Dienstag, 16. Juli 2019
Mittwoch, 27. Februar 2019

BELGERN-SCHILDAU

"Ich bin immer noch beeindruckt"

Belgerns Fußballchefin Nicole Reuschel mit DFB-Präsident Reinhard grindel (l.) und SFV-Präsident Hermann Winkler (r.)Foto: privat

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Seite einem reichlichen halben Jahr leitet Nicole Reuschel die Geschicke der Abteilung Fußball beim SV Roland Belgern. Und plötzlich stand sie mittendrin im Amateurfussball.

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Ein aufregendes Wochenende liegt hinter der Belgeraner Fußballchefin Nicole Reuschel. Gerade mal seit einem reichlichen halben Jahr leitet sie die Geschicke der Abteilung Fußball im SV Roland Belgern und wurde nun bereits zum großen Amateurfußball-Kongress nach Kassel eingeladen. Was sie dort erlebte und wie ihr die Erlebnisse bei ihrer Arbeit im Verein weiterhelfen sollen und können, darüber sprach die bis in die Haarspitzen motivierte Abteilungsleiterin mit der Torgauer Zeitung.
TZ: Wie kam es dazu, dass du zu diesem großen Kongress nach Kassel eingeladen wurdest?
Nicole Reuschel:
Ich bin über den Sächsischen Fußballverband eingeladen worden, das war für mich eine große Überraschung und Freude. Und plötzlich stehst du mittendrin im deutschen Amateurfußball.
Du bist seit dem 1. Juni letzten Jahres Abteilungsleiterin der Fußballer in Belgern. Wie hat sich das denn ergeben?
André Fischer, unser Stellvertreter, hatte mich darauf angesprochen und ich habe das für mich gründlich durchdacht. Ich weiß seit meiner Kindheit, was Vereinsarbeit bedeutet. Mein Vater ist in Falkenhain im Verein seit Jahrzehnten sehr aktiv und hat mich immer mitgenommen. Zudem habe ich selbst Fußball gespielt auf Bezirks- und Kreisebene, zuletzt in Belgern. Und mein Mann ist ja ohnehin Fußballfanatiker. Natürlich ist es ein hoher zeitlicher Aufwand, den man hier aufbringen muss. Aber ich dacht mir, warum nicht.
Hast du die Entscheidung schon bereut?
Keineswegs. Es macht wirklich Spaß. Wir sind ein super Team und ich hoffe, dass das auch weiterhin so gut zusammen funktioniert.
Zurück zum Fußballkongress. Wie war das so in Kassel?
Fantastisch. Du musst dir vorstellen, ich bin dort hingekommen, um mich herum gut 300 Leute und du kennst dort keinen. Da habe ich mich erst einmal an den Sächsischen Vertretern orientiert. Der Sächsische Fußballverband ist echt eine klasse Mannschaft. Es war wirklich toll, mal die ganzen Verbandsvertreter persönlich kennenzulernen. Ich konnte dort viele Kontakte knüpfen, die uns als Verein vielleicht doch mal dienlich sein könnten.
Worum ging es bei diesem Kongress denn inhaltlich?
Die offizielle Kernfrage war, wie nah der Deutsche Fußball Bund, der DFB also, an der Basis dran ist, am Amateurfußball, auf den ja eigentlich alles aufbaut. Es ging den Vertretern des DFB darum, zu sehen, wie die Vereine an der Basis, also wir, mit den vorgegebenen Strukturen zurecht kommen, wie wir damit arbeiten, wo der Schuh klemmt und was gut funktioniert. Um das herauszufinden, wurden fünf Workshops zu unterschiedlichen Themen eingerichtet. Und in denen diskutierten dann Vertreter der Vereine, der Landesverbände, des DFB und sogar der Uefa gemeinsam auf Augenhöhe. Davon war ich beeindruckt. In solche Gesprächsrunden kommt man nicht so schnell wieder.
Worüber wurde denn zum Beispiel diskutiert?
Über die unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen die Vereine zu kämpfen haben. Wir aus der ländlichen Region ringen zum Beispiel um Mitglieder, während die städtischen Vereine zum Teil überrannt werden und es schlussendlich an genügend Sportstätten fehlt. Es ging aber auch um die zahlreichen bürokratischen Hürden, die die Vereinsarbeit heute mehr und mehr erschweren, nicht zu vergessen Datenschutz, Haftungsfragen, Finanzen. Auch die Wertschätzung des Ehrenamtes spielte eine enorme Rolle.
Geredet wird ja immer recht viel. Was passiert mit den Ergebnissen der Workshops?
Natürlich wurden konkrete Ergebnisse erzielt. Am Ende jeder Workshop-Phase formulierte jeder Tisch zwei Handlungsempfehlungen zum besprochenen Kernthema. Das DFB-Organisationsteam sammelte und kategorisierte diese. Danach nahm der Kongress per Voting aller Teilnehmer – das funktionierte über eine eigens eingerichtete APP – eine Priorisierung vor. Das Versprechen des Kongresses ist es, mindestens die drei höchsteingestuften Empfehlungen jedes Kernthemas im Rahmen des nächsten Masterplans Amateurfußball konkret anzugehen.
Was hielt der Kongress abgesehen von den Workshops für die Teilnehmer bereit?
Der DFB hatte verschiedene Infostände aufgebaut, an denen wir alle unsere Fragen, die uns schon immer beschäftigt haben, los werden konnten. Zudem gab es zahlreiche sozial- und sportwissenschaftliche Vorträge. In einem ging es zum Beispiel um das veränderte Freizeitverhalten.
Was ist damit konkret gemeint?
Dass unsere Kinder heutzutage viel zu oft die Technik, wie Computer, Handy oder Tablet, der sportlichen Betätigung vorziehen.
Was ist dein persönliches Fazit dieses Wochenendes?
Die vielen Eindrücke, Ideen und Informationen muss ich erst mal sacken lassen. Für mich war das alles neu aber auch sehr spannend und aufregend. Wenn ich höre, dass es in Deutschland aktuell rund 25 000 Fußballvereine mit rund sieben Millionen Kickern gibt, um die sich der DFB als oberstes Organ kümmert. Das ist Wahnsinn. Doch diese Zahlen sind seit einigen Jahren rückläufig. Im Hinblick auf die Euro 2024 muss unbedingt wieder mehr Fußballbegeisterung geschaffen werden. In seiner Abschlussrede hat DFB-Präsident Reinhard Grindel davon gesprochen, wie wichtig derartige Veranstaltungen sind und dass der nächste Amateurfussball-Kongress keine sieben Jahre auf sich warten lassen soll – der letzte war ja bereits 2012. Im Amateurfußball liege so viel Potential, an dem man gemeinsam arbeiten müsse. Ich habe ihm sein tiefes Interesse am Amateurfussball und die Erkenntnis, diesen stärker denn je fördern zu müssen und zu wollen, abgenommen. Gespräch: Eileen Jack

