Samstag, 20. April 2019
Freitag, 1. Februar 2019

TORGAU

Die Schönheitskur steht kurz bevor

Der Brückenkopf wird aktuell zu einem Drittel von der IG Rock genutzt. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. 1,5 Millionen Euro sollen bis 2022 in die Sanierung des Brückenkopfes fließen. Nicht nur die Oberbürgermeisterin freut sich über den Geldsegen, auch die IG Rock ist guter Dinge.

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Es war am Dienstag beim Neujahrsempfang der Oberbürgermeisterin wohl DIE Überraschung des Abends. Frank Kupfer überbrachte einen Fördermittelbescheid über knapp 1,5 Millionen Euro, welcher für die Sanierung des Brückenkopfes eingesetzt werden sollte. Einen Tag später, am Mittwoch-Abend, wurde darüber im Torgauer Verwaltungsausschuss geredet und noch einmal nähere Details zum Projekt enthüllt.

Feuchtigkeit ist ein Problem

„Seit Jahren bemüht sich die Torgauer Stadtverwaltung um finanzielle Unterstützung für die Sanierung und Instandsetzung des Brückenkopfes“, führte Annett Ruben-Stolz, die Leiterin des Planungsamtes der Stadt Torgau, im Ausschuss aus. Bereits seit mehreren Jahren ist das Dach des Gebäudes, welches seit dem 19. Jahrhundert als Kaserne genutzt wurde und heute die IG Rock beheimatet, undicht und hat dementsprechend massive Feuchtigkeitsprobleme. Bereits in der Vergangenheit wurden durch den Verein immer wieder Ausbesserungsarbeiten vorgenommen, die das Problem jedoch nur verzögern und nicht lösen konnten. Besonders durch die Tatsache, dass im Brückenkopf zahlreiche Proberäume und sogar ein Aufnahmestudio mit teurer Technik untergebracht ist, macht die Feuchtigkeitsthematik zu einem akuten Problem, welches man nun nach langer Zeit auch von Seiten der Stadtverwaltung angehen möchte und kann.

Denn wie Amtleiterin Ruben-Stolz im Ausschuss erklärte, sei bislang eine Förderung des Vorhabens über die Städtebaufördermittel oder über Denkmalmittel des Landes und Bundes aus Denkmalschutzprogrammen nicht möglich gewesen. Dies habe sich nun jedoch geändert. Nachdem sich Mitte Juni 2018 Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth zusammen mit Vertretern des Stadtplanungsamts mit dem Referat für Städtebau- und EU-Förderung des Sächsischen Innenministeriums (SMI) getroffen und eine eindringliche Bitte um zusätzliche Finanzhilfen für die Brückenkopf-Sanierung geäußert hatte, wurde die Möglichkeit eröffnet, diese unter einer Bedingung zu erhalten. Die Finanzierung erfolgt „in Verbindung mit der Nutzung als Begegnunsstätte mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen sowie einer Nutzung durch Vereine.“ Dies ist im Brückenkopf aktuell der Fall.

Am 11. Dezember vergangenen Jahres stellte die Stadt Torgau an das SMI einen formlosen Antrag auf zusätzliche Finanzhilfen durch Bund und Land in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Dieser wurde bewilligt und so ging nun bei der Stadtverwaltung ein Bescheid der Sächsischen Aufbaubank ein, der die Bewilligung entsprechender Hilfen in Höhe von insgesamt 1 483 333 Euro bestätigte. Es handelt sich dabei um eine so genannte zweckgebundene Zuweisung, sie darf also nur in die notwendigen Sanierungsarbeiten am Brückenkopf fließen.

Auch wenn der bislang eher trockene Winter der IG Rock keine größeren Probleme beschert hat, ist die Feuchtigkeit im Innern doch bemerkbar. An vielen Stellen bröckelt schon der Putz von den Wänden.

Torgau muss nichts zahlen

Die Förderung der Sanierung erfolgt zu 100 Prozent. Der Bundesanteil beträgt dabei 60 Prozent, der des Landes 40. Die Kommune selbst wird nicht zur Kasse geboten, deren Eigenanteil von eigentlich 10 Prozent wird durch den Freistaat Sachsen ebenfalls übernommen.

Die bewilligten Mittel stehen jedoch nicht alle auf einmal zur Verfügung, sondern werden im Laufe der Zeit ausgeschüttet. So kann die Stadt in den Jahren 2019 und 2020 auf jeweils 445 000 Euro zugreifen, 2021 auf 370 000 Euro und 2022 auf 223 333 Euro. Um diese Zuwendungen zu erhalten, muss nun die Stadt bis Ende April eine sogenannte „Maßnahmebeschreibung mit einer Gesamtkosten- und Finanzierungsaufstellung“ sowie einen genauen Zeitplan der baulichen Umsetzung übergeben. Dies befindet sich aktuell bereits in Arbeit. Außerdem muss bis dahin das so genannte Städtebaufördergebiet „Altstadt Torgau“ um den Brückenkopf erweitert werden. Diese Maßnahme ist schon seit längerer Zeit geplant, wird nun aber endgültig vollzogen.

IG Rock freut sich auf die Fördergelder

Neben Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth, welche die Fördergelder für die Brückenkopf-Sanierung im Ausschuss als ein „Geschenk des Himmels“ bezeichnete, freut sich natürlich auch der Vorsitzende der IG Rock, Michael Kluge, über die Zuwendungen. Kluge ist schon seit vielen Jahren Mitglied der IG Rock und seit vergangenem Jahr auch deren 1. Vorsitzender. In der Jahreshauptversammlung des Vereins in der vergangenen Woche wurde er nun auch wieder an die Spitze gewählt.

„Natürlich haben wir voller Freude und Begeisterung die Nachricht über die bewilligten Mittel und die damit verbundenen dringend notwendigen Sanierungsarbeiten aufgenommen“, sagt er auf Nachfrage der TZ „Der Brückenkopf ist schließlich seit knapp 23 Jahren ständiger Vereinsitz der IG Rock und deren Mitglieder und Freunde stetig auf Instandhaltung bedacht. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass wir nur einen kleinen Teil der Räumlichkeiten bewirtschaften, während etwa zwei Drittel leer stehen und regelrecht vergammeln. Knapp 1,5 Millionen Euro spielen im Vergleich zu unseren bescheidenen Mitteln natürlich in einer ganz anderen Liga der Möglichkeiten. Wir freuen uns und sind gespannt was das alles für den Brückenkopf, aber auch für den Verein bedeutet.“

Nicht nur das von der IG Rock genutzte Drittel des Brückenkopfes soll saniert werden, sondern das Geld soll in das gesamte Gebäude fließen.

 

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