Donnerstag, 17. Januar 2019

 
Dienstag, 18. Dezember 2018

NORDSACHSEN

Schneller Müller und seltsamer Maaß

Zahlreich erschienen die ERGO-Race-Teilnehmer auch zur Auswertung.Foto: TZ/Eileen Jack

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

66 Teilnehmer zählte das Team das Radhauses Höcke bei der ERGO-Race und übergab bei der Auswertung eine 500-Euro-Spende an Dr. Edith Bieck, Leiterin der Kinderstation im Torgauer Krankenhaus

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„Hey, Torgaus schnellste Sportredakteurin“, mit diesen doch leicht ironisch klingenden Worten und einem breiten Grinsen im Gesicht begrüßte mich am Samstagnachmittag der Frauenhandballtrainer Christian Kanitz in der Sporthalle. Und er setzte noch einen drauf. „Selbst meine Mutter war ja schneller als Du.“ Und ja, das weiß ich selbst. Annegret Kanitz war tatsächlich schneller als ich, wesentlich schneller. Da ich vor inzwischen fast zwanzig Jahren mal gemeinsam mit ihr damals noch beim TSV Blau Weiß Torgau dem runden Leder nachgejagt bin und wusste, dass sie reichlich zehn Jahre älter ist als ich, wählte ich sie als Pacer, jemanden also, der mich antreiben sollte aufgrund seiner vorgelegten Zeit. Und ich dachte mir, was Annegret schafft, krieg ich locker hin. Falsch gedacht.... Und ich muss sagen, ein wenig peinlich ist mir das schon. Sie ist mir einfach davon gefahren, war nach der Hälfte der Strecke schon nicht mehr auf dem Computerbild zu sehen und am Ende fast drei Minuten schneller im Ziel. Und dabei bin ich absolut am Limit gefrahren, voll an meine Grenzen gegangen, habe von der ersten bis zur letzten Minute richtig Stoff gegeben. Mein Hintern schmerzte, die Schultern auch, die Lunge piepte, obwohl ich kein Raucher bin. Mehr ging einfach nicht. Schneller war trotz der guten Ratschläge und Anfeuerungen der Höcke-Jungs einfach nicht drin. Für mich bedeutet das schlussendlich Platz 66 von insgesamt 66 Teilnehmern. Nun ja, einer muss ja den Letzten machen. Und diesmal war das eben die Sportredakteurin. Aber eins steht fest. Obwohl ich jetzt weiß, wie hart die ERGO-Rade tatsächlich ist, trete ich im nächsten Jahr wieder an, und ich werde mich selbst schlagen. Mehr will ich mir jetzt mal noch nicht vornehmen. Mich selbst verbessern, das ist das Ziel.
Sagenhafter Randolf Maaß
Das hatten in diesem Jahr auch wieder zahlreiche andere Teilnehmer. Und viele von Ihnen habe es auch geschafft, wie Hagen Höcke, vom Radhaus bei der offiziellen Auswertung am Samstag verlauten ließ. Einen griff er dabei besonders heraus – Randolf Maaß. Leiter des Torgauer Werkes von Villeroy & Boch. Zwölfter wurde er in diesem Jahr. Aber das war noch nicht das Erstaunliche. Vielmehr legte er eine gewaltige Schippe im Vergleich zum vergangenen Jahr drauf. In der Fischerstraße konnte er nicht mehr schneller werden. Hier brachte es der 46-jährige wie schon im vergangenen Jahr auf die Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde. Aber was seine getretende Watt-Zahl angeht, da hat er nicht nur die Höckes ins Staunen versetzt. Während er es 2017 noch auf sagenhafte 255 Watt brachte, packte er in diesem Jahr noch mal 60 Watt drauf und radelte sich mit 315 Watt zum Erfolg. “Das ist seltsam in unserem Alter und eine absolut starke Leistung. Die meisten sind froh, wenn sie die Leistung vom letzten Jahr bestätigen und auch das ist schon hervorragend“, schätzte Hagen Höcke ein. Auf die Frage, wie er das geschafft habe, gab sich Maaß ganz bescheiden und meinte, er habe sich das Rennen einfach besser eingeteilt. Wesentlich verbessert hatte sich auch die beste der insgesamt 18 Damen im Starterfeld – Annabell Scholz. „Das ist unsere Siegerin von vor zwei Jahren. Im letzten Jahr schnitt sie nicht so gut ab, hatte mir aber versprochen, wieder zukommen und noch einen drauf zu legen. Das hat sie getan“, erzählte Hagen Höcke. Annabell Scholz landete mit ihren 31 Jahren insgesamt auf Platz 35 und absolvierte den 8,3 Kilometer langen fiktiven Stadtkurs in 15:15 Minuten.
