Dienstag, 11. Dezember 2018

 
Freitag, 7. Dezember 2018

TORGAU

So hätte Nordsachsens CDU gewählt

Roland Märtz, Peter Stracke, Jörg Kiesewetter, Frank Scherzer, Marian Wendt, Dietmar Kloß, Konrad Theobald und Romina Barth.Foto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Nordsachsen. Spannung vor der Entscheidung auf dem CDU-Parteitag in Hamburg. Würde die Region Spahn, Merz oder Kramp-Karrenbauer wählen?

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Jetzt wird‘s spannend. Insgesamt 1001 Delegierte stehen auf dem CDU-Parteitag in Hamburg vor der Wahl, wer Angela Merkel als Parteivorsitzende(r) folgen soll. Die drei Favoriten: Jens Spahn, Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer („AKK“). Aus dem hiesigen Kreisverband gibt es mit Marian Wendt nur einen Wahlberechtigten. Wie dieser sich entscheiden wird und wen die CDU-Basis in der Region wählen würde – wenn sie könnte –, brachte die Heimatzeitung mit nachfolgender Umfrage ans Licht.

Marian Wendt (MdB, Kreisvorsitzender der CDU-Nordsachsen): Ein knappe Mehrheit des Kreisvorstandes hat empfohlen, Friedrich Merz als Vorsitzenden zu wählen. Der Empfehlung folgen muss ich nicht, da wir Deligierte ein so genanntes imperatives Mandat haben. Aber ich werde mich der Empfehlung annehmen. Die Argumente lagen vor allem in der wirtschaftlichen Fähigkeit von Friedrich Merz, seinem Blick von außen auf die Politik, seinem globalen Blick und in seinem klaren Auftreten. Man muss aber dazu sagen, dass alle Kandidaten als für den Vorsitz geeignet gehalten wurden und es wirklich eine sehr, sehr schwierige Entscheidung ist.

Romina Barth (OBM Torgau, CDU): Die Vor- und Nachteile der einzelnen Kandidaten haben wir nicht zuletzt in der Torgauer CDU intensiv diskutiert. Herr Spahn hat in meinen Augen eine Vision aber kein klares Ziel und verfehlt mit seinen Äußerungen zum Teil die Realität. Als Beispiel nenne ich das Impfen in Apotheken. Frau Annegret Kramp-Karrenbauer besticht durch eine grundsolide und sehr menschliche Art. Allerdings sehe ich inhaltlich nur schwer eine Neuausrichtung innerhalb der CDU. Herr Merz steht für Veränderung und Neuausrichtung. Außerdem bringt er einen starken Wirtschaftsgedanken mit. Mein klarer Favorit daher: Merz.

Konrad Theobald (CDU-Stadtrat Torgau): Wer für mich der beste Kandidat ist? Das ist ganz einfach: Friedrich Merz. Es wird Zeit, dass jemand den Vorstand übernimmt, der die in letzter Zeit sehr linkslastig gewordene CDU wieder zurück in die Mitte holt und sich für die Leistungsträger der Gesellschaft einsetzt, anstatt sich immer nur um die Leistungsempfänger zu kümmern.

Dietmar Kloß (CDU-Ortsvorsteher Schöna): Annegret Kramp-Karrenbauer hat für mich etwas Stabiles und Integrierendes. Sie kommt einerseits nicht auf der Wurstsuppe dahergeschwommen wie Spahn, andererseits rennt sie nicht mit der Axt durch den Wald wie Merz.

Frank Scherzer (CDU-Stadtrat Torgau): Friedrich Merz ist mein favorisierter Vorstands-Kandidat, weil er von den dreien der unabhängigste Kandidat ist. Er muss weder auf den Apparat noch auf sein Einkommen Rücksicht nehmen und hat auch eine kritische Meinung zu Frau Merkel, was ihn auch in dieser Hinsicht unabhängig macht.

