Donnerstag, 21. Februar 2019

 
Mittwoch, 30. Januar 2019

TORGAU

Neujahrsempfang mit Überraschungen

Gemeinsam mit den 250 Gästen stieß Romina Barth auf das neue Jahr an. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Auf Einladung der Oberbürgermeisterin fanden sich am Dienstag über 250 Menschen im Rathaus ein. Unter ihnen befand sich auch Frank Kupfer, der eine hochdotierte Überraschung im Gepäck hatte.

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„Happy birthday to you, happy birthday to you“. Auch wenn in den Gesang der Band Soulwalker am Dienstag-Abend niemand der anwesenden Gäste einstimmte, stand drei Personen auf dem Neuejahrsempfang der Oberbürgermeisterin doch die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Denn sowohl Kämmerin Katrin Arndt, als auch Andreas Huth, Geschäftsführer der Torgauer Wohnstätten, und Günter Burkhard von der Torgauer Feuerwehr waren an ihrem Geburtstag der Einladung Romina Barths in Rathaus gefolgt und freuten sich auch über das Ständchen. Das sollte jedoch nicht die größte Überraschung des Abends bleiben.

Torgaus Kämmerin Katrin Arndt wurde von Bettina Klein von der Stadtverwaltung mit einem Geburtstags-Blumenstrauß überrascht.

 

Ein gutes Jahr 2018

„Es nun bereits unser vierter gemeinsamer Neujahrsempfang und für mich ist fast die Halbzeit meiner ersten Amtsperiode erreicht,“ begann Oberbürgermeisterin Romina Barth ihre Neujahrsrede. Sie ließ darin das Jahr 2018 mit der Fertigstellung des Wasserwanderrastplatzes, dem 20-jährigen Bestehen der Sächsischen Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof, den Beschlussfassungen für den Neubau der Kita Käthe Kollwitz sowie den Abriss des Bahnhofs und den ersten vorgenommenen Maßnahmen für die Realisierung der Landesgartenschau Revue passieren.

Den Tag der Sachsen erklärte sie damit nicht nur als Jahreshighlight, sondern als klaren Höhepunkt ihrer gesamten Amtszeit. „Wir, damit meine ich das gesamte Organisationsteam, haben viel Zeit und Kraft zur Vorbereitung des grandiosen Tages der Sachsen investiert. Ein gigantisches Festwochenende für unsere Einwohner und Besucher.“

Und natürlich fanden nicht nur die bereits erreichten Maßnahmen in der Vorbereitung der Landesgartenschau (Laga) ihren Weg in die Rede, sondern auch einen kurzen Ausblick blieb die OBM ihren Zuhörern nicht schuldig. Die Frühblüher-Ausstellung des Laga-Fördervereins im März wurde dabei ebenso gelobt wie die Großveranstaltung selbst. „Die Landesgartenschau wird ein grandioser Erfolg für Torgau, ein Jobkatalysator, eine Perle zur dauerhaften Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität hier in unseren schönen Stadt; und dies für alle Generationen.“

Wie es die Tradition will wurde jeder einzelne Gast von Romina Barth persönlich begrüßt. Auch die bekannte Torgauerin Erdmute Bräunlich war der Einladung der OBM nachgekommen.

 

Der Blick in die Ortsteile

Doch nicht nur Lobeshymnen und Danksagungen fanden ihren Weg in die Rede Barths. Auch weniger positive Apsekte der Stadtentwicklung wurden angesprochen. Sie betonte, dass man auch weiterhin kritisch die Entwicklung der Innenstadt betrachten und Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen müsse. „Kritische und ernste Blicke richtet ich auch nach wie vor auf unseren Stadtteil Nordwest und die steigende Kriminalität und das veränderte Wertebewusstsein und Respektempfinden unserer Gesellschaft.“ Hierbei sprach sie die bereits erfolgten Maßnahmen wie etwa die personelle Umstrukturierung des Ordnungsamtes und die Neuanschaffung eines Polizeibehördenfahrzeuges an und verkündete, man wolle einen „kriminalpräventiven Rat zur Gegensteuerung und Findung weiterer Maßnahmen“ gründen.

