerzhaft, aber immer ehrlich. Foto: PR

von unserer Redakteurin Gabi Zahn

Norman Keil über seine Motivation, Musiker zu werden, über Musikkonsum und die Neugier auf Torgau 

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Torgau. Vor Zeiten wäre Norman Keil wie einst Reinhard Mey als Sänger und Liedermacher bezeichnet worden. Stattdessen liest man bei ihm „Singer“ und „Songwriter“. Doch der Mann, 38 Jahre alt oder jung, je nachdem, aus welcher Perspektive man ihm zuhört, singt deutsch. Und zwar so deutlich und gefühlvoll, dass jede Strophe, ja jedes Wort – mitunter jede Silbe – tief reingeht. Ganz tief reingeht. Norman Keil kommt am Freitag, 9. November, nach Torgau und freut sich auf seinen Auftritt um 20 Uhr im Kulturhaus. Er ist „supergespannt“ auf die Elbestadt, von der er „so rein gar nichts weiß“, wie er vorab im Gespräch mit der TZ bekennt. Nach wenigen Sätzen gehen er und die Redakteurin unkompliziert ins „Du“ über.

TZ: Norman, wie kamst Du zur Musik, speziell zu Deiner ureigenen Variante?
Norman Keil:
Ich hatte in einem Paket meiner Westtante einmal einen Workman bekommen mit zwei Kassetten von Elvis. Die waren vermutlich der Grund, warum ich auf die musische Schiene kam. Ich wollte einfach auch so ein cooler Typ mit Gitarre sein. Über Umwege, und um meine Eltern zu ärgern, bin ich beim Heavy metal gelandet, auch beim englischsprachigen Pop. Dann habe ich alles über den Haufen geworfen. Ich hatte keine Lust mehr auf Texte, die der Markt will. Um mir einen Psychologen zu sparen und das zu singen, was ich will, habe ich begonnen, meine eigenen Geschichten singend zu erzählen, in Deutsch. Solche, die sehr viele Menschen nachvollziehen können.

Du bist in Thüringen, nahe Erfurt, geboren, hast nach der Wende in Gießen gelebt und bist in Deutschlands hohem Norden gelandet ...
Ein Freund holte mich dahin zu einem Rio-Reiser-Festival. Dann hat er mit mir ein Projekt gemacht auf den Halligen, diesen kleinen Inseln mit ihrem besonderen Flair. Da ist alles sehr persönlich. Da bin ich im Norden kleben geblieben.

Singer, Songwriter, eigener Manager und Booker, Vater von fünfjährigen Zwillingen. Wie kriegt man(n) das „gebacken“?
Es gibt eine logische Erklärung. Ich stehe morgens auf, mache mir einen schönen Kaffee, öffne den Laptop und arbeite.
Ich kenne das gar nicht anders, als alles selbst in der Hand zu haben. Natürlich gibt es viele Leute, die mir helfen, Veranstalter, die mir vielerorts unter die Arme greifen. Aber die Endkontrolle habe ich immer selbst. Dabei kommt die Familie trotzdem nicht zu kurz, denn ich spiele keine Tourneen, die vier Wochen am Stück dauern. Meistens bin ich donnerstags bis samstags unterwegs, aber auch nicht jede Woche. Und dann bin ich wieder komplett zu Hause. Das ist eine gute Balance zwischen Familienleben und Arbeit. Und meine Familie kennt mich auch nicht anders.

Du sagtest mal, dass Du gern „radikaler“ in den Texten wärst. Wie meinst du das?
Da muss ich überlegen. Denn eigentlich sind meine Texte sehr direkt. Ich muss sie nicht erläutern. Wahrscheinlich meinte ich - radikaler in dem Sinn, meine Meinung zu bestimmten Dingen zu sagen. Das fehlt mir bei den Radiopopstars. Die dürfen sich nicht leisten anzuecken. Bei mir ist das total egal. Ich kann mein Ding machen. Es wird auch immer wichtiger, sich zu positionieren. Mein neues Album enthält Songs, die genau das tun.

Wann kommt das Album auf den Markt?
Im April 2019. Bis dahin werde ich regelmäßig Songs daraus veröffentlichen. Mit „Die Liste“ wurde im Sommer angefangen. In zwei Wochen wird es den nächsten Titel geben und auch ein Video dazu. Es ist ja so: Das Album als solches wird immer unbedeutender. Es geht darum, als Künstler beweglicher zu sein, und dafür sind Alben ungeeignet.

Der Musik-Konsum ändert sich ...
Auf jeden Fall. Es macht keinen Sinn mehr, eineinhalb Jahre an einem Album herumzuschreiben, viel Geld und Energie zu investieren. Denn die Leute reagieren mehr auf einzelne Lieder. Da kommt der Lieblingssong in die Playliste, und gut ist es. In der heutigen Gesellschaft ist auch keine Zeit mehr, ein ganzes Album zu hören. Lediglich in Konzerten werden gern noch CDs gekauft, als Erinnerungsstück eben.

Wer sind Deine Fans?
18-Jährige eher weniger, dazu sind die Texte zu erwachsen. Überwiegend kommen Leute von 28 bis 60 Jahren in meine Konzerte. Obwohl: Texte über die Trennung einer Beziehung stoßen auch bei jüngeren Leuten auf offene Ohren.

Wie kam der Kontakt nach Torgau zustande? Was sagt Dir der Städtename?
Rein gar nichts. Das ist totales Neuland für mich. Ich habe einen Freund aus der Nähe von Leipzig, der ist hellauf begeistert, dass ich in Torgau spiele. Und auf Udo Lindenbergs Kreuzfahrtschiff habe ich viele kennengelernt, die aus Ostdeutschland kamen und die unbedingt mal ein Konzert von mir besuchen wollten. Ich bin gespannt ... Das Konzert in Torgau ist auch eines der wenigen, bei dem die Veranstalter, also die Leute vom Kulturhaus, direkt bei mir nachgefragt haben, ob ich mal vorbeikomme. Das freut mich sehr. Dann lerne ich auch den Grimmy (Sebastian Grimm, d. Red.) kennen und sein Mädels-Team, das wohl seine Kolleginnen sind. Von denen schwärmt er mächtig!

 

Aus der Vita:

Von 2008-2016 wirkte der im thüringischen Erfurt geborene Musiker und Producer als Gitarrist und Songschreiber sowie Ideengeber bei der Fury In The Slaughterhouse-Nachfolgeband „Wingenfelder“ mit. Seit mehr als sieben Jahren zählt Normen Keil auch als Solosänger in der deutschsprachigen Musiklandschaft als „Geheimtipp“. In vielbeachteten Supportshows arbeitete er unter anderem mit Udo Lindenberg, Peter Maffay, Johannes Oerding und Gregor Meyle zusammen. Mit Songs wie „Klassenfahrt“, „Lisa“, Astronaut“, „Perfekt“ oder „Springen in die Nacht“, seiner ganz persönlichen Mauerfall-Hymne, zeichnete Norman Keil für euphorisch abgefeierte Stadion-Pop-Ohrwürmer verantwortlich.

Norman Keil, 9. November, 20 Uhr, Kulturhaus Torgau, Tickets im Kulturhaus: 03421 903523, TIC: 03421 70140 und bei allen bekannten VVK-Stellen.


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