Freitag, 22. März 2019
Freitag, 1. März 2019

TORGAU

Ein Rundgang durchs Hospiz Sankt Josef

Das Torgauer Hospiz Sankt Josef im Röhrweg. Foto: TZ/Sachse

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Bauherr Peter Leuwer, Heimleiterin Gabriele Krüger und Geschäftsführer Michael Süßmilch gaben der TZ zahlreiche Hintergrundinformationen zum neuen Gebäude im Röhrweg.

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Einen genauen Termin, wann die ersten Bewohner in das neue Hospiz im Torgauer Röhrweg einziehen können, gibt es zwar noch nicht, doch lange wird es nicht mehr dauern. Denn dort, wo vor knapp anderthalb Jahren nur eine schnöde Baugrube vorhanden war, steht mittlerweile ein Gebäude, dass sich sehen lassen kann. Der Innenausbau ist in vollem Gange und nimmt mit jedem Tag weiter Form an. Zusammen mit dem Bauherrn Peter Leuwer vom Christlichen Sozialwerk aus Dresden, Michael Süßmilch, dem Geschäftsführer der Sankt Josef Hospiz Torgau ggmbH sowie der zukünftigen Hospizleiterin Gabriele Krüger bekam die TZ bereits eine exklusive Führung durch die Räumlichkeiten und bekam aus erster Hand erklärt, welche Konzepte und Hintergedanken eigentlich hinter all den baulichen Entscheidungen des Hospizes stecken.

 

So ist das Hospiz aufgebaut

Im Grunde lässt sich der komplette Hospizbau in zwei Hälften unterteilen. Dabei ist die rechte Seite für alle Menschen geöffnet und kann ganz einfach besucht werden, die gegenüberliegende Seite bleibt der Öffentlichkeit verschlossen. In der offenen Hälfte sind unter anderem die Räumlichkeiten des ambulanten Hospizdienstes sowie des Palliativnotdienstes der Caritas untergebracht, im Obergeschoss befindet sich außerdem die Hausarztpraxis von Dr. Ina Schmitzer. In der gegenüberliegenden Seite befinden sich in erster Linie die Räumlichkeiten der Bewohner. Acht Bewohnerzimmer mit rund 20 Quadratmetern Fläche sind dort untergebracht, ebenso wie ein großer Aufenthaltsraum mit integrierter Gemeinschaftsküche. Auch die Heimleitung wird ihr Büro in dem abgeschlossenen Teil des Gebäudes beziehen.

 

Der Raum der Stille

Der so genannte Raum der Stille ist das  Herzstück des gesamten Hospizes und auch bautechnisch in der fast genauen Mitte des Gebäudes platziert. Dieser Raum soll die Bewohner dazu einladen, in sich zu kehren, zu beten oder einfach nur mit ihren Gedanken allein zu sein. Der Raum ist im geschlossenen, eingeschossigen Teil des Hospizes untergebracht, hat jedoch einen komplett gläsernen Aufbau welcher wie eine kleiner Turm in die Höhe ragt. Dieser verglaste Aufbau sorgt dafür, dass der Raum der Stille an sonnigen Tagen komplett lichtdurchflutet ist und soll später noch von Glaskünstler Max Uhlig gestaltet werden.

Der 82-Jährige nahm unter anderem auch schon die Gestaltung der Fenster der Magdeburger Johanniskirche vor. Wie Bauherr Peter Leuwer erklärt, sollen durch die bunten Fenster zu verschiedenen Tageszeitungen auch unterschiedliche Lichtstimmungen im Raum der Stille herrschen. „Am Morgen dominieren Rosa- und Rottöne, mittags geht es ins Gelbe und abends wird der Raum dann vor allem in blaue und grüne Töne gehüllt.“ Was dabei, wie auch bei der gesamten Gestaltung des Hospizes wichtig ist, ist die Beziehung von Außen nach Innen und umgekehrt. „Das Tageslicht erhellt dank der großen Fenster jedes einzelne unserer Zimmer. Gleichzeitig wollen wir im Raum der Stille, jedes Mal wenn einer der Bewohner von uns ging, ein Licht entzünden, sodass die Außenwelt sieht, dass jemand unsere Welt verlassen hat.“

