Mittwoch, 17. Juli 2019
Montag, 4. März 2019

OSTELBIEN

Autofrühling 2019: Wahnsinn! Immernoch zu 100 Prozent original

Der 38-jährige Citroen GSA Pallas. TZ-Redakteur Nico Wendt durfte sich diese Rarität ganz genau anschauen. Foto: TZ

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Bei Classic-Sportcars-Mitrenga in Beilrode steht ein Schmuckstück: ein Citroën GSA Pallas. Ganze 38 Jahre ist die absolute Rarität alt.

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Dieses Fahrzeug ist etwas besonderes. Eine Rarität. Warum, erschließt sich erst beim genaueren Hinsehen. Zumindest für jene, die keine Oldtimerfans sind. Der Chef der Classic-Sportcars-Mitrenga GmbH (CSM) in Beilrode betont es gern und gerät dabei förmlich ins Schwärmen. „Dieser Citroën GSA Pallas, Baujahr 1981, ist zu 100 Prozent original!“ Wahrscheinlich gibt es nicht mehr viele Wagen dieses Typs, die einen solchen Ursprungszustand vorweisen können. Ein älterer Herr hat dieses „Baby“ über Jahrzehnte gehegt und gepflegt.

Und das sieht man. Lack, Felge, Motor, Innenausstattung, Bezüge – alles ist noch so, wie das Auto damals die Werkhallen verließ. Eben original. Der Tacho zeigt nur zarte 59 800 Kilometer an. Ein Indiz dafür, dass der Eigentümer mehr Putzlappen und Wascheimer in der Hand hatte als Lenkrad und Steuerknüppel. Ein Garagenwagen. Geliebt und geschont. Nun steht der Citroën GSA Pallas in der  CSM-Verkaufshalle auf dem Beilroder Gewerbegebiet und hat schon manchen Besucher staunend verharren lassen. Vor allem ältere Semester, die sich noch gut an die Gegebenheiten vor dem Mauerfall erinnern können. „Es gab ein Westmodell und es gab ein Ostmodell“, erklärt Stefan Mitrenga. Der optisch hervorstechendste Unterschied war eine Chrom-Einfassung im Fenstergummi – vor allem an der Heckscheibe gut erkennbar. So etwas hatten die Ostmodelle nicht.

In der DDR zog man mit einem solchen Flitzer schon gehörig die Blicke auf sich. Bestimmten doch vorwiegend Trabbi & Co das Straßenbild. Die französische Marke mit dem Doppelpfeil im Logo vermittelte ein wenig Extravaganz und Exotik. Der Citroën war im Osten ein heiß begehrtes Modell. Nicht zuletzt, weil es sich beim Pallas GSA um die erste Luxusausstattung des Konzerns handelte: 5. Gang, weiches Fahrwerk, Velours-Ausstattung. Da tauschte so mancher DDR-Bürger seinen Wartburg gerne gegen einen solchen West-Flitzer ein. Mit gehörigem Aufpreis natürlich. Versteht sich. Bei der Armatur zeigten sich die Franzosen damals schon sehr futuristisch. Es blinkt und leuchtet. Die Filmemacher von Raumschiff Enterprise haben später vielleicht beim Pallas abgekupfert. Oder umgekehrt.

In der Mittelkonsole befindet sich keine Handbremse, sondern ein Schalter. Mit ihm lässt sich das Auto in drei Ebenen hochfahren. Man kann etwas tiefer gelegt und sportlich durch die Gegend brausen. Oder zum Spaß das Fahrwerk für die Tour im Gelände hochpumpen. Beziehungsweise auch ganz normal unterwegs sein. Die Prozedur wird auch nötig, wenn ein Reifenwechsel ansteht. „Hydropneumatisch“ funktioniert dieser Anhebe-Mechanismus. Technisch waren die französischen Autobauer ihren Kollegen in anderen Ländern damals ein gehöriges Stück voraus. Auch die 65 PS konnten sich sehen lassen.

Zum Vergleich: Ein Trabbi hatte 26 Pferdestärken. Wer drin saß im Pallas, hatte zudem einen beeindruckenden Rundumblick. Auch ähnlich wie im Raumschiff. Die gigantisch großen Fenster machten es möglich. Der obligatorische Braunton war das Markenzeichen der Luxusmarke– und bei dieser Ausführung Gang und Gäbe. Auch der Beilroder „Schlitten“ besitzt diesen Originalton. Und da sind wir wieder bei der Besonderheit jenes Wagens. „Die meisten dieser Modelle sind aufgehübscht, aufgearbeitet, geschweißt, neu lackiert. Dieser Citroën besitzt noch den absoluten Werkszustand. Selbst die Werkzeugtasche im eingehäkelten Stoffbeutel hat die Zeit überdauert“, schüttelt Stefan Mitrenga selbst ein wenig ungläubig den Kopf. Der Eigentümer trennt sich nur schmerzlich von seinem Liebhaberstück. „Er hat ein Alter erreicht, wo er selbst nicht mehr fahren kann und er hofft auf einen echten Citroën-Fan, der seinen künftigen Besitz genauso zu schätzen weiß und am besten die Details genau kennt“, so der Chef von Classic-Sportcars.de . Der Verkaufspreis sei mit 11 250 Euro notiert.

So richtig passe der Wagen gar nicht in das  Beilroder Sportcars Konzept. Aber die Besonderheiten gaben den Ausschlag. Es sei  definitiv eine Bereicherung der Verkaufshallen. „Wir hatten neulich mal den 1. Vorsitzenden eines Citroën-Clubs aus der Region hier. Der sagte, er habe noch nie ein solches Modell in diesem Zustand gesehen“, lächelt Stefan Mitrenga. 13 930 D-Mark kostete die schnittige Schrägheck-Limosine damals. DDR-Bürger konnten sie  mithilfe ihrer Verwandtschaft auch über Genex (Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH) beziehen. Die Classic-Sportcars-Mitrenga GmbH ist auch darüberhinaus immer einen Besuch wert, wenn man Oldtimer mag. „Unsere Werkstatt ist inzwischen soweit aufgerüstet, dass Oldtimer-Besitzer alle Möglichkeiten vorfinden, ihre Liebhaberstücke wieder in Originalzustand zu versetzen oder ihre Fahrzeuge für den Saisonstart vorbereiten zu lassen“, so Stefan Mitrenga abschließend. 

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