Profivertrag abgelehnt
Nicht zu schlagen war in diesem Jahr Alexander Müller. Nach elf Minuten und 39 Sekunden fuhr er durchs Ziel und holte sich damit Platz eins. In Vertretung für ihn, nahm sein Vater und ebenfalls bekanntlich Radsportler Klaus Müller die Ehrung für den Sohnemann entgegen. Alexander wohnt seit einigen Jahren in Ingolstadt, arbeitet bei der Bundeswehr und ist dort Mitglied einer Sportfördergruppe. Dennoch absolvierte er die EGO-Race im Radhaus in Torgau. Zur Überraschung aller anwesenden Radsportler verriet Vater Müller, das Alexander sich im nächsten Jahr wieder mehr dem Torgauer Radsportteam Isaac widmen will. „Er hat einen neuen Profivertrag angeboten bekommen, diesen aber ausgeschlagen“, so Klaus Müller. Alexander will kürzer treten, vor allem für die Familie, da er inzwischen auch Vater geworden ist. Klaus Müller, der in den vergangenen Jahren eigentlich immer als bester Senior bei der EGO-Race auffiel, konnte in diesem Jahr selbst nicht teilnehmen. „Ich habe mir vor drei Wochen einen Muskelfaserriss zugezogen, deshalb konnte ich leider nicht dabei sein“, tat es ihm wirklich leid. Gern wäre er mitgefahren und hätte sich in Topform präsentiert. In der ist übrigens nach wie vor der älteste Teilnehmer. Mit seinen 80 Jahren machte Augenoptiker Rainer Schatz eine gute Figur auf dem Ergometer, absolvierte die Strecke in 19 Minuten und 50 Sekunden – auch er war also schneller als ich.
Für einen guten Zweck
Dem Profi an der Spitze dicht auf den Fersen blieben auch in diesem Jahr die beiden Torgauer Stephan Golatkowski und Silvio Bail, die sich immer wieder auch ein internes Rennen lieferten und die Plätze zwei und drei belegten. So gut wie bisher nie habe auch Triathlet Henri Leuschner abgeschnitten. Er holte sich Platz fünf mit einer durchschnittlichen Leistung von 336 Watt.
In diesem Jahr aber zählten bei der ERGO-Race nicht nur die gefahrenen Leistungen und Geschwindigkeiten. Erstmals radelten die Fahrer auch für einen guten Zweck. Fünf Euro Startgebühr setzten die Höckes an, um diese letztendlich der Kinderstation des Torgauer Krankenhauses zukommen zu lassen. „Diese fünf Euro hat jeder gezahlt, einige sogar mehr. Manch einer ist auch vorbei gekommen und hat gezahlt, ohne fahren zu wollen. So sind 415 Euro zusammengekommen“, erklärte Hagen Höcke am Samstag. Das Unternehmen hat die Summe schlussendlich aufgerundet und konnte Dr. Edith Bieck, Leiterin der Kinderstation, am Samstag 500 Euro übergeben. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man vor Weihnachten nochmal etwas Gutes tun kann“, so Hagen Höcke. Dr. Edith Bieck bedankte sich bei allen Sportler und dem Team Höcke. Das Geld soll helfen, den Aufbau eines neuen Spielgerätes im Park des Krankenhauses zu finanzieren.
Ergebnisse:
Frauen
1. Annabell Scholz (31)15:15 Min.
2. Kristina Engel (34)16:21 Min.
3. Alexandra Guerra Pinto (18)16:34 Min.
4. Gritt Stephan (55)16:35 Min.
5. Sabrina Thalheim16:45 Min.
Männer
1. Alexander Müller (32)11:39 Min.
2. Stephan Golatkowski (35)11:58 Min.
3. Silvio Bail (46)12:12 Min.
4. Moritz Ombodi (15)12:26 Min.

