Donnerstag, 21. Februar 2019

 
Donnerstag, 31. Januar 2019

TORGAU

Brandschutzerziehung für Klein und Groß

von unserer Volontärin Carolin Stützel

Torgau-Oschatz. Der Kreisfeuerwehrverband Torgau-Oschatz sucht Sponsoren für einen zweiten Brandschutzanhänger. Diesr soll Kindern und Erwachsenen den Brandschutz näher bringen.

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Frank Reichel, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz, hat eine Vereinbarung mit seiner Friseurin: Er lässt sich von ihr alle vier Wochen die Haare schneiden und sie wirft dafür leere Spraydosen nicht mehr weg, sondern sammelt diese für ihn. Was das soll? Der Kreisfeuerwehrverband hat seit Anfang September einen Brandschutzanhänger. Mit seiner Hilfe sollen Kinder, aber auch Erwachsene noch intensiver ans Thema Brandschutz herangeführt werden.

Dazu gehört unter anderen die Gasexplosion, die mit Deo- oder Haarspraydosen gezeigt werden kann. „Beim Neujahrsempfang des Landrates haben die Leute echt gestaunt, wie so eine, eigentlich leere Dose explodiert“, erzählt Reichel. Um vorzuführen, was passiert, wenn eine Spraydose in Brand gerät, wird diese bei den Vorführungen in eine Art Käfig gesteckt und dort mittels einer Gasflamme erhitzt, wobei sie nicht, wie im Ernstfall, durch die Gegend fliegen kann und niemanden gefährdet.

Für den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher gibt es Übungsgeräte. Diese sind keine handelsüblichen Feuerlöscher, welche nur von Fachbetrieben gefüllt und geprüft werden dürfen, sondern können mit Wasser immer wieder aufgefüllt werden. „Als wir den Anhänger beim Tag der Sachsen in Torgau vorgestellt haben, ließen wir Landrat Kai Emanuel nicht an uns vorbei, ohne dass er den Feuerlöscher selbst einmal in die Hand nahm und selbst ausprobierte“, erzählt Reichel grinsend. Mit dem Löscher können die verschiedenen Arten von Lösch-Techniken geübt werden, so zum Beispiel Papierkorbbrände, Motor-, Fahrzeug- und Flächenbrände.

In Koffern befinden sich Streichhölzer, mit denen der sachgerechte Umgang mit dem Feuer geübt werden kann, Telefone zum Üben wie man einen Notruf absetzt, aber auch Bücher, Malhefte, CDs und DVDs, mit denen den Kindern spielerisch die Aufgaben der Feuerwehr und das richtige brandschutzgerechte Verhalten vermittelt werden kann.

In einem so genannten Rauchhaus, welches einem großen Puppenhaus ähnelt, kann man die Rauchentwicklung in einem Wohnhaus beobachten. Wohin zieht der Qualm, wenn in der Küche Essen angebrannt ist? Wohin zieht er, wenn auf dem Wohnzimmertisch ein Adventskranz lichterloh in Flammen steht? Und welchen Unterschied macht es, wenn man Türen und Fenster öffnet oder schließt? All das lässt sich hier gut veranschaulichen.

Doch besitzt der Kreisfeuerwehrverband noch nicht alle Module. Aufgrund dessen werden noch Sponsoren gesucht, um einen zweiten Anhänger finanzieren zu können. In diesem sollen dann vor allem Module enthalten sein, wie zum Beispiel eine große Hüpfburg im Feuerwehr-Design und eine umfangreiche Spielesammlung, um den Kindern den Brandschutz spielerisch nahezubringen Damit kann der Dienst der sechs Kinderfeuerwehren und der 35 Jugendabteilungen im Verbandsgebiet Torgau-Oschatz spannend und abwechslungsreich gestaltet werden.

Doch nicht nur für Fans des Blaulichts ist der Anhänger geeignet. Für Marlen Reichel und ihren Mann Thomas, die die beiden Anhänger ehrenamtlich betreuen, ist die Sache ein Herzensprojekt. Sie wollen auch in Kindertagesstätten und Schulen den Jungen und Mädchen erklären, welchen wichtigen Job die Feuerwehren haben und damit das ein oder andere Kind für eine Mitarbeit in der Jugendfeuerwehr begeistern. Mit dabei haben sie dann auch Feuerwehrhund Florian, eine Handpuppe, die bei der Brandschutzerziehung mitwirkt.
Wer den Anhänger für ein Fest, einen Dienst oder eine Unterrichtsstunde kostenlos zur Verfügung gestellt haben möchte, kontaktiert Marlen Reichel unter 03435 986416 oder einfach per E-Mail an marlenreichel@gmail.com.

Doch das Projekt, das Klein und Groß für den Brandschutz begeistern soll, hat einen ernsten Hintergrund. Im Kreisfeuerwehrverband war im letzten Jahr ein Mitgliederschwund zu verzeichnen. So sind 2018 zwar 14 Kameraden hinzugekommen, doch 83 Kameraden aus den Ortswehren traten aus. Zwar sind noch immer 2118 Kameraden aktiv, doch der Trend geht eher weg vom Ehrenamt. Das liege zum einem am demographischen Wandel, zum anderen aber auch daran, dass Ausbildung und Arbeit es nicht immer ermöglichen, Mitglied einer Feuerwehr zu sein. Besonders im ländlichen Raum macht sich das inzwischen immer stärker bemerkbar. So sei die Alarm- und Ausrückeordnung in der Gemeinde Wermsdorf, in der Frank Reichel aktiv ist, so angepasst worden, dass immer vier Ortswehren gleichzeitig alarmiert werden. Wenn in jedem Ort auch nur drei Kameraden zum Einsatz fahren, ist am Ende auch eine einsatzfähige Gruppe zusammen am Einsatzort, erklärt der langjährige Wehrleiter.
Nachdem für den ersten Brandschutzanhänger erfolgreich Sponsoren gefunden und etwa 30 000 Euro gesammelt wurden, möchte der Kreisfeuerwehrverband es noch einmal versuchen, Sponsoren heranzuziehen und die Sammlung der Brandschutzerziehungsmodule zu vervollständigen.

Die Spender werden mit ihrem Firmenlogo an einer gut sichtbaren Stelle auf dem Anhänger präsentiert. Wie groß die Fläche ist und wieviel dafür bezahlt wird, entscheiden sie selbst. Bei der Einweihung des ersten Brandschutzerziehungsanhängers im September waren Vertreter der Firmen eingeladen, um sich anzuschauen, was mit ihrem Geld gemacht wurde. „Da haben wir unser Geld richtig angelegt“ lautete das Fazit. Sobald das Gefährt angeschafft ist, wird wieder eine gemeinsame Einweihung stattfinden.
„Wir wollen die Sponsoren nicht drängen, eine Werbefläche zu kaufen, sondern wollen, dass sie wirklich aus Überzeugung spenden“, erklärt der Vorsitzende.


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