„Jetzt habe ich genug über unsere Stadt berichtet. Wagen wir noch einen gekonnten Blick auf unsere liebenswerten Ortsteile“, hieß es außerdem noch. Die verschiedenen Maßnahmen, welche mit den angekündigten 70 000 Euro aus der jährlichen Landespauschale realisiert werden sollen wurden dabei genauso angesprochen wie das Engagement der zahlreichen Ortswehren, die „opfern täglich in ihrer Freizeit für andere Menschen aufopfern. Nicht nur zum Retten, auch in der Absicherung von Naturkatastrophen, Bergungsaktionen, Absicherung von Festveranstaltungen und vieles mehr.“

Zum Abschluss ihrer Rede ließ die OBM außerdem noch das Wort auf die Kommunalwahlen im Mai und die Landtagswahlen im September fallen. „Ich hoffe und wünsche mir, dass in Torgau die Bürgerinnen und Bürger Parteien wählen, die sich für Menschlichkeit, für eine gerechte und solidarische Gesellschaft einsetzen und nach unserer Verfassung und dem Grundgesetz handeln“. Dabei ging sie auch auf den immer rauer werdenden Ton im Internet ein, der „eine neue Form der Aggressivität, gegenseitigen Beleidigungen und Respektlosigkeit“ mitbringe. Unsere gesamte Gesellschaft muss sich wieder mit mehr Respekt und Toleranz begegnen. Vor allem der Respekt vor dem Staat und seinen Regeln gelten für alle Menschen. [...] Wir sollten mehr miteinander und weniger übereinander reden.“

Für die kulturelle Umrahmung des Abends war in diesem Jahr die Döbelner Band Soulwalker verantwortlich. Sängerin Anne und Pianist Timme ernteten für ihre ausdrucksstarke, aber dennoch beruhigende Begleitung des Abends so manches Kompliment.

 

Kupfer lässt die Bombe platzen

Und dann, nachdem die Oberbürgermeisterin ihre Rede beendet und der überschwängliche Applaus der Gäste langsam verklungen war, ließ man die Bombe platzen und bat Frank Kupfer, den ehemaligen Fraktionsführer der CDU im Sächsischen Landtag, auf die Bühne. Dieser hatte nicht nur ein Lächeln im Gesicht, sondern auch eine Ledermappe in der Hand.

„Zur Stadt Torgau gehört auch der Brückenkopf“, führte er in seiner Ansprache aus, in der er auf dessen aktuelle Lage in Bezug auf das undichte Dach und die damit einhergehende Nutzungsproblematik einging. Seine Ansprache zu diesem Thema hatte einen ganz besonderen Grund. Denn Frank Kupfer hatte eine ganz besondere Überraschung im Gepäck: einen Fördermittelbescheid über 1,48 Millionen Euro. Das Geld, welches der Sanierung des Brückenkopfes zu Gute kommen soll, stammt dabei aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Dabei handelt es sich, und das betonte Kupfer noch einmal eingehend, um eine 100-prozentige Förderung ohne Eigenanteil der Kommune. 60 Prozent werden dabei vom Bund, 40 Prozent vom Freistaat getragen.

Mit Freuden übergab Frank Kupfer den Fördermittelbescheid über 1,48 Millionen Euro an Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth.

 

Viermal Engagement geehrt

Nicht nur die Rede der Oberbürgermeisterin gehört zur Tradition des Neujahrsempfanges dazu, sondern auch die Verleihung des Ehrenamtspreises ist ein elementarer Bestandteil. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden die Preisträger jedoch nicht von den Stadtratsfraktionen vorgeschlagen, sondern die Öffentlichkeit durfte Vorschläge einreichen. Als erster des Abends wurde Volker Pfitzner ausgezeichnet und von Klaus Raumschüssel laudatiert. Dieser ging vor allem auf die Rolle Pfitzners als Gründungsmitglied des Weißen Rings in Sachsen ein und betonte auch Pfitzners elementare Rolle bei der Gründung der Torgauer Außenstelle. „Wir danken ihm für sein engagiertes, jahreslanges Wirken“.