 

Tageslicht in jedem Raum       

Die enorm helle Gestaltung der Räumlichkeiten lag der kompletten Planung des Hospizes zugrunde. Überall sind große Fensterscheiben angebracht, sodass man sich immer in einem lichtdurchfluteten Raum befindet. Doch das Licht kommt durch die Scheiben nicht nur von Außen nach Innen, sondern den Bewohnern und Mitarbeitern des Hospizes ist es auch von so ziemlich jedem Raum möglich, ins freie zu gelangen. Jedes der Bewohnerzimmer hat eine eigene kleine Terrasse inklusive Grünfläche und einem Baum angehängt, die direkt durch eine Glastür zu erreichen ist. Und auch die Büros, in denen im Hospiz gearbeitet wird, haben direkten Zugang zur Außenwelt. Hier können ebenfalls einfach große Glastüren geöffnet werden und schon befindet man sich in einem der beiden Innenhöfe, die mit Bäumen, Büschen, Gras und kleinen Wasserspielen bestückt sind.          

 

Mitten im Leben

Genauso viele Gedanken über das WIE wurden sich beim Bau des Hospizes auch über das WO gemacht. Denn für Peter Leuwer und sein Team war von Anfang an klar: Das Hospiz soll nicht irgendwo abgelegen am Stadtrand gebaut werden, sondern mitten ins Leben. Und so hat es nun seinen Platz im Röhrweg zwischen Kita Max und Moritz und dem Rock’n’Roll-Club Ireen gefunden, mit denen man in Zukunft auch interagieren möchte. „Gerade bei der Gestaltung des Parks war es uns wichtig, dass wir ihn nicht nur für uns, sondern für die komplette Nachbarschaft bauen“, erklärt Peter Leuwer. „Von uns aus hätte es auch gar keine Zäune um das Gelände gebraucht. Wir haben hier kein Sterbehaus, wie das Hospiz von bösen Zungen oft genannt wird, sondern einen Ort des Lebens. Und das wollen wir gerne auch mit unseren Nachbarn zelebrieren.“

 

Viele neue Arbeitsplätze

Auch wenn nach wie vor fast täglich Bewerbungen für Arbeit im Hospiz hineinflattern, hat Michael Süßmilch bei der Vorortbegehung doch verraten, dass das Team des Hospizes bereits in Gänze steht. insgesamt 12 Vollzeitstellen wurden für die Betreuung der Bewohner geschaffen, hinzu kommt noch die Verwaltung und zahlreiche andere Mitarbeiter. So sollen es am Ende an die 20 Köpfe sein, die im Torgauer Hospiz Sankt Josef ihrer Arbeit nachgehen. Außerdem wird der Ambulante Hospizdienst, der aktuell noch am Karl-Marx-Platz untergebracht ist, genauso in das Gebäude einziehen wie der Palliativnotdienst, welcher seinen Sitz in der Ritterstraße hat. Und mit Dr. Ina Schmitzer erhält die Torgauer Öffentlichkeit sogar noch einen zusätzlichen Hausarzt.

 

Im ersten Halbjahr wird bezogen

Vom ursprünglichen Plan einer Fertigstellung des Hospizes Anfang 2019 sowie der anschließende Eröffnung im Frühjahr ist man zwar mittlerweile aufgrund diverser Lieferverzögerungen abgewichen, nichtsdestotrotz liegt die Einweihung des Gebäudes in nicht allzu weiter Zukunft. So soll ab März der Innenausbau soweit fortgeschritten sein, dass man mit dem dekorieren beginnen kann und noch im ersten Halbjahr, also wahrscheinlich im Mai oder Juni, soll dann das Gebäude dann offiziell in Betrieb genommen werden. . „Bevor hier die ersten Bewohner dann hier einziehen werden wir auf jeden Fall auch noch einen großen Tag der offenen Tür veranstalten“, versprach Bauherr Peter Leuwer.

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