Freitag, 15. November 2019
Donnerstag, 13. Dezember 2018

NORDSACHSEN

Wenn das Mondlicht nicht mehr reicht

Triathlet Henri Leuschner möchte seine Stirnlampe nicht mehr missen.Foto: TZ/Eileen Jack

Von Norbert Töpfer

Immer mehr Jogger rennen heute mit LIcht, nutzen dafür Stirnlampen, um selbst besser zu sehen aber auch besser gesehen zu werden. Vor allem auf den Pisten rund um Torgau scheint dies wichtig.

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Stirnlampen können Jogger vor Stürzen bewahren. Genau aus diesem Grund werden diese Teile immer mehr von den Laufsportlern gekauft und genutzt. Das kann Markus Höcke, Geschäftsführer des gleichnamigen Torgauer Intersportgeschäftes, bestätigen. Gerade die klassischen Laufstrecken zahlreicher hiesiger Jogger, wie rund um Torgau durchs Glacis und um den Großen Teich, sind im Dunkeln gefährliche Pisten, die zu Stürzen führen können. Statistiken existieren darüber nicht. Sicher auch, weil die meisten Pechvögel, die es erwischt, nicht gleich das Krankenhaus oder ihren Hausarzt aufsuchen. Dennoch bleiben nach solch einem Sturz die Schmerzen und die Angst, beim nächsten Lauf wieder zu verunfallen. Ganz schlaue Zeitgenossen könnten jetzt einhaken und sagen: „Warum laufen die Verrückten im Dunkeln?“ Eine gute Frage: Heutzutage habe viele Berufstätige nur die Möglichkeit abends zu laufen, weil sie den ganzen Tag unterwegs sind. Sie müssen also auch der Dunkelheit trotzen.
Seit vier Jahren mit Lampe
Wie der Torgauer Sylvio Beil. Der 46-Jährige arbeitet im Werkzeughandel und muss daher aufgrund seiner Arbeitszeit im Dunkeln joggen. Er dreht in Großwig Runden um den Tennisplatz, während sein Sohn beim Tennistraining ist. Dabei legt Beil senior stattliche zehn Kilometer zurück und läuft an einem anderen Tag der Woche eine 12,5-Kilometer-Distanz von Torgau auf dem Elberadweg über Loßwig und Weßnig bis Bennewitz und zurück. Diese Strecken sind nicht gerade mit Straßenlampen gesegnet. „Ich bin seit vier Jahren mit einer Stirnlampe unterwegs. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, abends ohne sie zu joggen. Es geht ja nicht nur um die gute Sicht als Läufer, sondern auch darum, dass ich von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werde“, sagt Beil, für den diese abendlichen Läufe Training für Wettkämpfe bedeuten. Gestürzt ist Beil bisher einmal. „Da haben auf einem Teilstück eines Radweges Baumwurzeln den Asphalt angehoben. Da hat es mich hingeschmissen. Ich konnte mich aber abfangen, sodass ich keine ernsthaften Verletzungen davongetragen habe.“ Chris Lenz, Steuerfachangestellter, gehört nicht zur Gilde der Jogger. Gemeinsam mit seiner Frau Sabine (54, Chefin eines Torgauer Friseur- und Kosmetikstudios), geht der 52-Jährige Wandern. Allerdings ist das Duo extrem schnell auf den Beinen. Es legt dabei Strecken von bis zu 100 Kilometern zurück. Zu ihrem Hobby gehören auch Nachtwanderungen. „Wir haben stets Stirnlampen dabei. Die sind klein, wiegen nicht viel und passen in den Rucksack“, erzählt Chris Lenz. Allein schon bei den kürzeren Tripps in der Region seien diese Teile wichtig. „Ich denke dabei nur an den Pflückuffer Wald, der im Prinzip unbeleuchtet ist. Bei den Wanderwegen sind die Abzweigungen stets dunkel. Dabei leisten die Stirnlampen allein schon für die Orientierung wertvolle Hilfe. Wir gehen oft gegen 13 Uhr los. Da kann es im Winter passieren, dass wir nach drei bis vier Stunden in die Dunkelheit geraten.“
