Mittwoch, 26. Juni 2019
Samstag, 23. Februar 2019

TORGAU

24 Stunden - 24 Unternehmen: Immer für den Notfall gerüstet

Im Schockraum steht dem Team der Rettungsstelle, hier Oberarzt Dr. S. Hartung und Schwester Andrea, eine Vielzahl moderner Ausrüstung zur Verfügung, um Traumapatienten zu untersuchen. Foto: TZ/S. Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Zwei Uhr ist es in der Großen Kreisstadt. In der Christianistraße klingelt das Telefon. Die Rettungsstelle des Kreiskrankenhauses Torgau wird in diesem Moment über einen Notfall informiert.

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Zwei Uhr ist es in der Großen Kreisstadt vor allem eins: sehr ruhig. Die meisten Menschen schlafen. Doch in der Christianistraße klingelt das Telefon. Die Rettungsstelle des Kreiskrankenhauses Torgau wird in diesem Moment informiert, dass ein Rettungswagen mit einem Verletzten Kurs auf das Klinikum genommen hat: Ziel ist die Rettungsstelle.

 

Wichtiger Baustein

 

Das Torgauer Krankenhaus ist ein wichtiger Baustein für die Daseinsfürsorge und damit auch Lebensqualität im ländlichen Raum. Mit einer Kapazität von 230 Betten und einem breit gefächerten Leistungsspektrum stützt es die medizinische Infrastruktur im Landkreis Nordsachsen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die  Rettungsstelle, die sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag besetzt und einsatzbereit ist.

 

Traumazentrum

 

Seit dem Anruf des Notarztes um 2 Uhr sind dort nur wenige Minuten vergangen. Es herrscht geschäftige Betriebsamkeit. Die Abläufe, die nun vonstatten gehen, sind x-mal geübt und noch öfter in der Praxis umgesetzt worden. Denn die Einrichtung ist ein sogenanntes Traumazentrum: Sowohl die technische Ausrüstung als auch die Schulung der Mitarbeiter ist darauf ausgerichtet, schwer- und mehrfachverletzten Personen in höchster Qualität und unter enormem Zeitdruck zu helfen. Denn in Notfällen zählt jede Sekunde.

 

Routiniertes Team

 

„Unser Team besteht aus acht Schwestern und drei Pflegern“, sagt die leitende Schwester Simone. Gemeinsam mit den Ärzten sorgen sie dafür, dass es in der Rettungsstelle rundläuft. In der Zeit von 19.30 Uhr bis 5 Uhr regelt das diensthabende Mitglied ihres Pflegeteams die Abläufe komplett. Dazu gehört auch eine Menge Bürokratie. Sämtliche Verwaltungsarbeit, die in dieser Zeit anfällt: Von der Dokumentation der eingehenden Fälle bis hin zur Registrierung von Geburten, die in der Nacht im Krankenhaus verzeichnet werden. „Wenn es etwas ruhiger wird, kommen noch Aufgaben wie Raumdesinfektion, Materialbestellung und Verfallsdatenüberwachung dazu“, erklärt Schwester Simone.

 

Hochmodern

 

Diese Zeit ist gerade nicht. Die diensthabende Schwester hat inzwischen einen der beiden für die Rettungsstellen-Nacht zuständigen Ärzte informiert, die sich im Haus befinden. „Ein Chirurg und ein Internist stehen immer zum Abruf bereit“, erklärt Schwester Andrea. Sie gehört zu denen, die die meiste Erfahrung in der Rettungsstelle haben. Auch der Schockraum ist vorbereitet, zahlreiche hochmoderne Diagnosegeräte werden gleich helfen, den Zustand des Patienten genau festzustellen. Zum Einsatz kann auch die Traumaspirale kommen – dieses Ganzkörper-CT hilft bei der Suche nach Verletzungen. Die Erstversorgung ist also abgesichert. Stellt sich heraus, dass eine Operation folgen muss, kann das Kreiskrankenhaus Johann Kentmann innerhalb kürzester Zeit ein OP-Team auf die Beinestellen. Dann trifft der Rettungswagen ein und alle machen ihren Job, konzentriert, routiniert, professionell.

