Dienstag, 11. Dezember 2018

 
Sonntag, 2. Dezember 2018

BELGERN-SCHILDAU

Besuchermagnet Belgern

Sigrid Hobeck zeigt’s der Jugend.

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern. Da stand die Jugend und staunte: Sigrid Hobeck füllte am Samstag ein Gläschen nach dem anderen. Die 82-Jährige zelebrierte regelrecht ihre Koks- sowie ihre Nikolaschka-Mischung. Noch nie davon gehört? Bitte weiterlesen!

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Beides sind hochprozentige Modegetränke aus der ehemaligen DDR. Sigrid Hobeck selbst hat ihren ersten Koks 1950 in der Bennewitzer „Schmiede“ gehoben. Und kaum ein Pfingstfest sei in Belgern vergangenen, bei dem nicht „gekokst“ worden sei, erzählte sie mit einem Zwinkern in den Augen.

 

Vergessene Rezepte wiederentdeckt

 

Am Samstag war jedoch kein Pfingstfest. Die Besucher strömten dennoch durch die stimmungsvoll geschmückte Belgeraner Altstadt. Der Advent in den Höfen hielt erneut, was er versprach: Anheimelnde Gemütlichkeit. Und für Sigrid Hobeck gehörten zur Gemütlichkeit eben jene beiden fast vergessenen Rezepte, die sie in der ältesten Weinbergscheune Belgerns zusammenmixte. „In eine alte Scheune gehört eben auch ein alter Schnaps“, begrüßte sie auch schon wieder die nächsten neugierigen Besucher. Und dann waren ja auch noch die acht Mitstreiter des Tierschutzvereins vor Ort, um Socken oder beispielsweise Fettschnitten unter die Leute zu bringen. Kornelia Lempe, die Vorsitzende des Vereins, war erleichtert, beim Advent in den Höfen wieder mitmachen zu können. War es doch lange Zeit nicht gut um ihr Scheunendach in der Kirschbergstraße und somit um die Sicherheit bestellt.

 

Zahlreiche Lacher

 

Während sich die Straßen der Altstadt ab 14 Uhr langsam füllten, war zu jener Zeit eine Truppe bereits mit ihrem Programm durch. In der mit gut 100 Besuchern gut gefüllten St. Bartholomäuskirche sorgte die fünfköpfige Mundartbühne Borna für zahlreiche Lacher. Ob’s der Tumult im Flescherladn war, bei dem der Kundenraum zum Kampflokal wurde, oder die gute Läberwurscht – hier wurde getratscht und über die Nachbarschaft hergezogen, was das Zeug hält. Petra Zwanzig von der für die Organisation des Advents in den Höfen verantwortlich zeichnende Interessengemeinschaft Oschatzer Tor verabschiedete das Quintett mit der großen Klappe nach dessen einstündigem Auftritt.

Deutlich länger musste Märchenmaus Mathilde durchhalten. Anfangs noch Geschichten für Kinder erzählend, später Erwachsene um sich geschart – auf dem Hof von Advents-Neuling Familie Ender ging es buchstäblich wie in einem Taubenschlag zu. Denn in diesem sorgte die Erzählkunst von Mathilde und die wohlige Bollerofenwärme für gespannt lauschende Zuhörer. Wer danach noch Appetit auf einen Tee mit selbstgepflückter Pfefferminze oder einen von insgesamt 350 in Handarbeit hergestellte und liebevoll dekorierte Pfefferkuchenengel verspürte, konnte sich gegen eine kleine Spende für die kommende Evangelische Oberschule Belgern-Schildau bedienen.

Langòs mit viel Liebe

Stichwort Appetit: Gewiss ging an jenem Tag kein Gast hungrig nach Hause. An allen Ecken gab es etwas abzustauben. Wer dabei vom Oschatzer Tor in die Innenstadt kam, konnte sich gleich im Kindergarten „Anne Frank“ am leckeren Langòs versündigen. Zehn Erzieher waren hier im Einsatz, um die Leckereien mit ès szerelem (mit Liebe) zu fertigen.

Nur einen Katzensprung weiter drehte Hansjürgen Böhme von der Jägerhütte Borna am Rad beziehungsweise am Spieß. Auf Buchenholzfeuer geriet das Schwein zur Delikatesse, die ganz schnell Geschichte war.

Übrigens: Ganz schnell waren auch die Brote aus dem Klosterhofbackofen Geschichte. Das im Akkord rackernde sechsköpfige Backteam hielt die nicht enden wollende Besucherschlange schließlich mit reichlich Speckkuchen bei Laune. Wer Glück hatte, konnte noch eine Stolle ergattern.

Irisch gute Stimmung

Zu jener Zeit bereiteten sich Ilona Schramm und ihre Helfer auf ihren Besucheransturm vor. Denn in dem Kellergewölbe in der Marktstraße gab es irische Musik einer Gruppe zu hören, die Ilona Schramm wegen des fehlenden Namens noch schnell das „Trio namenlos“ taufte. Wer hier die Stufen nach unten nahm, kam definitiv nicht so schnell wieder nach oben.

Abschließend – wie kann es anders sein – sei noch ein Blick ins Oschatzer Tor geworfen, das nach umfangreicher Sanierung in diesem Jahr in einem veränderten Gewand daherkam. Michael Rosche, der zuvor noch Ärger mit einem unbekannten Graffiti-Fan hatte, überraschte die Besucher speziell mit dem komplett neugestalteten Dachboden. Aus der ehemals angestaubten Rumpelbude ist ein eleganter Ausstellungsraum geworden, der mit seinen Uniformen und hinter Vitrinen zur Schau gestellten Ausstellungsstücken deutlich länger zum Verweilen als bislang einlud.

Zwei Geschenke für Rosche

Und weil sich Rosche in den vergangenen Monaten derart viel Mühe mit dem Ausstaffieren gab, gab’s an jenem Samstag auch gleich noch zwei Geschenke für ihn: Eines überreichten die Mitglieder der Interessengemeinschaft Oschatzer Tor. Es war der Pokal, den die IG erst vor wenigen Tagen von der Torgauer Zeitung im Zuge ihrer Serie „Nachbarn mit Herz“ verliehen bekam. Das gläserne Teil hat fortan im Oschatzer Tor seinen Stammplatz – wie auch ein vom Belgeraner Manfred Kettlitz überreichtes Bild. Kettlitz nutzte die Führung einer Besuchergruppe des Fördervereins Kloster Buch (das Zisterzienser Kloster Buch bei Leisnig gründete in Belgern 1258 einen wirtschaftlichen Klosterhof, Anm. d. Red.), um sich mit dem Bild beim Rosche für dessen Engagement zu bedanken.


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