Peter Stracke (Belgern, parteilos, aber für die CDU im Belgern-Schildauer Stadtrat sitzend): Zunächst meine ich, dass alle drei Kandidaten in den letzten Wochen im Rahmen ihrer Vorstellungsrunden einen starken Eindruck hinterlassen haben. Das zeigt mir die Kompetenz, die in der CDU aktuell vorhanden ist. Mein Favorit wäre Friedrich Merz, weil er am glaubhaftesten für einen Neustart an der Parteispitze steht.

Henry Goldammer (CDU-Stadtrat Torgau): Ich habe meine Stimme im Kreisverband der CDU für Friedrich Merz gegeben. Seine Haltung zur Wirtschafts-, Bildungs- und Gesundheitspolitik, zur Inneren Sicherheit, zum Asylrecht und zur Migration finde ich gut. Er kommt aus der Wirtschaft, ist wirtschaftsliberal und wertkonservativ.

Roland Märtz (Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag Nordsachsen): Ich bin froh, dass ich nicht entscheiden muss. Alle drei Kandidaten haben erkannt, dass es in den Jahren falsch war, über die Köpfe der Basis hinweg zu entscheiden. Und alle drei haben betont, dass sie das ändern wollen. Wenn sie es tun, wären alle drei an der richtigen Stelle. Für mich persönlich ist in der CDU das C entscheidend. Wenn ich eine Stimme hätte, würde ich deshalb „AKK“ wählen. Merz fällt für mich aus, weil er zehn Jahre einfach abgetaucht war, weil er mit seinen Überzeugungen nicht in der Partei durchgekommen ist. Ich halte es aber für grundsätzlich wichtig, dass demokratisch gefällte (Richtungs-)Entscheidungen auch von denen mitgetragen werden, die im demokratischen Austausch der Argumente den Kürzeren gezogen haben.

Jochen Pulver (CDU Beilrode): Ich schwanke noch zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz und habe mich da noch nicht genau positioniert. Bei Frau Kramp-Karrenbauer gefällt mir ihr innerparteilicher Führungsstil. Das lässt darauf hoffen, dass die Linie in der CDU weitergeführt wird. Das Umdenken hat der Partei gut getan, dass zum Beispiel die Frauen wieder mehr einbezogen werden oder beim Thema Migration: Dass man Probleme versucht vorausschauend zu klären und dass man nicht so eine starre Haltung einnimmt.
Bei Herrn Merz habe ich die Befürchtung, dass es einen Rückfall in das Konservative geben könnte – auch wenn er gut führen kann und der CDU sicher innerparteiliche und äußerliche Stärke verleihen könnte.

Lothar Forstner  (Vorsitzender CDU Stadtverband Dommitzsch): Es ist eine schwierige Frage. Es stehen ja drei gute Kandidaten zur Verfügung. Ich war selbst in Leipzig mit dabei und konnte mir da ein Bild machen. Alle drei hätten es verdient. Aber mein Gefühl sagt, dass es wohl in Richtung Merz gehen könnte, der gewählt wird. Das wäre nicht schlecht. Ich könnte aber auch mit „AKK“ gut leben. Wichtig ist, dass es hinterher keinen Streit gibt, dass das Ergebnis anerkannt wird und dass sich keine Lager bilden. Der Zusammenhalt ist wichtig.

Jörg Kieseswetter (CDU, Landtagsabeordneter für den Wahlkreis um Mockrehna und Dommitzsch): Mein Wahl wäre eindeutig Merz. Er bietet die einzige wahre Alternative. Er steht für den Aufbruch in unserer Partei. Seine wirtschaftspolitischen Argumente halte ich für besonders tragfähig. Er kommt aus der Wirtschaft – ja, darüber kann man diskutieren – und weiß, wie man Geld verdient. Merz ist derjenige unter den Kandidaten, dem ich es zutraue, unserem Land die Leitlinien zu verpassen, die es braucht, um erfolgreich in die Zukunft zu kommen.

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