Mittwoch, 21. August 2019
Donnerstag, 17. Januar 2019

TORGAU

Hofmanns kegeln und leben ihr Liebe "Dynamo"

Die KSV-Kegler vor dem Dynamo-Bus.Foto: privat

Von Norbert Töpfer

Kegeln und Fussball sind zwei Sportarten, die rein von den Sportgeräten her gar nicht zusammen passen. Dennoch haben sich die Hofmanns sowohl dem Kegeln als auch dem Fussball verschrieben.

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Karsten Hofmann und seine Frau Constanze Dietz-Hofmann pflegen gleich zwei sportliche Hobbys: Erstens kegeln sie leidenschaftlich im KSV 2010 Torgau und zweitens sind die Staupitzer seit Jahren glühende Fans des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden. Da beide beruflich als selbstständige Unternehmer tätig sind und Karsten zudem Pendler nach Meißen ist, gehört schon viel Energie dazu, beide sportliche Leidenschaften zu pflegen. TZ sprach mit Karsten Hofmann (53) über die Freuden und „Probleme“, die das Ehepaar erlebt.  
TZ: Was passiert, wenn sich Ihre Kegelansetzungen mit den Ansetzungen Ihrer heißgeliebten Dynamos überschneiden?
Karsten Hofmann:
Dann versuchen wir zunächst, unsere Kegel-Ansetzungen zu verlegen. Das ist meistens kein Problem. Wenn das nicht funktioniert, hat Kegeln den Vorrang.
Sie kegeln beide?
Ja. Meine Frau ist im Frauen-Team des KSV 2010 Torgau aktiv, das in der Kreisliga spielt. Ich spiele mit der Männer-Mannschaft in der 2. Bezirksliga, wo wir um den Klassenerhalt kämpfen. Zu diesem Team gehört auch unser Sohn Martin.
Wie lange sind sie schon Dynamo-Fan?
Ich bin seit 1981 Dynamo treu, habe viele Höhen und Tiefen mit dem Klub erlebt. Ich bin in DDR-Zeiten sogar mit dem Moped zu den Spielen ins Rudolf-Harbig-Stadion gefahren.
Die Frauen- und Männer-Teams des KSV 2010 spielen in Schwarz-Gelb, Zufall?
Nein. Das haben wir bei unserer Gründung so beschlossen, weil wir viele Dynamo-Fans in den Mannschaften haben. Bei den Frauen ist das neben meiner Frau Gina Schönert, die Freundin unseres Sohnes. Die Männer sind Mike Barth und Eckard Licht. Dazu kommen mein Sohn Martin und ich. Thomas Landes ist auch Fußball-Fan, sein Herz schlägt allerdings für Lok Leipzig. Hendrik Lutzmann und Thomas Richter fahren manchmal mit zu Dynamo, letzterer ist aber eigentlich Fan von Werder Bremen. Zu unserer Kegel-Mannschaft gehören noch Jens Reiche und José Rodriguez, die sich aber nicht für Fußball interessieren. Bei unseren Touren nach Dresden sind auch noch einige Freunde dabei. Sie sind aber keine aktiven Kegler.
Wie fahren Sie nach Dresden?
Ganz normal mit dem Pkw, manchmal auch mit dem Zug.
Wie Ihre Frau haben Sie ja lange Arbeitszeiten, Sie sind auch noch Pendler, dazu die Hobbys Kegeln und Dynamo, wie bewältigen Sie das?
Wir müssen uns die Zeit gut einteilen. Ich gehe morgens gegen 8 Uhr aus dem Haus und bin kaum vor 20 Uhr zu Hause. Sonnabends erledige ich oft Schreibtischarbeit für die Firma. Da wird es manchmal knapp.
Warum?
Die zweite Bundesliga beginnt sonnabends schon 13.30 Uhr. Da müssen wir 10.30 Uhr losfahren wegen des Andrangs vor dem Stadion, das ja meistens ausverkauft ist. Aber das nehmen wir gern in Kauf, denn die Stimmung im umgebauten Stadion ist deutschlandweit kaum zu toppen. Wir haben immer Lust, nach Dresden zu fahren. Sogar bei -17 Grad waren wir schon im Stadion dabei...
Mit warmen Unterhosen und dicken Sitzkissen…
Was soll das. Richtige Dynamo-Fans brauchen keine Sitzkissen. Wir hüpfen 90 Minuten lang auf den Rängen. Dann hält man solche Temperaturen aus. Leute, die Sitzkissen benutzen, sind für uns „Spießer“.
