Donnerstag, 20. Juni 2019
Montag, 7. Januar 2019

BELGERN-SCHILDAU

Vom Tauf- zum Meilenstein

Der gerissene Taufstein wurde in Dresden aufgearbeitet.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Lausa. Da steht er nun - grünlich, gelblich, schick. Der sanierte Taufstein soll für die Lausaer Kirche nicht der letzte Meilenstein gewesen sein.

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Das wär’s gewesen. Nicht nur für Professor Heiko Reintzsch, der im vergangenen Jahr beim Gastspiel der Torgauer Sängerakademie in der vollbesetzten Lausaer Kirche zum Orgelspiel ansetzte, mitten im Spiel jedoch abbrechen musste. Das Musikinstrument ist einfach in die Jahre gekommen. Spielbar? Na ja, wenn’s denn unbedingt sein muss. Diesmal verhinderte jedoch die von den vielen Besuchern herrührende Luftfeuchtigkeit einen meisterlichen Musikgenuss.

Blick auf die Beleuchtung

Die Orgelproblematik kennt nicht zuletzt auch Detlev Goldbach. Kein Musiker, sondern Diplom-Ingenieur. Er begleitet seit Jahren die Sanierungs- und Restaurationsarbeiten in und an dem denkmalgeschützten Gotteshaus. Vom durchlöcherten Gestühl oder einem Schwammbefall erzählt mittlerweile nur noch die Chronik. Aktuell sind die Blicke auf die Umsetzung eines Beleuchtungskonzepts gerichtet, für dessen Finanzierung der Förderverein der Kirche stolze 30000 Euro bereitstellt. Nach Angabe von Vereinsvorstand Sybille Rasenberger werde der Verein somit etwa 55000 Euro zur Sanierung und Restaurierung beitragen. Viel Geld, das vor allem durch Konzerte und Spenden eingenommen werden konnte.

Für Rasenberger, selbst seit einem Jahr im Ruhestand, war der gestrige Tag eine Premiere: Im Zuge der Diskussion um eine offene Kirche ist ihr mittlerweile ein Schlüssel ausgehändigt worden, um bei Bedarf Besuchern die Kirchentür öffnen zu können. TZ-Redakteur Christian Wendt war gestern der erste, der ihre „Schlüsselnummer“ wählte. Nicht ohne Grund, denn bereits im November war der aufgearbeitete Taufstein aus einer Dresdener Werkstatt in voller Farbenpracht nach Lausa zurückgekehrt. Gemeinsam mit dem restaurierten Altar gibt er Zeugnis darüber, welch große Fortschritte in Lausa erreicht worden sind. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung trägt die Kosten für beide Projekte zu 100 Prozent. Dem noch nicht genug, flatterte kurz vor dem Jahreswechsel ein weiterer Bescheid nach Lausa: Noch einmal wird Geld für die Aufarbeitung zweier Pastorenbilder sowie eines Kruzifix zugesagt, dessen künftiger Standort nach Angabe von Detlev Goldbach wohl über der Tür in der Sakristei sein werde. Die Gesamtsumme, mit der die Stiftung Lausa bedenkt, liegt somit bei 65000 Euro.

Begasung

„Was hier in den vergangenen drei, vier Jahren alles erreicht wurde, ist großartig“, sprach Goldbach im Gespräch mit der Heimatzeitung sogar von einem Meilenstein. Kein Vergleich mehr zu dem, was Experten noch zu Beginn vor enorme Probleme stellte. Vor allem der Feuchtigkeit konnte erfolgreich zuleibe gerückt werden. Die Trockenlegung von Mauern und eine Lüftungsanlage machen fortan auch dem Holzwurm zu schaffen. Und dennoch wird aktuell über ein weiteres Großvorhaben nachgedacht: die Begasung der Kirche, weil auf der Süd-Ost-Seite im Chorraum neuer Befall festgestellt wurde. Erste Kostenschätzungen hierfür belaufen sich auf stolze 25000 Euro. Warum so viel? „Wir haben das Problem der durchlässigen Holzkassettendecke“, erläuterte Goldbach. Gelingt es nicht, diese für eine Begasung mit Blausäure von oben abzudichten, bleibe nur die komplette Verhüllung der Kirche. Und noch zwei weitere Probleme – diesmal ganz natürlich – erschweren den Einsatz von Blausäure. Wie Goldbach erläuterte sei neben dem Holzwurm auch der Blaue Fellkäfer in der Kirche nachgewiesen worden. Ausgerechnet dieser ist ein natürlicher Feind des Holzwurms. Blausäure unterscheide aber nicht zwischen Gut und Böse. Auch die Belange einer besonders schützenswerten Fledermauskolonie sind in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung.

Gespannt wartet daher auch Sybille Rasenberger, wie die Entscheidung der Fachleute ausgehen wird. Voller stolz blickte sie gestern in das Rund der Dorfkirche. Nur ein Kronleuchter sorgt hier bislang für Licht. „Es wird Zeit, dass sich auch dies ändert“, meint Rasenberger.

 

Zusammenfassung der bisherigen Bauarbeiten an der Kirche seit der Gründung des Fördervereins im Januar 2014:

• Notsanierung einschl. Geländearbeiten im Außenbereich, um die Nässe einzudämmen

• Beseitigung des Schwammbefalls an der Nordseite

• neue Fenster mit automatischer Fensterlüftung

• Reparatur der Glocken

• neuer Anstrich der Innenwände mit teilweiser Freilegung alter Malerei

• Holzdeckenrestaurierung

• Aufarbeitung des Gestühls, der Kirchentüren und Emporen

• Restaurierung des Altars und des Taufbeckens

• noch offene Arbeiten teilweise in Arbeit

• Restaurierung zweier Pastorenbilder und des Kruzifix – Mittel sind zugesagt

• Beleuchtungskonzept – Kosten von etwa 30000 Euro übernimmt der Verein, Spenden sind eingeworben

• Restaurierung der Orgel (Kosten lt. Gutachten 10000 bis 15000 Euro), Finanzierung noch unklar, Verein hat Unterstützung zugesagt. Deshalb wird der Verein durch die in 2019 geplanten Konzerte weitere Spenden einwerben. Er freut sich darüberhinaus über Spenden aller Mitglieder und Freunde der Kirche.


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