Sonntag, 26. Mai 2019
Montag, 18. Februar 2019

TORGAU

Vier-Sterne-Hotel ist nicht abgehakt

Der lange Weg zum 4-Sterne-Hotel

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Torgau. Die Investregion Leipzig und der Tourismusverband Sachsen unterstützen die Stadt Torgau bei der Investorensuche für ein Vier-Sterne-Hotel neben dem Aquavita-Sport- und Freizeitbad.

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Ruhig ist es um die Pläne der Torgauer geworden, in ihrer Stadt ein Vier-Sterne-Hotel anzusiedeln. Zu ruhig, finden viele. Und dabei hatten die ehemalige Oberbürgermeisterin Andreas Staude und Professor Weigel von der Glücksburg-Consulting AG – arbeitete für die Stadt das Tourismuskonzept aus – im Juni 2015 kurz vor der Bürgermeisterwahl verkündet, dass es sowohl einen potentiellen Investor als auch einen möglichen Betreiber für eben dieses Vier-Sterne-Hotel gebe. Gemeinsam mit dem damaligen Staatssekretär Stefan Brangs hatten sich beide an dem Platz von der Torgauer Zeitung ablichten lassen, an dem das Hotel entstehen sollte – auf dem aktuellen Parkplatz neben dem Aquavita.

Nicht abgehakt

Damals hieß es, dass bereits seit Monaten mit dem interessierten Investor und dem wahrscheinlichen Betreiber sowie involvierten Behörden bezüglich der Finanzierung des Projektes verhandelt würde. Das sah nach konkreten Realisierungsplänen aus. Doch geworden ist daraus bisher nichts. „Wir haben das Projekt aber nicht abgehakt“, versicherte jetzt Oberbürgermeisterin Romina Barth auf konkrete Nachfrage der Torgauer Zeitung. Auch der damals gewählte Standort neben dem Aquavita sei für das besagte Hotel immer noch im Gespräch. Gemeinsam mit Renate Mühlner, der Geschäftsführerin der Torgauer Stadtwerke GmbH sucht die Stadt nach einem möglichen Investor. Die Fläche werde extra dafür vorgehalten.Konkret heißt das, die Stadt ist bezüglich des Vier-Sterne-Hotels für Torgau keinen Schritt weiter als vor dreieinhalb Jahren, obwohl die Verwaltung nicht untätig war. Allerdings hatte der damals in Aussicht gestellte Investor offensichtlich kein Interesse mehr an einer Verwirklichung des Projektes. „Er hatte ja nicht endgültig zugesagt, das Hotel zu bauen. Es ging ihm vorerst um eine Prüfung, inwieweit das Hotel für ihn wirtschaftlich wäre. Zu dieser Prüfung aber ist es nicht gekommen“, erklärt Romina Barth die Entwicklungen im Jahr 2015.

Neue Verbündete

Aktuell hat die Stadt neue Verbündete auf dem Weg zur Verwirklichung dieses Wunsches. „Die Investregion Leipzig und der Tourismusverband Sachsen unterstützen uns bei der Suche nach einem Investor“, sagt die Oberbürgermeisterin, schiebt jedoch ein, dass es aktuell wichtigere Projekte gebe. Durch die Vorbereitung der Landesgartenschau seien momentan viele Ressourcen gebunden. „Wir haben so viele Projekte angeschoben. Bis 2022 wird sich einiges verändern in Torgau. Zudem haben Investitionen in Grundschulen, Kindertagesstätten und die Sporthallen aktuell einfach Priorität.“ Anstrengungen zur Verwirklichung der Vier-Sterne-Hotel-Idee sind also nach wie vor da. „Aber unsere Bemühungen um und für andere Projekte sind derzeit deutlich größer und wichtiger“, so die Oberbürgermeisterin.

Was bisher geschah

Die Bestrebungen zum Bau eines Vier-Sterne-Hotel gibt es seit inzwischen reichlich zehn Jahren. Im April 2009 berichtete die Torgauer Zeitung erstmals über ein solches für Torgau. Schon damals wurde die Fläche am Oberhafentor als möglicher Standort ausgewiesen. Hotellier Gerhard Schumann bekundete dazumal Interesse, sowohl als Investor als auch Betreiber in Erscheinung treten zu wollen. Bereits ein Jahr zuvor hatten sich die Stadträte mit einem möglichen Hotel-Projekt beschäftigt, damals noch hinter verschlossenen Türen. Deshalb lagen auch bereits klare Aussagen und Forderungen des Denkmalschutzes und der Naturschutzbehörde zum möglichen Hotelprojekt vor.

