Freitag, 22. März 2019
Freitag, 1. März 2019

TORGAU

Ohne Torgau wäre vieles nicht möglich gewesen

Ortschronistin Renate Andreas und Herbert Sachse stöbern in den vielen Bänden der Chronik.Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Beckwitz. Die TZ widmet sich dem dritten Ort, der am 1. Januar 20199 nach Torgau eingemeindet wurde. Die Beckwitzer blicken positiv auf die letzten Jahre zurück, ein paar Wünsche haben sie trotzdem noch offen.

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16  Bände umfasst die Ortchronik von Beckwitz. Von 1326 bis 2001 und von 2011 bis zum Jahr 2019 ist darin die Geschichte des Torgauer Ortsteils eingefangen. Renate Andreas kennt viele der hunderten von Seiten, sie hat fast alle Fotos, Zeitungsartikel, Erzählungen von Einwohnern oder Briefe zusammengetragen und abgeheftet. Trotz der zehnjährigen Lücke in der Chronik sind die Erinnerung von Renate Andreas an die dazwischenliegenden Zeit noch immer präsent. Auch die an 2009. Das Jahr, in dem Beckwitz nach Torgau eingemeindet wurde. „Seitdem ist viel vorangegangen. Beckwitz ist ein schönes Dorf, die Vereine arbeiten gut zusammen, die Bewohner stellen viel auf die Beine. Ich kann nur Gutes sagen.“

Ähnlich sieht es Herbert Sachse. Seit zehn Jahren ist er der Ortsvorsteher von Beckwitz. In dieser Position hat er zahlreiche Projekte begleitet, die in den letzten Jahren im Ort verwirklicht wurden. Angefangen beim Abriss und dem Neubau des Spielplatzes und der Umgestaltung des Gemeindeamtes zur Kinderkrippe über den Kauf der Festwiese samt der dortigen Maßnahmen wie die Errichtung eines neuen Bungalows bis hin zur Renovierung der Sozialräume im Feuerwehrgebäude und der Anschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens für die Kameraden. „Bei vielen dieser Vorhaben wir Beckwitzer zwar selbst mit Hand angelegt, aber ohne Torgau als Partner wäre ein Großteil nicht möglich gewesen. Daher war der Weg zur Großen Kreisstadt ganz klar der richtige. Wir leben nach wie vor gut mit der Entscheidung“, sagt Sachse.

Er habe sich bisher immer auf die Unterstützung der Stadtverwaltung verlassen können. Das beste Beispiel dafür sei die Rettung des Konsums gewesen, erkennt der Ortsvorsteher an und wirft einen Blick zurück: „Im August 2017 hatte ich im Internet von dem Verkauf der Nah&Frisch-Filiale erfahren und danach sofort Stadtrat Volkmar Harzer davon berichtet. Er wiederum informierte umgehend die Oberbürgermeisterin. Sie war direkt der Überzeugung, dass etwas unternommen werden müsse.“ Obwohl die Stadträte aufgrund der Sommerpause nicht zusammenkommen konnten, fand Romina Barth rasch eine Lösung. Sie holte die Torgauer Wohnstätten mit ins Boot, welche den Markt kurzerhand kauften und anschließend der Schildauer Fleisch- und Wurstwaren GmbH zur Pacht überließen. Diese betreibt seit dem 30. November 2017 eine „Ihr Kaufmann“ - Filiale in dem Gebäude. „Ich bin bis heute sehr dankbar für die schnelle Reaktion der Stadt. Hätte es diese zeitnahe Lösung nicht gegeben, wäre es für die älteren Beckwitzer problematisch geworden. Sie haben im Ort außer der Verkaufsstelle keine vergleichbar nahe Einkaufsmöglichkeit“, macht Sachse deutlich, der sich immer für die Belange der Beckwitzer einsetzt, insbesondere für eine funktionierende Infrastruktur.

