Mittwoch, 21. August 2019
Mittwoch, 6. Februar 2019

TORGAU

10 Jahre als Torgauer - Mehderitzsch zieht Bilanz

Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Mehderitzsch. Im Jahr 2008 wurde die Gemeinde Pflückuff aufgelöst und Torgau erhielt fünf weitere Ortsteile. Die TZ sprach mit Ortsvorsteher Reinhard Schmidt darüber, was das für Mehderitzsch bedeutete.

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Wenn man von Torgau redet, dann denkt man meist nur an das eigentliche Stadtgebiet. Die historische Altstadt, das Gewerbegebiet am Außenring oder das Wohngebiet am Großen Teich. Doch auch die vielen Ortsteile, die man oftmals auf den ersten Blick gar nicht zur Großen Kreisstadt hinzuzählt, sind ein wichtiger Bestandteil Torgaus. Manche davon länger und manche kürzer. Fünf der insgesamt 15 Ortsteile feiern in diesem Jahr ihre zehnjährige Zugehörigkeit zu Torgau, was die TZ zum Anlass nimmt, gemeinsam mit den Ortsvorstehern einmal Bilanz zu ziehen. Als Erster ist der kleine Ortsteil Mehderitzsch an der Reihe, welcher sich ruhig gelegen im Südosten der Elbestadt befindet.

Wie es war

„742 Jahre lang war Mehderitzsch ein selbstständiger Ort“, weiß Reinhard Schmidt. Der 81-Jährige ist der Ortsvorsteher und erinnert sich noch genau an die Zeit, als Mehderitzsch seine Selbstständigkeit verlor. „Das war aber nicht vor zehn, sondern schon vor 25 Jahren. Da wurden wir zusammen mit Beckwitz, Loßwig, Weßnig und Staupitz zur Gemeinde Pflückuff zusammengefasst. Und als diese dann vor 10 Jahren aufgelöst wurde, mussten wir uns dann einer anderen Kommune zuordnen.

Dass Mehderitzsch sich der Elbestadt Torgau zuordnet, stand damals jedoch noch alles andere als fest. Denn auch die beiden Städte Belgern und Schildau, damals noch getrennt, waren im Gespräch. „Es gab in allen fünf Orten eine Bürgerabstimmung, das Ergebnis kennen wir ja alle. Mit dem Jahrewechsel von 2008 auf 2009 wurde Mehderitzsch zu einem Ortsteil von Torgau.“

Ortsvorsteher Reinhard Schmidt vor dem Mehderitzscher Dorfgemeinschaftshaus. Hier wurde in der letzten Dekade nicht nur das Erdgeschoss mit Heimatstube, Versammlungsraum, Bücherei und dem großen Gruppenraum gemalert, möbliert und auf Vordermann gebracht, im Keller entstanden auch noch mehrere Jugendräume.

Wie es ist

Doch ganz so ruckartig, wie es bei den Erzählungen Reinhard Schmidts klingt, war dann die Eingemeindung doch nicht. Denn zur Erleichterung der Mehderitzscher äußerte sich die Zugehörigkeit zur Großen Kreisstadt Torgau in erster Linie durch die Aufschrift auf den Ortsschildern. „Wir bekamen eine 5-jährige Sonderregelung, mit der erst einmal unser Mehderitzscher Ortsrecht weiter geltend blieb.“ Das erlaubte es den Mehderitzschern, sich langsam an die Eingemeindung zu gewöhnen. Außerdem hatten die fünf ehemaligen Pflückuffer Gemeinden das Glück, satte 80 Prozent der sogenannten Hochzeitsprämie, also der Fördergelder des Landes für erfolgreiche Fusionen, für verschiedene Projekte einsetzen zu dürfen.

„Und das haben wir“, entgegnet Reinhard Schmidt schmunzelnd. Zahlreiche Projekte, welche die Mehderitzscher schon lange auf dem Zettel hatten, konnten durch die Hochzeitsprämie  realisiert werden und so war sie nach dem Ende der ersten fünf Jahre auch tatsächlich aufgebraucht. So konnte das Dorfgemeinschaftshaus auf Vordermann gebracht und mit einer Bücherei bestückt werden, die Kindertagesstätte „Elbhasen“ bekam ihre lang verdiente Frischzellenkur, mehrere Spielplätze in Mehderitzsch in Kranichau wurden saniert und auch das Waldbad wurde mithilfe der Hochzeitsprämie noch einmal aufgehübscht. „Das hat damals alles wunderbar funktioniert“, meint Ortsvorsteher Schmidt. „Wenn wir heute Investitionen für das kommende Jahr planen, dann werden die meist verschoben.“ Das beste Beispiel hierfür ist die geplante Sanierung der Fenster am Dorfgemeinschaftshaus. Diese waren bereits 2016 für die Haushaltsplanungen geplant, 2019 soll nun endlich mit den Arbeiten begonnen werden, das Geld dafür kommt aus den 70 000 Euro zur Stärkung des ländlichen Raums.

Auch die Kita Elbhasen profitierte von der „Hochzeitsprämie“ nach der Eingemeindung Mehderitzschs. Sie wurde saniert und bekam neue Spielgeräte.

Wie wird es weitergehen

Doch auch wenn in den letzten zehn Jahren in Mehderitzsch zahlreiche Baustellen beseitigt werden konnten, steht doch nach wie vor einiges auf der Agenda des Ortschaftsrates, der laut Ortsvorsteher Reinhard Schmidt im Mai auch mit einer Verjüngungskur zu rechnen hat. Es sind dabei jedoch weniger konkrete Baustellen, die angegangen werden müssen, sondern vor allem die Organisation innerhalb des Orts soll verbessert werden. „Hier kocht jeder sein eigenes Süppchen, das ist schade. Wir haben hier mit der Feuerwehr, dem FC Elbaue, einer regen Gruppe der Volkssolidarität und dem Heimatverein eine tolle Vereinslandschaft, die jedoch viel zu wenig zusammenarbeiten. Das sollte in Zukunft besser werden.“ Und auch die Mehderitzscher Bevölkerung möchte man in Zukunft besser in die Prozesse des Ortschaftsrates einbeziehen. „Unsere Hauptaufgabe ist es schließlich, im Interesse der Bürger zu handeln.“

Für Reinhard Schmidt, wie auch den gesamten Mehderitzscher Ortschaftsrat ist auch nach zehn Jahren klar: Es war eine gute Entscheidung, sich Torgau anzuschließen. „Wahrscheinlich sogar die beste, die wir hätten treffen können. Ich denke, wir profitieren nicht nur von dem Zusammenschluss mit der Großen Kreisstadt Torgau, sondern wir bereichern sie ebenfalls. Die Hochzeitsprämie hat uns wirklich bei vielen Projekten geholfen und auch die Strukturen der Stadt machen viele Dinge für uns leichter. So haben wir jetzt zum Beispiel einen direkten Ansprechpartner für die Pflegemaßnahmen unserer Grünflächen, was dazu führt, dass es viel besser klappt. Wir sind wirklich zufriedene Torgauer.“

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