5. Henri Leuschner (43)12:28 Min.
 

Zum Glück keine Spätfolgen
TZ-Chefredakteur überholt sich diesmal selbst

Zum Glück vergisst der Mensch schnell. Der Redakteur auch. Erst als ich auf dem wenig nachgiebigen Sattel platzgenommen hatte, erinnerte sich erst mein Hintern und dann der Rest an die Fahrt vor einem Jahr. Denn der Höcke-Ergo-Race 2018 war mein zweiter.
Bei meiner euphorischen Zusage, wieder in die Pedale zu treten, hatte ich das irgendwie verdrängt. Nun kam die Erinnerung zurück und das Ziel war klar, besser abschneiden als 2017. Zur Motivation spielte Bernd Höcke meine Fahrtaufzeichnung von 2017 ein, so dass ich die gesamten 16:07 Minuten immer sehen konnte, wo ich vor Jahresfrist fuhr. Die gute Nachricht: Ich habe mich selbst geschlagen. Die schlechte Nachricht: Offenbar hat das die Mehrheit der Teilnehmer auch geschafft. Zumindest habe ich mich unter Aufbietung aller Kräfte zeitungsintern vorn platzieren können. Der Preis: meine Oberschenkelmuskeln stellten nach der Zielankunft für knapp zehn Minuten den Dienst ein, Schritte waren nicht mehr möglich. Spätfolgen gab es zum Glück keine. Und wenn ich 2019 wieder vor der Teilnahme-Entscheidung stehe, erinnere ich mich wahrscheinlich ohnehin nur noch an die schöne Weihnachtsdeko im Radhaus Höcke.
Sebastian Stöber
 

Luft nach oben fürs nächste Jahr
Anstrengend, anstrengend und nochmal anstrengend! Diese Worte bringen meine Erfahrung bei der ERGO Race deutlich auf den Punkt. Zum ersten Mal ging ich bei der Challenge an den Start und das mit wirklich anspruchsvollen Erwartungen. Immerhin konnte ich meinen Kollegen im letzten Jahr bereits dabei zusehen, wie sie sich auf dem Rad abkämpften. Und Fahrradfahren gehört ohnehin definitiv zu den Sportarten, die mir nicht so gut liegen. Trotzdem hatte ich meine Fitness ein wenig zu hoch eingeschätzt und mich zwischenzeitlich mehrmals gefragt, wann ich endlich im Ziel ankomme. Doch nach 20 Minuten war das Ganze – zum Glück! – vorbei. Mit dieser Zeit bin ich zwar nicht wirklich zufrieden, aber für den guten Zweck hat sich der Einsatz allemal gelohnt. Und zumindest habe ich fürs nächste Jahr noch viel Luft nach oben.
Elisa Perz

 
Auch für den Laien eine Empfehlung
Mir schwante ja wirklich schon Übles, als ich das Radhaus Höcke betreten habe und meine keuchenden und schwitzenden Kollegen gesehen habe. Da ich nicht gerade der begnadetste Radfahrer bin sondern auf dem Drahtesel nur kurze Strecken zurücklege, dachte ich schon, ich kipp gleich vom Sattel. Umso überraschter war ich dann aber, als ich die 8,3 Kilometer doch (einigermaßen) locker hinter mich bringen konnte. Zwar jetzt nicht in der allerbesten Zeit, doch für meine bescheidenen Verhältnisse reichte die locker aus. Mein Fazit also: Eine echt launige Erfahrung, die man auch Nicht-Profi-Radsportlern ans Herz legen kann.
Nick Leukhardt
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