Hut ab. Das muss man erstmal schaffen. Apropos schaffen, begleiten Sie Ihre Dynamos auch auswärts?
Manchmal. Wir waren mehrmals in der Allianz-Arena von München, als die Dresdner gegen 1860 gespielt haben. Das war ein echtes Highlight. Außerdem waren wir beispielsweise schon in Hannover und Braunschweig. Mehrfach haben wir uns Dynamo auch bei Union Berlin und Erzgebirge Aue angesehen. Das sind ja von der Entfernung her fast Heimspiele. Die Stadien der ehemaligen DDR kenne ich natürlich auch alle. Wir haben uns vorgenommen, Dynamo beim Hamburger SV zu unterstützen. Doch es wird schwer werden, für dieses Spiel Karten zu bekommen.
Wie war Ihr Gefühl während des letzten Spiels der vergangenen Saison, als Dynamo zu Hause gegen Union mit 0:1 verlor und fast abgestiegen wäre.
Da haben wir richtig gezittert. Aber wir mussten ja mehrfach schon den Abstieg miterleben. Einmal war ich nach einem der Abstiege der Dresdner derart wütend, dass ich mein Dynamo-Trikot auf dem Grill verbrannt habe. Aber meine Frau und ich haben Dynamo stets die Treue gehalten. Wir sind auch zu vielen Heimspielen in der dritten Liga gefahren.
Wer ist fanatischer, Sie oder Ihre Frau?
Wir sind beide leidenschaftliche Dynamo-Fans. Da nehmen wir uns beide nichts. Am fanatischsten ist unser Sohn (lacht). Wenn Dynamo verloren hat, schaue ich mir das allerdings nicht noch mal im Fernsehen an. Bei einem Sieg sehen wir uns das Spiel gerne noch mal an und genießen es richtig.
Gehören Sie einem Fan-Klub an?
Nein, wir sind Mitglieder von Dynamo. Damit können wir unseren Verein besser unterstützen. Wir müssen dafür zwar Beitrag bezahlen. Doch das tun wir für Dynamo gern. Wir haben auch schon mit Sponsorenleistungen geholfen. Außerdem hat die Mitgliedschaft auch einen Vorteil: Wir haben Vorkaufsrecht bei den Tickets.
Wenn Sie als Paar so glühende Dynamo-Fans sind, können Sie angesichts der Berg- und Talfahrten der Dresdner das Fan-Dasein überhaupt genießen?
Ja. Diese Spiele sind Entspannung für uns, auch wenn der Puls auf 180 geht. Es ist ein Ausgleich für unsere Jobs, die uns voll fordern. Wenn Dynamo gut gespielt hat, kann ich auch mal mit einer Niederlage leben. Ich ärgere mich nur, wenn ich das Gefühl habe, dass die Spieler keine Lust haben.
Zurück zum KSV 2010, wie sieht es mit dem Training fürs Kegeln aus?
Wir trainieren einmal in der Woche in der Kegelanlage am Torgauer „Sanssouci“, der ehemaligen Gaststätte. Wir beginnen mittwochs 17 Uhr. Interessenten sind jederzeit willkommen. Kegeln ist allerdings nicht unsere einzige sportliche Betätigung. Wenn wir es zeitlich schaffen, joggen meine Frau und ich dreimal wöchentlich so sechs bis acht Kilometer.
Sind Sie beim KSV 2010 nur Spieler?
Nein, ich bin Schatzmeister.
Hat der Verein Sorgen?
Ja, wir stehen mit der Männermannschaft im Abstiegskampf. Und uns fehlt der Nachwuchs. Es ist wie bei allen Vereinen: Die meisten Jugendlichen wollen sich heutzutage nicht mehr sportlich bewegen.
Also nur Ärger im Verein?
Nein wir kegeln gerne. Außerdem macht uns unser sportliches Aushängeschild viel Freude.
Wen meinen Sie damit?
Unsere Beate Heinrich. Sie wurde 2016 Deutsche Meisterin und nicht in irgendeiner Altersklasse, sondern bei den Frauen. Und das als Keglerin der Kreisliga. Das war kein Zufall. Die Graditzerin schaffte 2017 Rang fünf und wurde voriges Jahr Dritte. Sie könnte auch in einer viel höheren Liga kegeln, hält uns aber die Treue.

 

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