Mittwoch, 14. November 2018

 
Donnerstag, 8. November 2018

TORGAU

"Wir setzen auf Reflexion statt auf Sanktionen"

Hier, vor der Tür des Jugendcafé Blue Moon, kam es am Dienstag zum Streit zweier Jugendlicher. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Nachdem zwei Jugendliche im Jugendcafé Blue Moon gewaltsam aneinander geraten waren, spricht nun Jugendreferent und Café-Leiter Benjamin Rönsch über die ganze Sache.

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Es war eine Nachricht, die nicht nur in der TZ-Redaktion, sondern auch bei der Leserschaft für besorgtes Schlucken sorgte: In einem Jugendclub in der Torgauer Puschkinstraße seien laut Polizeimeldung zwei Jugendliche (14 und 20) aneinandergeraten und hätten sich gestritten. Der Streit eskalierte und der 14-Jährige bedrohte sein gegenüber mit einem Knüppel. Dieser ließ sich das nicht gefallen, griff zu einer Bierflasche und  schlug damit auf den Kopf des Jüngeren.

Doch wie kam es überhaupt zu diesem so schnell eskalierten Streit? Benjamin Rönsch, der Leiter des Jugendcafés Blue Moon, vor dessen Türen sich die Auseinandersetzung abspielte, kann sich diese Frage auch nicht beantworten. Er selbst war zu dem Zeitpunkt des Streits nicht in den Räumlichkeiten, führte aber mit dem 14-Jährigen im Nachhinein ein klärendes Gespräch. „Doch so richtig konnte er mir die Frage nach dem Warum auch nicht beantworten“, erklärt Rönsch. „Es hat sich eben einfach irgendwie hochgeschaukelt und dann kam es zum Knall.“ Streitereien habe es in dem Jugendcafé schon öfter gegeben, erzählt der gelernte EC Jugendreferent weiter. Das gehöre eben zur offenen Arbeit dazu. „Die Leute bringen hier in unseren Club auch ihre Probleme mit und manchmal kommt es dann eben auch vor, dass ihnen die Worte ausgehen und sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen als mit Gewalt.“

Für Rönsch ist solch ein Verhalten zwar absolut unentschuldbar, doch es sei dann auch nicht an ihm, sanktionierende Maßnahmen zu ergreifen. „Wir setzen eher darauf, mit den Kids dann das Geschehene zu reflektieren. Das war auch in diesem Fall so. Ich habe mich mit dem 14-Jährigen, der hier auch ein treuer Gast ist, zusammengesetzt und hab mit ihm darüber gesprochen, dass so etwas nicht geht. Aber es ist keinem damit geholfen, wenn ich ihn dann wegschicke und sage, dass er nicht mehr wiederkommen soll.“

Der 20-Jährige, der Rönsch und seinem Team zwar auch bekannt ist, aber nicht oft im Jugendcafé verkehrt, sei seit der Auseinandersetzung nicht noch einmal aufgetaucht. „Falls er aber nochmal vorbeikommt, dann werde ich es mit ihm genauso handhaben wie mit seinem jüngeren Streitpartner.“

Dass die Gewalttat am Dienstag mit einer Bierflasche verübt wurde, sei nach Benjamin Rönschs Einschätzung jedoch reiner Zufall gewesen. Es hätte genauso gut eine Colaflasche, eine Holzstock oder ein Stein sein können, sagt er und beteuert weiter: „Bei uns hier im Club und auch auf dem Gelände davor herrscht absolutes Alkoholverbot. Und das wissen die Jugendlichen auch. Alkohol wird hier niemals konsumiert, aber kontrollieren können wir natürlich die Taschen der Jugendlichen auch nicht.“ Die Tat am Dienstag sei laut Aussage des Jugendreferenten jedoch nicht auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen.

Um in Zukunft solche Geschehnisse zu verhindern und gewaltsam eskalierenden Streits vorzubeugen wollen Benjamin Rönsch und sein Team in Zukunft noch stärker auf Gewaltprevention setzen. „Es kommt mir so vor, als ginge in der heutigen Zeit die Fähigkeit der Jugendlichen zum Dialog immer mehr verloren. Und das wollen wir wieder mehr stärken. Es sollte normal sein, bei Meinungsverschiedeneheiten jemanden drittes, neutrales an den Tisch zu holen, der als Streitschlichter dient um damit Probleme direkt konstruktiv lösen zu können.“

 

Hier noch die offizielle Polizeimeldung:

 

Auseinandersetzung im Jugendclub

Wieso, weshalb, warum es zu einem Streit in einem Jugendclub in der Puschkinstraße am Dienstag gegen 17 Uhr kam, schwebt bisher noch im Dunkeln. Fest steht, dass sich zwei junge Herren im Alter von 14 und 20 Jahren einen Streit lieferten, wobei der 14-Jährige irgendwann einen Knüppel in der Hand gehalten haben soll, womit er seinem Kontrahenten drohte. Der wiederum schlug kurzerhand mit einer Bierflasche auf den Kopf des 14-Jährigen, um ihn sich so vom Leibe zu halten. Mit einer Kopfplatzwunde am Ohr forderte der 14-Jährige hiernach eine Entschuldigung, weshalb die Polizei zur Schlichtung hinzugezogen wurde. Die wiederum ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 20-Jährigen und prüft den Tatbestand der Bedrohung, die von dem 14-Jährigen ausgegangen sein soll.

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