Dienstag, 11. Dezember 2018

 
Dienstag, 4. Dezember 2018

NORDSACHSEN

Das erste Projekt steht kurz bevor

Dr. Benjamin Bigl hat es sich in seinem Büro in der Volkshochschule gemütlich gemacht. Von hier aus leitet er das MPZ+.Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Nordsachsen. Der neue Leiter des MPZ+, Dr. Benjamin Bigl im Interview über die medienpädagogischen Ziele im Landkreis, seine ersten Projektideen und die Wichtigkeit von Medienkompetenz in der heutigen Zeit.

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Der Landkreis Nordsachsen startet seine große Medienbildungs-Offensive. Am 1. Oktober unterzeichneten Landrat Kai Emanuel sowie Vertreter vom Kultusministerium und der Landesmedienanstalt einen Kooperationsvertrag, der ein Pilotprojekt in Sachen Medienkompetenz auf den Weg bringen soll, welches in dieser Art noch nie dagewesen ist. Es soll dabei keine Weiterführung des Ende September geschlossenen SAEK Torgau werden, sondern völlig neue Wege gehen, frische Zielgruppen ansprechen und viel experimentieren.

Für diesen Zweck hat man sich einen Mann an die Spitze des Projektes geholt, der schon viel  mit dem Thema Medienbildung gearbeitet hat und hochmotiviert in die Zukunft des so genannten MPZ+ blickt. Die TZ hatte Dr. Benjamin Biegl im Interview und  ließ ihn unter anderem schon von seinen ersten Projektplanungen erzählen.

TZ: Guten Tag, Herr Dr. Bigl, beschreiben Sie doch erstmal in Ihren Worten, was das MPZ+ eigentlich genau ist.
Dr. B. Bigl:
Das MPZ+ ist ein Projekt, welches den unterschiedlichsten Menschen den Umgang mit Medien näherbringen soll. Im Moment sei es mal dahingestellt, ob dies alte Medien wie Zeitungen oder Radios oder eben neue, wie das Internet oder soziale Netzwerke sind. Dort einen Zugang zu finden, ist oftmals relativ schwierig, weshalb ich da unter die Arme greifen möchte.

Und wann soll das alles genau losgehen?
Voraussichtlich im neuen Jahr. Momentan befinden wir uns mit dem MPZ+ noch in der Ideenfindungs-Phase. Wir schauen, was es bisher in Nordsachsen gegeben hat, was es aktuell gibt und wo man noch nachlegen kann. Das ist mit einer ganzen Menge trockener Arbeit verbunden, aber ich denke doch, dass ich bis zum Jahreswechsel einen guten Überblick habe. Ein ganz spezielles Projekt möchte ich allerdings noch in diesem Jahr durchführen.

Und das wäre?
Ein Art Vortragsreihe zu unterschiedlichen Themen. Einen genauen Titel habe ich zwar noch nicht, aber als Arbeitstitel habe ich das Projekt erst einmal „Schlossvorlesungen“ genannt. Den ersten Vortrag möchte ich noch vor Weihnachten zum Thema „Videospiele“ halten, im Verlauf der Reihe könnte ich mir aber auch wechselnde Gastdozenten vorstellen. Ich möchte es schaffen, sehr niedrigschwellig medienwissenschaftliche Inhalte zu vermitteln und uns als MPZ+ auch zu etablieren. Die Vorträge sollen nicht länger als eine dreiviertel Stunde gehen und gerade Erwachsenen das Thema „Medienwissenschaft“ näherbringen, ohne sie in eine Bildungseinrichtung zerren zu müssen. Wenn man es ganz simpel ausdrücken möchte: Ich will den Erwachsenen ihre Wissenschaftsangst nehmen.