Unterstützung bekommt er dabei von den weiteren Mitgliedern des Ortschaftsrates. Dazu zählen Chris Gollasch, Horst Petersohn und Tilo Reinhardt. Letzterer engagiert sich außerdem im Beckwitzer Verein KunterBunt, der mit den anderen Vereinen wie der Sportgemeinschaft Beckwitz, dem Faschingsverein oder dem Verein der Freiwilligen Feuerwehr das kulturelle Leben in dem Torgauer Ortsteil bestimmt. Sie würden viel auf die Beine stellen und einen großen Teil dazu beitragen, dass alte Traditionen erhalten bleiben, lobt der Ortsvorsteher. „Umso wichtiger ist es, dass künftig wieder Räumlichkeiten für die Vereine geschaffen werden. Sei es, um Treffen unter den Mitgliedern zu organisieren oder um Feierlichkeiten auszurichten.“ Dafür haben die Beckwitzer laut Sachse keinen geeigneten Ort mehr, seitdem das Gemeindeamt zur Kinderkrippe umfunktioniert wurde. Momentan nutzen sie für solche Veranstaltungen die Sozialräume im Obergeschoss des Feuerwehrgebäudes. Allerdings bringen die für die älteren Bewohner des Dorfes einen Nachteil mit sich. „Die Treppen sind das Problem. Ständig rauf und runter, das wird ab einem bestimmten Alter schwierig“, erklärt der 77-Jährige.

Er tritt aus Altersgründen in diesem Jahr nicht mehr zur Ortschaftsratswahl an. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Mai möchte er abgesehen von den Vereinsräumen noch ein paar weitere offene Wünsche anschieben: Die Außenfassade des Kindergartens soll erneuert werden. Ein zweiter Stellplatz für den Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr soll gebaut werden. Und sowohl der Weg zum Flösschengraben als auch der von der S23 zum Benkenteich sollen saniert werden. Letzterer sei in einem derart schlechtem Zustand, das etwas passieren müsse, kritisiert Sachse. „Der Wegebau stand schon mehrfach im Haushaltsplan, wurde jedoch ständig verschoben. Dabei ist das ein touristisch stark genutzter Weg. Mithilfe der Pauschale zu Stärkung des ländlichen Raumes oder der LEADER-Förderung hätte die Maßnahme schon längst beendet sein können.“

Deshalb erhofft sich der Ortsvorsteher, dass diese Probleme bald in Angriff genommen werden. „Gemeinsam mit der Stadt haben wir bereits viel erreicht. Daher bin ich sicher, dass wir auch dafür Lösungen finden werden.“

 

Wie hat sich Beckwitz seit der Eingemeindung entwickelt?

Steffen Noack: „Sehr gut. Die Fußwege und Straßen konnten verbessert werden, die Stadtwerke halten unseren Ort sauber und wir bekommen immer wieder Geld, um weitere Projekte umzusetzen. Gerade an den Unterteichen haben wir in den letzten Jahren, auch durch Eigenleistung, viel geschafft.“

Tilo Reinhardt: „Positiv in jedem Fall. Es hat sich einiges getan. Die Kita wurde erneuert, es wurde viel in die Feuerwehr investiert, unsere Festwiese konnte neu gestaltet werden. Gerade an den Unterteichen werden wir in der nächsten Zeit durch die uns zufließenden Gelder noch ein paar Maßnahmen verwirklichen können. Sicher gibt es immer ein paar Knackpunkte. Zum Beispiel ist die Anzahl an Spinten für unsere Jugendfeuerwehr zu gering. Aber insgesamt sieht es sehr gut aus.“

Matthias Hirsch: „Ganz gut. Beckwitz ist ein familienfreundlicher Ort. Wir haben den Kosum, die Kita, den Friseur, das Geberbegebiet, viele Vereine. Und auch der Feuerwehrbereich hat sich ins Positive gewendet. Sicherlich war manches vor der Eingemeindung besser. Der Sportplatz wurde beispielsweise öfters gemäht. Trotzdem haben wir mit Torgau einen guten Fang gemacht.“
 


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