 

Professionalität für alle

 

Mit dieser Professionalität können alle Patienten der Rettungsstelle rechnen. Die steht allen Menschen offen, ohne dass zuvor eine Instanz entscheidet, ob ein Notfall vorliegt oder nicht. Dabei gibt es, so die Erfahrungen von Schwester Simone und Schwester Andrea, nichts, was es nicht gibt. Der gebrochene Zeh aus dem häuslichem Umfeld gehört ebenso dazu, wie die etwas dickere Beule am Kopf als Party-Folge oder auch der schmerzende Daumen, der so akut wird, dass sein Besitzer nicht bis zur Öffnung der Hausarztpraxis warten kann. „Zunehmend verzeichnen wir auch psychische Fälle“, sagt Schwester Simone. Wachsend sei auch die Zahl der Patienten, die infolge von Alkohol- und Drogen-Missbrauch in der Rettungsstelle landeten. Dass gerade diese Fälle zu den komplizierteren in der Handhabung gehören, ist nachvollziehbar.

 

Eigene Regeln

 

Doch das Team der Rettungsstelle wird immer mehr auch mit unangemessenem Verhalten vermeintlich „normaler“ Patienten konfrontiert. Grund ist in vielen Fällen das Regelwerk der Abteilung. Chefarzt Dr. Joachim Müller hat es so formuliert und bereits 2007 aushängen lassen: „In einer Rettungsstelle/Notfallambulanz werden, wie es schon aus der Abteilungsbezeichnung hervorgeht, nur Notfälle versorgt. Die Behandlung der Patienten erfolgt demzufolge nicht in der Reihenfolge, sondern der Dringlichkeit folgend.“ Das heißt, nicht wer zuerst kommt, wird zuerst behandelt, sondern, wer am übelsten dran ist. „Leider wollen immer wieder Patienten genau das nicht verstehen“, sagt Schwester Simone. Es gebe deshalb verbale Angriffe auf die Schwestern und Ärzte. Dabei seien die Angehörigen oft schwerer in den Griff zu bekommen, als die Patienten.

 

Dickes Fell nötig

 

„Man braucht schon ein dickes Fell“, weiß Schwester Andrea. Und eine Engelsgeduld beim Erklären. Unter anderem, dass Dr. Google zwar theoretisch alles weiß, praktisch aber keine Hilfe ist. „Es gibt Patienten, die ihre Symptome im Internet nachschlagen und mit riesiger Angst zu uns kommen, weil sie laut Computer an der Schwelle zum Tod stehen“, berichtet Schwester Simone. Was im ersten Augenblick amüsant klingt, ist für den Betroffenen ein Riesenproblem und damit auch für das Personal der Rettungsstelle. Erfahrung helfe, hier klarzukommen oder in Konflikten mit ungeduldigen Patienten zu bestehen, sagt Schwester Andrea. Es gebe aber auch regelmäßige Schulungen.

 

Der ganz normale Tag

 

Der Zwei-Uhr-Unfallpatient ist versorgt, alle anderen nächtlichen Besucher der Rettungsstelle auch. Dort und im übrigen Krankenhaus geht es auf das Tagesgeschäft zu. 4.30 Uhr besorgt der Hol- und Bringdienst die Essenwagen von den Stationen, um diese für die Befüllung mit Frühstück vorzubereiten. 5 Uhr starten Reinigung und Notaufnahme, ab 6 Uhr ist die Küche aktiv. Von 7 Uhr an herrscht auf allen Stationen und in allen Büros Normalbetrieb. Für das Personal der Rettungsstelle bedeutet das, sich neben den Notfällen um die Patienten verschiedener Spezial-Sprechstunden zu kümmern. Auch die OP-Planung liegt beim Team von Schwester Simone, das seine Aufgaben an der Seite der Ärzte auch an diesem Tag wieder mit großer Sorgfalt erfüllen wird. Wie am Tag davor und dem davor.


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