Dr. Vera Mehlhorn hielt die Laudatio auf Gabriele Krüger, die sich nicht nur im ambulanten Hospizdienst der Caritas engagiert, sondern auch noch fünf behinderte Menschen betreut, sich um eine Flüchtlingsfamilie aus Eritrea kümmert und jedes Jahr drei Wochen ihre Jahresurlaubs opfert, um nach Malavi zu fliegen und dort als Krankenschwester zu arbeiten.

Ein wahres sportliches Urgestein wurde mit Bernd Karau, dem Präsidenten des SSV 1952 Torgau, ausgezeichnet. „Vereine sind der Kitt der Gesellschaft“, sagte Heiko Trinks in seiner Laudatio. „Und es ist ein tolles Zeichen, dass ich hier heute diese Laudatio auf so einen engagierten Mann halten darf.“

Ebenfalls in einem Verein stark engagiert ist die letzte Preisträgerin des Abends. Renate Neumann  erhielt den Ehrenamtspreis der Stadt für ihre überdurchschnittliche Aufopferung für die Stuapitzer Landfrauen. Laudatorin Bärbel Stein betonte insbesondere, dass Renate Neumann sich nicht nur für ein attraktives Zusammenleben im Dorf einsetze, sondern auch auf die Erhaltung eines schönen Dorfbildes achte. „Renate, ein ganzes Dorf steht hinter dir.“

Gabriele Krüger, Volker Pfitzner, Renate Neumann und Bernd Karau erhielten von der OBM den Ehrenamtspreis überreicht.

 

Der gemütliche, nichtoffizielle Teil des Abends wurde von zahlreichen Akteuren maßgeblich mitgestaltet. So kümmerte sich Heidekoch Philipp Anders um den kulinarischen Teil mit Unterstützung regionaler Produzenten, das KAP war für die kühlen Getränke zuständig und die Rösterei Arabica versorgte die Gäste mit frisch gebrühtem Bohnensaft.

Auch die TZ-Mediengruppe war beim Neujahrsempfang vertreten. Daniela Eichler und Vanessa Bahns verteilten fleißig Sekt, den das Unternehmen gesponsert hatte.

 

Randnotizen

• Insgesamt 20 Liter Popcorn wurden von den Mitarbeitern des KAP Torgau an den Mann gebracht. Auf jedem Tisch standen kleine Eimerchen, die entweder mit süßem oder mit einer vom Heidekoch-Spezial-Gewürzmischung gewürztem Popcorn gefüllt waren.

• Geladen waren insgesamt 383 Gäste, davon kamen über 250 der Einladung nach.

• Bei der Begrüßung konnte die Oberbürgermeisterin gleich zwei Geschenke entgegennehmen. Matthias Schneider Unternehmen Hereford Elbeweiderind übergab ein Bild mit eben jenen Rindern darauf, das Amt für Infrastruktur und Liegenschaften übergab einen Jahreskalender.

• Viel ist zwar vom üppigen Buffet nicht übrig geblieben, die wenigen Reste wurden im Nachhinein aber an bedürftige Menschen gespendet.

• Bis circa 1.30 Uhr wurde im Rathaus gefeiert und gegen 3 Uhr wurde dann der Schlüssel endgültig vom Aufräumteam umgedreht.

• Wohnstätten-Chef Andreas Huth ließ es sich nicht nehmen und gab im Laufe des Abends noch ein Piano-Solo zum besten.

Für Viktoria Arndt samt Klassenkamerad Franz Zöller sowie das Ehepaar Sandra und Stephan Pege war es am Dienstag ein Abend, den sie wohl nicht so schnell vergessen werden. Denn obwohl sich im Normalfall nur die High-Society der Region beim Neujahrsempfang die Hände schüttelt, durften die vier „normalen“ Bürger ebenfalls teilnehmen. Sie hatten auf der Facebook-Seite der Stadt am Gewinnspiel teilgenommen und sich damit die Karten für den besonderen Anlass gesichert.

 

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