Mittwoch, 29. Januar 2020
Donnerstag, 13. Dezember 2018

TORGAU

Edding-Attentat im DIZ

Die meisten Plakate hatten etwas abbekommen.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Hochkochende Emotionen gab es im Torgauer Dokumentations- und Informationszentrum in all den Jahren immer mal wieder. Dass jedoch eine Ausstellung derart verhunzt wird, ist eine neue Erfahrung.

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Eine, auf die nicht nur DIZ-Leiter Wolfgang Oleschinski wohl gerne verzichtet hätte.

Dem, der gestern beispielsweise durch die DIZ-Flure tippelte und sich dabei die Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“ zu Gemüte führte, fielen nur die kontroversen Einträge ins dick angewachsene Besucherbuch auf. Derjenige, der indes vor ein paar Tagen hier durchlief, hat sie gesehen: mit grünem Edding beschmierte Plakate. „Alles Lüge“, „Verbrecherische Hetze gegen DDR“ oder auch „IHR Faschisten“ stand dort und im Besucherbuch mit schnellem Zug geschrieben. Ein wenig länger hat’s freilich gedauert, die Plakate zu ersetzen. 

Am 7. August war im DIZ die Plakatausstellung feierlich eröffnet worden. Auf 20 Tafeln zeigt sie mehr als 100 Fotografien von Harald Hauswald, der Alltagsszenen aus der DDR während der achtziger Jahre dokumentiert hat. Der Historiker Dr. Stefan Wolle, Autor der Ausstellungstexte, stand an jenem Abend Rede und Antwort. 

Schon damals entspann sich eine muntere Diskussion über das Empfinden, wie es sich denn nun wirklich in der DDR gelebt habe. Dabei fiel unter anderem auch der Vorwurf, Steuergelder durch eine Wiederaufarbeitungsindustrie zu verschwenden. Man merkte sofort, dass auch knapp drei Jahrzehnte nach der Wende die erlebte Geschichte noch immer sehr emotional und vor allem aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.

Nur so scheint erklärbar, warum nun der erste Plakatsatz im DIZ derart verunstaltet wurde, dass er ersetzt werden musste. Die Hoffnung ist natürlich groß, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Schließlich können Besucher die Plakate samt der von Stefan Wolle verfassten Texte nur noch bis zum 6. Januar betrachten. 

„Die Ausstellung stößt bislang auf ein reges Interesse, wir verzeichnen sehr gute Besucherzahlen. Und die Ausstellung bewegt die Besucher. Das sehen wir an Rückmeldungen im Gästebuch, die teilweise sehr emotional sind. Sie reichen von großer Zustimmung bis zu Widerspruch und Ablehnung“, sagt DIZ-Bildungsreferentin Elisabeth Kohlhaas. Man freue sich, wenn eine Ausstellung die Gemüter in diesem Maße bewege und damit die Auseinandersetzung mit der Geschichte, auch mit der eigenen anrege. „Wir freuen uns natürlich nicht, wenn ein Besucher seine ablehnende Haltung durch Beschimpfungen und Beschädigung der Ausstellung verdeutlicht. Ich wäre mit dem betreffenden Besucher lieber ins Gespräch gekommen“, fügt Kohlhaas im Gespräch mit der Torgauer Zeitung an.

 

Die Ausstellung ist bis zum 6. Januar täglich (außer 20./21. Dezember, an Heiligabend und Silvester) von 10 bis 18 Uhr im DIZ Torgau zu sehen. Der Eintritt ist frei. Harald Hauswald gilt als ein wichtiger Chronist der letzten Jahre der DDR. Er fotografierte in Ost-Berlin, was andere übersahen oder für uninteressant hielten. Es entstanden unverfälschte, gleichzeitig einfühlsame Aufnahmen des Alltags: Fotos von einsamen und alten Menschen, verliebten jungen Pärchen, Rockern, Hooligans und jungen Leuten, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Mehr als 100 bekannte, aber auch bislang weitgehend unbekannte Fotos sind in der Ausstellung zu sehen. 


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