Montag, 27. Mai 2019
Donnerstag, 27. Dezember 2018

NORDSACHSEN

"Wir gehen in die richtige Richtung"

Die grünen Flächen kennzeichnen die besten 50 Landkreise und kreisfreien Städte, die roten die schlechtesten.Foto: Quelle: Focus Money

von unserer Volontärin Elisa Perz

Nordsachsen. Der Landkreis Nordsachsen hat sich beim diesjährigen Landkreis-Ranking von Focus Money um 13 Plätze verbessert, liegt aber trotzdem noch deutlich im hinteren Bereich.

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Um 13 Plätze hat sich Nordsachsen beim Landkreis-Ranking des Wirtschaftsmagazins Focus-Money nach vorne gekämpft. Bereits zum 16. Mal wurde dabei die Wirtschaftskraft der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland verglichen. Während Nordsachsen im letzten Jahr noch Rang 343 von insgesamt 375 belegte, befindet er sich 2018 auf der 330. Position.
„Stillstand ist der Tod – das hat Herbert Grönemeyer bereits gesungen. Deswegen ist das Ergebnis eher ein Ansporn, ohne dabei das Ranking überbewerten zu wollen“, kommentiert Landrat Kai Emanuel das Ergebnis. Er hatte schon im letzten Jahr zu verstehen gegeben, dass derartige Tests seiner Meinung nach eher subjektiv zu bewerten seien und nicht immer die Realität widerspiegeln. „Festhalten können wir, dass wir uns erneut verbessert haben. Wir gehen also in die richtige Richtung.“

Deutliches „Plus“beim BIP

Zurückzuführen ist die Verbesserung vor allem auf das Bruttoinlandsprodukt, das zu einem der sieben Kriterien zählt, die bei dem Ranking berücksichtigt wurden (siehe Infokasten). Die Punkteanzahl des BIP hat sich im Vergleich zu 2017 um mehr als die Hälfte verringert. Das ist in diesem Fall ein gutes Zeichen, da bei dem Test der mit den wenigsten Punkten gewinnt.

„Das ist ein Indiz für die gute Wirtschaftspolitik der Unternehmen“, freut sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt über das „Plus“, das Nordsachsen auch bei der Bruttowertschöpfung und der Bevölkerung verbuchen konnte. „Die Verbesserung des Landkreises bei dem Ranking zeigt, dass die Investitionen in die Infrastruktur, die Unterstützung des ÖPNV und die Fachkräftestrategie erste Früchte getragen haben. Diese gilt es in den nächsten Jahren weiter zu optimieren. Besonders der Glasfaserausbau sollte nun zügig vorangehen“, fügt Wendt hinzu.

Jener Ausbau ist auch für den Landrat eine der wichtigen Aufgaben Nordsachsens: „Mit dem Breitband-Ausbau bis 2020 investieren wir maßgeblich in die Infrastruktur des Landkreises. Dabei geht es nicht darum, in einem Ranking zu punkten, sondern vor Ort Rahmenbedingungen zu schaffen, die zukünftig unerlässlich sein werden. Dazu zählen auch die Projekte GlasCampus und die Verkehrsachse MILAU. Wir wollen gesund wachsen, bauen auf den Mittelstand.“ Wachstum funktioniere eben nicht Spitz auf Knopf.

Bayern und Baden-Württemberg vorn

Auf den vorderen Rängen sind wie in den Jahren zuvor vor allem Landkreise und kreisfreie Städte aus Bayern und Baden-Württemberg zu finden, allein 43 unter den ersten 50. Am besten schnitt der im östlichen Umland von München gelegene Landkreis Ebersberg ab, der sich dadurch bereits zum dritten Mal den Sieg holt und das obwohl er es in den einzelnen Kategorien  lediglich bei der Erwerbstätigenanzahl unter die Top-10 schaffte. Allerdings sei Ebersberg in der Breite sehr solide platziert, so das Urteil der Fachleute von Focus-Money. „Eine gesunde Mischung aus leistungsfähigen Handwerksbetrieben und innovativem Mittelstand zeichnet die dortige Wirtschaft aus.“

Auf den Plätzen zwei und drei folgen der bayerische Kreis Pfaffenhofen an der Ilm und der Vorjahressieger Böblingen aus Baden-Württemberg, der unter anderem Torgaus Partnerstadt Sindelfingen beherbergt. Die im Osten von Deutschland befindlichen Landkreise und kreisfreien Städte tauchen hingegen vorrangig am Ende der Ergebnisliste auf. Ganze 31 siedeln sich unter den letzten 50 Rängen an. Neben Nordsachsen zählen dazu auch dessen Nachbarkreise Mittelsachsen (Postion 337), Wittenberg (335,5) und Elbe-Elster (355). Die kreisfreie Stadt Leipzig (145) sowie die Landkreise Leipzig (174), Meißen (253), Saalekreis (254) und Anhalt-Bitterfeld (296) haben im Gegensatz dazu teils deutlich bessere Platzierungen erreicht.


 

So funktioniert das Landkreis-Ranking:

Bei dem Test wird die Wirtschaftskraft der Landkreise und kreisfreien Städte anhand folgender Kriterien verglichen:

•    Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt, bezogen auf alle Erwerbspersonen
•    Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in jeweiligen Preisen zum Vorjahr
•    Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen je Erwerbstätigen
•    verfügbares Einkommen privater Haushalte je Einwohner
•    Veränderung der Erwerbstätigenzahl zum Vorjahr
•    Investitionen im verarbeitenden Gewerbe je Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe
•    Veränderung der Bevölkerungszahl zum Vorjahr

Für jedes Kriterium wurden drei Kennziffern zur Bewertung herangezogen, die den aktuellen Stand, die längerfristige Entwicklung und die Entwicklungsdynamik widerspiegeln:
 
•    der jeweils aktuellste Jahreswert
•    der Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre
•    die durchschnittliche jährliche Veränderung über die vergangenen fünf Jahre
    
Die Daten stammen von den Statistischen Landesämtern und der Bundesagentur für Arbeit und geben den neuesten verfügbaren Stand wieder. Die Basisjahre für den vorliegenden Vergleich waren entsprechend die Jahre 2013 bis 2017 für Bevölkerungsentwicklung (hier nur bis Q3/2017) und Arbeitslosenquote und 2012 bis 2016 für die übrigen Kennziffern.

Für jede Kennziffer innerhalb eines Kriteriums wurde zunächst eine Rangreihe aller Kreise und Städte gebildet. Anschließend wurden die Platzziffern addiert, wobei die Platzziffer des 5-Jahres-Durchschnitts mit 50 Prozent und die Platzziffern des aktuellen Jahreswerts und des Entwicklungswerts mit je 25 Prozent gewichtet wurden. Für das Gesamtranking wurden die so ermittelten Punktzahlen für jedes Kriterium mit einheitlicher Gewichtung addiert. Gesamtsieger ist folglich der Kreis mit der geringsten Punktzahl.

Insgesamt umfasst das Ranking 375 Landkreise und Städte. Für 26 Regionen lagen nicht in allen Bereichen vollständige Daten vor.

 


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