Standortfrage

Stadtrat Ulrich Niekler (FWG) regte bereits zu diesem Zeitpunkt die Wahl eines anderen Standortes an – nämlich des heute anvisierten neben dem Aquavita oder aber in der Schlachthofstraße. Fakt war bereits, das Hotel sollte vier Geschosse haben und über 62 Gästezimmer sowie 178 Betten verfügen. Von voraussichtlich 30 Mitarbeitern war die Rede. Ebenso stand fest, dass Küche und Gastronomie zur Vollausstattung gehören ebenso wie Konferenz- und Fitnessräume. Das Projekt schien sehr konkret. Und die Torgauer waren sich einig, ein solch erstklassiges Hotel in der Stadt auch zu benötigen, wie ein Umfrage im Juli 2009 bewies.

Dann war zumindest nach Außen erst einmal gefühlt Funkstille. Erst im Mai 2010 konnte die Torgauer Zeitung von einem Treffen mit einem potentiellen Investor im Rathaus berichten. Damals sei deutlich geworden, dass Torgau ein solches Hotel-Projekt nach wie vor braucht und das dringend. Als Standort wurde immer noch die Fläche neben dem Oberhafentor favorisiert. Hotelier Gerhard Schumann aber war als möglicher Investor aus dem Rennen. Statt dessen informierte das Rathaus über eine Hotelkette als möglichen Investor beziehungsweise Betreiber. Im November des gleichen Jahres sprach der damalige Baudezernent Hartmut von Wantoch von Fortschritten bezüglich der Ansiedlung eines Vier-Sterne-Hotel, präsentierte sogar eine Grafik, die das Hotel am Oberhafentor zeigte.

Nägel mit Köpfen?

Mit dem möglichen Investor hatte die Stadt zu diesem Zeitpunkt mehrfach Gespräch geführt. Nach geforderten Änderungen der angedachten Hotelgestaltung – eine erste Variante hatte die Denkmalschutzbehörde abglehnt – fand die neue Zeichnung auch die Zustimmung der Behörde. Das Hotel sollte einen modernen Kontrast zum historischen Schloss Hartenfels darstellen. „Nach diesem Schritt dürfte nun für den Investor die Auswahl des künftigen Betreibers auf der Agenda stehen. Dafür gibt es wohl drei Interessenten“, schrieb die TZ am 4. November 2010. Vier Wochen später stellte TZ ihn dann vor, den Investor – Hans-Peter Fritsch aus Dresden. Großes hatte er vor, sprach davon, dass bereits im Frühjahr 2012 die ersten Gäste kommen sollten. Die Zimmerzahl betrug in seinen Vorstellungen zwischen 90 und 110. „Wir sind in der finalen Planung“, verkündete Fritsch. Im Januar oder Februar 2011 sollte das Projekt bereits in den zuständigen Ausschuss beziehungsweise in den Stadtrat gehen. Aber daraus wurde nichts. Fritsch verschwand so plötzlich von der Bildfläche, wie er aufgetaucht war. Und es ward  erneut ganz still um das Hotelprojekt. Erst als im Mai 2014 die GLC, die Glücksburg Consulting AG das für die Stadt erstellte  Kultur- und Tourismuskonzept im Stadtrat vorstellte, wurde der Ruf nach einem Vier-Sterne-Hotel für Torgauer wieder hörbar laut.

Aquavita im Spiel

Professor Martin Weigel hob in seinen Ausführungen vor dem Gremium die besondere Bedeutung des Sport- und Freizeitbades Aquavita hervor, dem mit gut 100 000 Besuchern pro Jahr eine wichtige Funktion sowohl für die Einwohner als auch Tagesgäste der Stadt zukäme. „Bei einer Kombination mit einem Hotelneubau in direkter Anbindung könnte es auch ein wichtiger Faktor für Übernachtungsgäste werden“, stellte der Experte in den Raum und sprach damit den Minuspunkt der Stadt an – das fehlende Hotel im gehobenen Segment, sprich ein mindestens Vier-Sterne-Hotel. Und dann plötzlich präsentierte Weigel im Juni 2015 einen vermeintlichen Investor und Betreiber, der aber nie öffentlich auftrat oder benannt wird. Laut Auskunft der Stadt sollte es sich um einen Betreiber handeln, der weltweit 40 Hotels verschiedener Ketten bewirtschaftet – allerdings bis heute nicht in Torgau.

 

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