Freitag, 22. März 2019
Freitag, 15. Februar 2019

TORGAU

Große Wildschweinschäden im Freizeitpark

Tiefe Löcher haben die Wildschweine auf Peter Schneiders Gelände gegraben. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Peter Schneider ist entsetzt. Die Schwarzkittel haben sich einmal durch das Gelände seiner Sommerrodelbahn am Großen Teich gewühlt und einen enormen Schaden verursacht.

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Es war für Peter Schneider wohl DIE Schreckensnachricht des neuen Jahres. Als der Besitzer des „Freizeitparks Hartenfels Torgau“ vor knapp zwei Wochen sein Gelände betrat, musste er entsetzt feststellen: Hier hatten die Wildschweine gewütet. Der Zeitpunkt dafür ist denkbar ungünstig, steht doch in anderthalb Monaten bereits die Wiedereröffnung im neuen Jahr an.

Schwarzkittel gruben riesige Löcher

Bei dem Blick über das Gelände des Freizeitparks, der neben einer Sommerrodelbahn unter anderem auch eine Minigolfanlage beheimatet, kann sich Peter Schneider nur an den Kopf fassen. Der komplette Weg vom Kassenhäuschen bis zum hinteren Eingang wurde von den Schwarzkitteln umgegraben. Teilweise bis zu 50 Zentimeter sind die Löcher tief, ein problemloses Begehen des Weges dadurch absolut unmöglich. „Dachse, Waschbären, das hatten wir hier in der Vergangenheit ja alles schon auf dem Gelände, das war nie ein großes Problem“, sagt Schneider erbost. „Aber die Wildschweine, die waren jetzt zum ersten Mal da. Eine absolute Katastrophe.“

Denn bis zur Wiedereröffnung Anfang April ist nicht viel Zeit und wie jedes Jahr steht auch nun wieder der Frühjahrsputz auf dem Programm. „Eigentlich haben wir den Februar und März schon komplett mit Arbeitseinsätzen vollgeplant, da hier ja noch klar Schiff gemacht werden muss. Ich habe keine Ahnung, wann wir diese massiven Schäden dann noch beheben sollen. “

Das Zeitliche dabei jedoch nur ein kritischer Aspekt, der Peter Schneider in der Sache große Probleme bereitet. Auch finanziell weiß der Freizeitpark-Betreiber aktuell nicht, wie er die Behebung der Schäden stemmen soll. „Die haben hier so tief gebuddelt, da braucht man richtige Technik für um dem Herr zu werden. Und die habe ich nicht einfach mal so zur Verfügung.“ Von seiner Versicherung kann Schneider keine Hilfe erwarten. Zwar ist das komplette Gelände versichert, jedoch nur auf Elementarschäden. „Hochwasser, Feuer, das alles hätte ich locker erstattet bekommen, aber Wildschwein-Schäden sind nicht mit drin.“

Ein Zaun muss her

Glück im Unglück für Peter Schneider: Die Minigolf-Anlage des Freizeitparks wurde von den Schwarzkitteln verschont. Denn die ist, im Gegensatz zum Park an sich, komplett eingezäunt. Zwar halten auf drei Seiten des Parks Metallzäune Eindringlinge ab, die Südseite ist jedoch ungeschützt. Hier trennt der Schwarze Graben als natürliche Grenze das Gelände von der Außenwelt. „Aber da kommen die Viecher einfach durch. Ohne Probleme. Die Schweine finden immer einen Weg.“ Diese Seite auch noch einzäunen, daran hat Peter Schneider natürlich auch schon gedacht. „Aber wie soll ich das denn bezahlen. Die Einebnung des „Ackers“, den die Schweine hinterlassen haben, reißt schon ein riesiges finanzielles Loch. Wie soll ich mir dann noch so einen Zaun leisten können? Das ist für mich keine Option, zumindest nicht von meinem eigenen Geld.“

Auch direkt neben der Sommerrodelbahn haben die Schwarzkittel gebuddelt.

Hilfe gesucht und gefunden

Doch Peter Schneider hat sich bereits auf die Suche nach Hilfe gemacht.  „Jeder Bauer, der ein Nutztier durch den Wolf verliert, bekommt vom Landratsamt eine Entschädigung. Warum dann nicht auch die Leute mit Wildschweinschäden?“ So hat sich der Freizeitpark-Betreiber in den letzten Wochen daran gemacht, sich mit der Behörde auseinanderzusetzen. Zuerst mit der kommisarischen Ordnungs-Dezernentin Patricia Grothe und Frank Breitfeld , dem Leiter des Ordnungsamtes des Landratsamtes Nordsachsen, danach mit Anke Eckert von der Torgauer Stadtverwaltung. „Das Ordnungsamt der Stadt hat mir genauso wie das des Landkreises zugesichert, sich zumindest einmal mit der Sache zu befassen und zu klären, ob eine Entschädigung möglich ist“, erzählt Schneider voller Hoffnung.

Und tatsächlich. Am vergangenen Donnerstag fand das besagte Treffen im Rathaus statt. Vertreter der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes, des Ordnungsamtes der Stadt  sowie Torgaus Beigeordneter Dr. Lars Fähling, der Vorsitzende des Jagdverbandes Torgau Lutz Czirpka und ein Jagdpächter kamen zusammen, um sich über das weitere Vorgehen in Bezug auf die Wildschweinproblematik auszutauschen. Dabei wurde vor allem darüber beraten, wie man das Schwarzwild zukünftig davon abhalten kann,  in private Grundstücke einzufallen. Eine individuelle Bejagung zur Verringerung des Bestandes, wie sie auch Peter Schneider fordert, wird vorerst nicht in Erwägung gezogen. Als nächsten Schritt soll ein so genanntes Vergrämungsmittel innerhalb der nächsten 14 Tage auf dem Gelände des Hartenfelsstadions, welches in der Vergangenheit ebenfalls schon des Öfteren mit Wildschweinschäden zu kämpfen hatte, und im Freizeitpark aufgebracht werden. Nach zwei Wochen wird dann noch einmal der Erfolg der Maßnahme überprüft.

„Grundstücksbesitzer müssen selbst aktiv mit eigenen Maßnahmen werden, um das Grundstück entsprechend zu schützen“, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. „Hierbei können die Jagdpächter über geeignete Maßnahmen beraten.“ Es heißt außerdem, dass man ein Treffen mit allen betroffenen Grundstücksbesitzern anstrebe, bei dem vor Ort der aktuelle Stand der Grundstückseinfriedung besichtigt werden soll.

Die von Peter Schneider erhoffte Entschädigung kam bei dem Treffen allerdings nicht zur Sprache. Innerhalb der nächsten sechs Wochen muss der Freizeitpark-Betreiber nun also nicht nur den umfänglichen Frühjahrsputz über die Bühne bringen, sondern auch die Wildschwein-Schäden beseitigen. Die Wiedereröffnung zu verschieben steht für ihn nicht zur Debatte. „Ich habe jetzt schon zahlreiche Anmeldungen für das Frühjahr. Ich muss das Problem jetzt irgendwie anpacken und lösen, anders geht es nicht.“

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