Samstag, 20. April 2019
Donnerstag, 17. Januar 2019

NORDSACHSEN

Die Eltern haben das letzte Wort

Keine leichte Entscheidung, die Eltern und Kinder da zu treffen haben.Foto: TZ/Eileen Jack; Montage: TZ

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Vor einer schwierigen Entscheidung stehen in den nächsten Wochen die Eltern von gut 350 künftigen Fünftklässlern. Sie müssen festlegen, welchen künftigen Bildungsweg ihre Kinder einschlagen.

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Die Frage ist: Besuchen die Kinder ab dem neuen Schuljahr für die nächsten sechs Jahre eine der vier Oberschulen im Altkreis oder aber das Johann-Walter-Gymnasium? Und diese Entscheidung kann ihnen keiner abnehmen. Lediglich Empfehlungen sprechen Lehrer und Schulleiter aus. Was die Eltern daraus machen, bleibt ihnen ganz allein überlassen. Das haben sowohl Peter Nowack, Schulleiter des Johann-Walter-Gymnasiums in Torgau, als auch Silke Dartsch, Leiterin der Beilroder Oberschule, bei der Versammlung für die Eltern der aktuellen Dritt- und Viertklässler am Dienstagabend in Beilrode noch einmal betont. Vollkommen egal, wie die Bildungsempfehlung zum Halbjahr ausfällt, die Entscheidung über den künftigen Bildungsweg liegt bei den Eltern.
Was die Eltern wollen, zählt
Fakt ist aber, eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium gibt es nur mit einem Notendurchschnitt von 2,0 in den Fächern Mathematik, Deutsch und Sachkunde. Sollten Kinder diesen zum Halbjahr nicht erreichen und deshalb keine Bildungsempfehlung für das Gymnasium bekommen, können sie diese zum Schuljahresende aber immer noch beantragen. Und nicht nur das. Bekommt ein Kind die Bildungsempfehlung für das Gymnasium nicht, hat es die Möglichkeit, mittels eines Tests unter Beweis zu stellen, dass es trotz des fehlenden Notendurchschnitts das Zeug fürs Gymasium hat. Dieser Test erstreckt sich über 60 Minuten und streift alle entscheidenen Fächer. „Er ist eine echte Herausforderung für die Kinder und eine sehr anspruchsvolle Geschichte“, gibt Peter Nowack gegenüber den Eltern zu bedenken. Dem Test, der durch die Lehrer des Gymnasiums ausgewertet wird, folgt ein Beratungsgespräch inklusive einer Empfehlung pro Gymnasium oder aber Oberschule. Aber auch an diese müssen sich die Eltern nicht halten. „Wollen Sie trotz eines eventuell schlechten Testergebnisses und der entsprechenden Empfehlung, doch lieber den Besuch Oberschule zu erwägen, dass Ihr Kind aufs Gymnasium geht, dann nehmen wir Ihr Kind auch“, stelte der JWG-Schulleiter am Dienstagabend klar.
Hat das Kind Freude am Lernen?
Doch nicht nur die Bildungsempfehlung sollte für die Eltern bei ihrer Entscheidungsfindung maßgebend sein. Wichtig ist auch, ob der Sprössling Freude am Lernen hat, ob es ihm leicht fällt, in der Schule mitzukommen und die gestellten Anforderungfen zu erfüllen, er oder sie  zum Beispiel lieber mal ein Buch liest, als im Internet You-Tube zu schauen, ob das Kind gern seine Hausaufgaben erledigt. „Die Grundschullehrer machen es sich nicht leicht, die entsprechende Bildungsempfehlung auszusprechen. Vertrauen sie deren Einschätzung“, appeliert Peter Nowack an die Eltern in Beilrode aber auch alle anderen, die es in diesem oder den nächsten Jahren betrifft. Und noch eines gibt er mit auf den Weg. „Wenn sie wollen, dass Ihr Kind ein Gymnasium besucht, dann schicke sie es so zeitig wie möglich dort hin. Ja, es ist nach jedem Schuljahr möglich zu uns zu wechseln, aber es wird von Jahr zu Jahr schwerer, dann Fuß zu fassen.“ Zudem versuchen Peter Nowack und sein Lehrerteam, die Klassenbildung für die Fünfer auch regional ausgewogen zu gestalten. Heißt, die Beilroder bleiben in der Regel zusammen, die Mockrehnaer ebenso und so weiter. Stößt ein Kind später zum Gymnasium, kann nicht mehr garantiert werden, dass es zu seinen ehemaligen Mitschülern kommt.
Sollten Eltern und Kind nach der Entscheidung für das Gymnasium feststellen, die diese vielleicht doch nicht die Richtige war, ist ein Wechsel zurück an die Oberschule immer möglich. „Und keine Schande“, sagt Peter Nowack. Seine persönliche Marschrichtung als Schulleiter des Johann-Walter-Gymnasium aber ist deutlich. „Wem nach der 10. Klasse der Sprung in die Sekundarstufe gelingt, der soll schlussendlich auch sein Abitur schaffen.“ Und die Zahlen sprechen für Nowacks Einstellung. Im vergangenen Jahr konnte sein Gymnasiums beim Abitur auf einen Bestehensquote von 97,5 Prozent verweisen. „In den drei Jahren zuvor waren es sogar 100 Prozent.“ Er gesteht aber auch, dass von meist vier fünften Klassen, die in der Regel mit Beginn eines neuen Schuljahres eröffnet werden, zum Abitur nur noch drei übrig sind. „Bis dahin verlieren wir tatsächlich eine ganze Klasse und das aus den unterschiedlichsten Gründen“, so Nowack.
Keine Entscheidung für ein Jahr
Auch Beilrodes Oberschul-Leiterin Silke Dartsch appellierte am Dienstagabend an die Eltern, ihre Kinder vor einer Entscheidung sozusagen auf Herz und Nieren zu prüfen. „Wenn es Kindern schwerer fällt, sie zum Beispiel zum Lernen immer wieder erst motiviert werden müssen, dann gehören sie eher auf eine Oberschule“, sagt sie klipp und klar und bittet die Eltern, sich gründlich mit den Klassenleitern der Grundschulen zu beraten, ihnen Vertrauen zu schenken und sich bei den Tagen der offenen Türen in den einzelnen Schulen ein genaueres Bild über diese und die Bildungsangebote zu verschaffen. „Sie fällen hier für ihr Kind keine Entscheidung nur für die fünfte Klasse, sondern für die nächsten sechs bis acht Jahre“, sagte Silke Dartsch. Sie nutzte den Dienstagabend auch, um den Eltern das Lernen in einer Oberschule vorzustellen, ihnen zu verdeutlichen, dass es hier vor allem um einen allgemeine und berufsvorbereitende Bildung geht.

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