Richtet sich das MPZ+ denn auch mit seinen anderen Angeboten primär an Erwachsene?
Nein, das würde ich so nicht sagen. Es ist nur so, dass Erwachsene bisher in Sachen Medienbildung nicht so abgeholt wurden wie es bei der jüngeren Zielgruppe der Fall war. Deshalb wollen wir dort den Schwerpunkt hinverschieben. Außerdem sind es in meinen Augen vor allem die etwas älteren Leute, die Unterstützung in Sachen digitale Medien brauchen. Die Kids von heute wachsen ja schon komplett in der digitalen Welt auf, für Erwachsene ist die in den meisten Fällen noch Neuland.

Und wie wollen Sie das, abgesehen von den Schlossvorlesungen, erreichen?
Ganz einfach, indem man die Leute mit den Themen konfrontiert. Eine Idee, die mir gerade im Kopf herumschwirrt wäre eine Art Stammtisch während der Mittagspausen an Schulen, bei denen man mit den Lehrern sehr kurzweilig ins Gespräch kommt. Einfach nur ein paar Minuten zusammensitzen und quatschen.

Im Moment sind sie noch allein für das MPZ+ zuständig. Ist es geplant, dass sie im kommenden Jahr noch Verstärkung kriegen?
Im Moment, soweit ich weiß, nicht. Doch da ich in der Welt der Medienwissenschaft relativ gut vernetzt bin, kann ich bei Projekten auch auf Kollegen aus ganz Deutschland zurückgreifen. Außerdem ist das MPZ+ ja nicht einfach ein komplett eigenständiges Projekt, welches alte Strukturen ersetzt, sondern es soll diese eher erweitern. So arbeiten wir zum Beispiel eng mit der Volkshochschule zusammen.

Nun sind Sie ja gebürtiger und auch momentan wohnhafter Leipziger. Welche Verbindung haben Sie denn zu Nordsachsen und ganz speziell zu Torgau, von wo Sie jetzt die meiste Zeit aus agieren?
Die war bislang tatsächlich ausschließlich privater Natur. Ich bin begeisterter Pilzsammler, weswegen ich des Öfteren mal in der Dübener Heide unterwegs bin. Außerdem haben wir ein kleines Ferienhäuschen in Gräfenheinichen. Torgau ganz speziell habe ich jetzt erst in den letzten Wochen so richtig kennengelernt. Natürlich war ich früher auch schonmal auf Schloss Hartenfels, aber sonst hatte ich bisher mit dieser Stadt nicht viel Kontakt.

Zu guter Letzt: Warum sind genau Sie der Richtige für den Aufbau des neuen MPZ+?
Weil ich sowohl Spaß an der Lehre als auch an der Forschung habe und bereit bin, neue Dinge auszuprobieren und rumzuexperimentieren. Es wird bestimmt nicht alles davon ein absoluter Hit, aber das ist bei so einem komplett neuen Projekt auch überhaupt nicht der Anspruch. Meine Motivation ist es, bei der Schaffung neuer Strukturen mitzuhelfen und spannende Aufgaben in einem spannenden Umfeld zu erledigen.

 

Info

Dr. Benjamin Bigl ist gebürtiger Leipziger. Er absolvierte sein Abitur im baden-württembergischen Murrhardt und hatte dort im Rahmen seiner Arbeit für eine der ältesten Schülerzeitungen Baden-Württembergs, der „Heumade“ bereits früh Kontakt zu klassischen und digitalen  Medien. Er arbeitete im Anschluss für unterschiedlichste Medienunternehmen und probierte sich in vielen Bereichen aus, bis er dann im Jahr 2007 die Seiten wechselte und in die empirische Forschung ging. Nach dem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalistik sowie Mittlere und Neuere Geschichte promovierte er 2014 an der Universität Leipzig über die Rezeption und Wirkung von Computerspielen. Seitdem forscht und arbeitete er im Bereich der Umweltkommunikation und -bildung, in den vergangenen Jahen konzipierte und leitete er den internationalen Studiengang „Global Mass Communication“.

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