Mittwoch, 16. Oktober 2019
Freitag, 21. Dezember 2018

TORGAU

Bund sagt Förderung zu

Foto: TZ/C. Wendt

Von TZ-Redakteur Christian Wendt / Presseinfo

Torgau. Diese Meldung hatte offensichtlich auch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten überrascht: Wie die Torgauer Zeitung bereits am 13. Dezember meldete, hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters über die diesjährigen Förderanträge nach der Gedenkstättenkonzeption des Bundes entschieden.

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Dabei spielt auch das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Torgau eine gewichtige Rolle. Erst im Laufe des gleichen Tages hatte dann auch die Stiftung – ebenso per Pressemitteilung – auf die freudige Nachricht aus  Berlin reagiert.

Auf der Grundlage der Empfehlungen eines fachlich beratenden Expertengremiums sollen nach Angabe von Ministerin Grütters drei Projekte zur historischen Aufarbeitung durch den Bund gefördert werden. Dabei handelt es sich um die Neukonzeption der ständigen Ausstellung des DIZ Torgau durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten, die Erstellung einer Wanderausstellung zum Thema „Das Reichskriegsgericht – Justiz im Einsatz zur Kriegssicherung und zur Bekämpfung des europäischen Widerstands 1939-1945“ durch die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und die Neukonzeption und Umsetzung einer ständigen Ausstellung in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden durch den Verein „Erkenntnis durch Erinnerung.

Verständlich, dass an der Elbe – in Torgau wie auch in Dresden – die Sektkorken geknallt haben müssen. Seit langem wird hier über eine Neukonzeption der von Experten als zu textlastig beschriebenen DIZ-Ausstellung gesprochen.

Zuletzt hatte die Torgauer Zeitung Mitte Juli dieses Jahres über den Stand der Vorbereitungen berichtet. Damals sprach Dr. Julia Spohr von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten von einem Meilenstein, auf den man sich mit Blick auf die neue Dauerausstellung geeinigt habe. Dem vorangegangen waren insgesamt vier Workshops, bei denen auch der Torgauer Brückenkopf als mögliche Herberge für das DIZ im Gespräch war. Zugegeben zwar recht zaghaft, doch immerhin. Am Ende wurde diese Überlegung indes verworfen. DIZ-Sitz ist und bleibt Schloss Hartenfels.

Die Kosten für die Neukonzeption wurden nach den Workshops vorsichtig auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt.

Noch vorsichtiger war man gegenüber der Torgauer Zeitung mit der Angabe der Zeitschiene für die Umgestaltung. Schließlich hing alles an der Förderzusage des Bundes. Die von Spohr angepeilte Zielmarke für die Eröffnung sollte das Jahr 2020 sein. Wenn’s klappt, sogar der symbolträchtige 1. September. Hintergrund: Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.

„Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten freut sich über die Zusage der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die grundlegende Neugestaltung der Dauerausstellung des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) Torgau zu fördern. Zusammen mit der Förderung durch den Freistaat Sachsen stehen damit Mittel von bis zu 900000 Euro zur Verfügung, um in den beiden nächsten Jahren eine zeitgemäße und attraktive neue Ausstellung zu erarbeiten“, heißt es nun von Seiten der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters habe hervorgehoben, dass die durch ihr Amt geförderten Projekte „mit wissenschaftlich fundierten Konzepten und innovativen Ansätzen neue Formen lebendiger und eindringlicher Vermittlung entwickeln“. Auf diese Weise könne „ein möglichst breites Publikum für die Auseinandersetzung mit der Geschichte“ gewonnen werden.

Inhaltlich werde die neue Ausstellung des DIZ Torgau den Schwerpunkt auf das Thema der nationalsozialistischen Militärjustiz legen. Dabei vernachlässige sie jedoch nicht das nach 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht und der SED-Diktatur verübte Unrecht in den Torgauer Gefängnissen und Lagern.

Torgau war im Zweiten Weltkrieg ein Zentrum der Wehrmachtjustiz. Zwei Wehrmachtgefängnisse waren in der Stadt eingerichtet, zudem zog 1943 mit dem Reichskriegsgericht das oberste militärische Gericht nach Torgau. An kaum einem anderen Erinnerungsort kann die Geschichte der Wehrmachtjustiz deshalb so vertieft dargestellt werden wie in Torgau. Im Mittelpunkt der Ausstellung werden die Schicksale der Inhaftierten stehen, aber auch die Täter, die Organisationsstrukturen, die rechtlichen Grundlagen und die Aufarbeitung des Unrechts nach 1945 werden thematisiert.

Insbesondere soll in der neugestalteten Ausstellung die europaweite Bedeutung des Wirkens der Wehrmachtjustiz in Torgau betont werden: Viele ausländische Häftlinge – Soldaten wie Zivilisten – waren in den Torgauer Wehrmachtgefängnissen inhaftiert; Soldaten wurden von dort aus in Straf- und Bewährungseinsatze in die Frontgebiete in ganz Europa verschickt. Die Geschichte der Wehrmachtjustiz in Torgau ist deshalb auch eine europäische Geschichte.


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