Rücklicht am Gürtel
Michael Füchsel hat sich erst vor sechs Wochen eine Beleuchtung gekauft. Seine bevorzugte Laufstrecke ist das Torgauer Glacis. Oft reicht dem 57-Jährigen das Mondlicht, um durch den Park zu rennen. „Doch als vor kurzem aufgrund des Sturms viele Äste auf dem Weg lagen, habe ich mir eine Lampe gekauft. Die bringe ich aber an der Jacke an. Ich glaube, dass ich mit einer Stirnlampe andere Leute zu stark blenden würde. Meine LED-Lampe ist so leicht, dass ich sie während des Laufens gar nicht fühle. Ich denke, sie ist wichtig, weil zu der Zeit, in der ich jogge, noch Fußgänger, Jogger und Radfahrer im Glacis unterwegs sind“, erklärt der Bäckermeister. Zudem hat er am Gürtel noch ein Rücklicht. „Auch mein Hund fällt mit seinem beleuchteten Halsband auf. Er ist schwarz. Deshalb ist die Beleuchtung für das Tier so wichtig. Das machen inzwischen viele Leute. Die Hunde sehen manchmal aus wie wandelnde Weihnachtsbäume. Aber sie werden, wie wir als Jogger, gesehen. Das ist enorm wichtig.“
Henri Leuschner ist Sport-Allrounder. Triathlon und Radsport sind seine Spezialdisziplinen. Ein exzellenter Läufer ist der 43-Jährige auch. Als Fitness-und Ernährungsberater, Personaltrainer und Leiter von Kursen kann er seine umfangreiche Arbeit so einteilen, dass er in einer Pause mal eine Runde joggt. „Dafür ist es günstig, wenn ich die Stirnlampe stets zu meiner Sicherheit parat habe“, verrät Leuschner. „Ich laufe manchmal erst nach 22 Uhr los. Dabei drehe ich auf dem Elberadweg in Richtung Loßwig eine Runde, die insgesamt zwölf Kilometer lang ist. Die Stirnlampe habe ich dabei an, nicht nur für meine bessere Sicht, sondern auch, damit ich gesehen werde. Schließlich überquere ich auch einige Straßen.“ Übrigens nutzt Leuschner die Lampe ebenfalls, wenn er abends per Rad unterwegs ist. Henning Otto, Klitzschener Lauflegende, ist immer noch sportlich aktiv: „Ich bin Rentner, ich brauche abends nicht zu joggen. Ich kann das tagsüber machen“, sagt der 72-Jährige lachend. Nur ganz selten sei er daher mit Stirnlampe unterwegs.
Für die Sportenthusiasten hat der Torgauer Intersport-Geschäftsführer Markus Höcke fünf Arten an Leuchtgeräten im Angebot, natürlich alles LED-Lampen. Die Preisspanne dabei reicht von 15 bis 60 Euro. „Die Verkaufstendenz ist in den vergangenen Jahren steigend. Das liegt auch daran, dass die Leistung der Stirnlampen größer geworden ist und gleichzeitig die Preise gesunken sind“, weiß der 41-Jährige und informiert, dass diesen Lampen nur ganze 100 Gramm wiegen. Die meisten Stirnlampen werden von Joggern gekauft. „Heute hat sogar eine Kundin mit Rollator eine Stirnlampe erworben“, verrät der Geschäftsführer lächelnd und ergänzt: „Manche Leute testen die Lampen gleich bei uns im Treppenhaus.“  
Der TZ verriet Markus Höcke seinen Geheimtipp: „Ich finde die LED-Lenser Neo optimal. Sie strahlt nicht extrem weit, besitzt dafür aber einen breiten Lichtkegel. Zudem besitzt das Gerät ein Rücklicht, damit der Besitzer oder die Besitzerin auch im Verkehr besser gesehen wird. Dazu kommt der günstige Preis von 29,99 Euro.“ Markus Höcke weiß wovon er spricht, denn er ist selbst begeisterter Jogger und läuft oft mit seiner Frau Marit.

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