Dienstag, 26. März 2019
Sonntag, 2. Dezember 2018

TORGAU

Ortsumgehung: Alles deutet auf kleine Variante hin

Zum Projekt B87n gehört auch die Ortsumfahrung Torgau.Foto: TZ/Archiv

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Dass die B87-Ortsumgehung am Dr. Külz Ufer entlang führt, ist ziemlich sicher vom Tisch. Doch auch eine große Umfahrung, gemeinhin Nordvariante genannt, scheint kaum noch realistisch.

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Inzwischen sollte die Karte mit der Punktlinie über dem Dr.-Külz-Ufer endgültig im Papierkorb des Sächsischen Verkehrsministeriums gelandet sein. Nachdem sie irrtümlich, wie das Ministerium später einräumte, auf einer Infrastrukturkonferenz gezeigt worden war, hatte es in Torgau einen Aufschrei gegeben. Sowohl OBM als auch Bundestagsabgeordneter mussten ordentlich einstecken, bevor Romina Barth mitteilte, dass die Stadt diese Idee bereits abgelehnt habe.

Weil die TZ wissen wollte, ob Torgau damit wieder ganz am Anfang steht, fragte sie bei den Landtagsabgeordneten Frank Kupfer (CDU) und Volkmar Winkler (SPD), beim Verkehrsministerium und beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr nach.

Der Erkenntnisgewinn war mager. Mit Verweis auf den frühen Planungsstand konnten weder Kosten, noch Trassen, noch Terminketten benannt werden.

„Die Niederlassung Leipzig des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr hat nach den erfolgten Abstimmungen die Planung übernommen. Mit der Vorplanung wurde begonnen. Derzeit läuft dabei die Vorbereitung der Aufgabenstellung für europaweite Planungsausschreibung der Objektplanung Verkehrsanlage. Zudem werden die Umweltuntersuchungen beauftragt. Mit der Vorplanung werden alle im Planungsgebiet befindlichen Möglichkeiten einer Trassenführung (Varianten) aufgezeigt und geprüft. Eine Vorzugsvariante steht immer erst im Ergebnis der Vorplanung fest. Die Stadt Torgau bevorzugt eine kleinräumige Lösung, die in etwa im Bereich der Bahntrasse verlaufen könnte. Die Planungen werden in enger Abstimmung mit der Stadt Torgau erfolgen,zum Beispiel auch im Zusammenhang mit der Landesgartenschau“, teilten das Büro von Volkmar Winkler und die Pressestelle des Ministeriums wortgleich mit.

Torgaus OBM Romina Barth hatte zuletzt mitgeteilt, dass die Stadt eine Linienführung PEP-Kreuzung – Nordstraße – Elbquerung parallel zur Eisenbahnbrücke bevorzugen würde.

Marian Wendt, als CDU-Bundespolitiker bei einem Bundesstraßen-Thema natürlich immer im Blickpunkt, erklärt in seinem Statement zunächst, warum die ortsnahe Umfahrung eher möglich ist als eine große Variante.

„Nun gilt es, wie für jedes Infrastrukturprojekt in Deutschland, dass gewisse Richtlinien eingehalten werden müssen. So muss der Kosten-Nutzen-Faktor der Ortsumfahrung größer als 1 sein. Dies ist er bei einer großen Umfahrung zur Zeit nicht.“ Die große Umfahrung, im Bundesverkehrswegeplan als „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ verortet und häufig als Nordvariante bezeichnet, stagniert derzeit. Zusätzlich findet Wendt den Aspekt wichtig, dass eine ortsnahe Variante viel entlastender sei, da auch die Verkehre von und nach der Innenstadt diese Variante nutzen würden.

„Bei einer ortsfernen Umfahrung würden die Verkehre aus und nach der Innenstadt über die alte Elbbrücke laufen, eine Entlastung wäre das dann nicht. Torgau ist sehr stark von sogenannten Ziel- und Quellverkehren betroffen. Die Planer werden also gründlich alle Bedenken der möglichen konkreten Trassenführung einbeziehen und die bestmögliche Variante auswählen“, ist sich Marian Wendt sicher.

Die in Holzdorf vorgestellte, und breit kritisierte Strecke sei bislang nur eine grobe Orientierung und auch für ihn sei klar, dass Nadelöhre beseitigt, statt geschaffen werden müssten. Die exakte Trassenführung sei nun Gegenstand der Planung einer Vorzugsvariante.

Bei alledem ist für Marian Wendt entscheidend, „dass sich etwas an der heutigen Situation der B87 für die Torgauer und die Durchreisenden ändert. In kaum einer Stadt verläuft eine vielbefahrene Bundesstraße durch die Innenstadt entlang mehrerer Schulen nebst Sporthalle. Insofern freue ich mich natürlich, dass das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr plant, bis spätestens 2022 die Planungen der Vorzugsvariante einer ortsnahen Umfahrung um Torgau vorzulegen. Es muss in Torgau gelingen, einen großen Teil des Durchreise-Verkehrs aus der Innenstadt heraus zu halten. Einen Stillstand bei den Planungen möchte ich – wie viele Torgauer Bürgerinnen und Bürger – nicht akzeptieren.“

Wendt und Barth betonen unisono, dass auch die Torgauer selbst sich im Planungsprozess konstruktiv einbringen, beispielsweise dann wenn die Pläne öffentlichen ausgelegt werden. Vorbild könne hier die in Taucha bereits laufende Bürgerbeteiligung zum dort in Planung befindlichen B-87-Verlauf sein.

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