Info:

Themen der Workshops:
+ Vereinsfußball 2024
+ Rahmenbedingungen des Vereinsfußballs
+ Verband 2024
+ Bildung und Qualifizierung 2024
+ Digitalisierung

Für jedes dieser Themen gab es eine Input-Phase mit kurzen Vorträgen und/oder Podiumsrunden, die Impulse für die folgenden Workshops setzte. Die Workshops dauerten jeweils 90 bis 105 Minuten, in diesem Rahmen wurde  – in wechselnden Besetzungen – an Tischen zu je acht Personen diskutiert, wobei gewährleistet war, dass an jedem Tisch Vertreter aller Bereiche – DFB, Landesverbände, Fußballkreise, Vereine – saßen, um miteinander in Austausch zu kommen. Die Themen „Vereinsfußball 2024“ und „Rahmenbedingungen für Vereine“ wurden vom gesamten Kongress behandelt, bei den übrigen drei Themenfeldern (Verband 2024, Bildung/Qualifizierung, Digitalisierung) teilten sich die Teilnehmer am Samstagnachmittag auf.

Wie geht es nach dem Kongress weiter?
Auf Basis der priorisierten Handlungsempfehlungen des Kongresses koordiniert die Steuerungsgruppe Amateurfußball unter Leitung von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth die weiteren Arbeitsprozesse. In vertiefender und enger Einbindung aller Ebenen, insbesondere der in den Kongress involvierten Vereinsvertreter, wird ein Maßnahmenplan entworfen, den die Steuerungsgruppe dem DFB-Bundestag 2019 (26./27. September) zum Beschluss vorlegt und der anschließend bundesweit umgesetzt werden soll.
Quelle: www.sfv-online.de

weitere Infos unter: www.dfb.de/vereinsmitarbeiter/amateurfussballkongress/

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