Freitag, 22. März 2019
Freitag, 8. März 2019

TORGAU

Ein Blick in die Jugendherberge

Neben der neuen Kita wohl DIE Großbaustelle in der Elbestadt: Die neue Torgauer Jugendherberge.Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Eine reine Erfolgsgeschichte ist der Bau von Torgaus Jugendherberge zwar nicht, nichtsdestotrotz stimmt ein Bick hinter die Fassade positiv. Die TZ drehte eine ausgedehnte Runde durch die Großbaustelle.

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 Es ist neben der Kita Käthe Kollwitz aktuell wohl DIE Baustelle, auf die sämtliche Augen in Torgau gerichtet sind. Bereits seit über anderthalb Jahren laufen die Arbeiten an der ehemaligen Puddingschule und die TZ ist von Anfang an bei der Entstehung mit dabei. Nachdem der letzte große Zwischenstand im November 2018 geliefert wurde, begab sich TZ-Redakteur Nick Leukhardt nun wieder ins Innere der künftigen Herberge und ließ sich dort nicht nur zum Fortschritt, sondern auch zu Kosten und Zeitplan einiges erzählen. Und dabei wurden nicht nur gute Nachrichten angesprochen.

 

Die schlechten Nachrichten

 

Die bisherigen Bauarbeiten an Torgaus neuer Jugendherberge sind alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Immer wieder kam es zu Verzögerungen, welche sowohl den Zeit- als auch Finanzplan weiter aufblähten. Mittlerweile liegt man bei  dem Gebäude über eine Million Euro über dem ursprünglichen Budget von 7,3 Millionen und ein knappes Jahr hinter dem Zeitplan.

Komplikationen en masse

Gründe dafür gibt es genug. Über den massiven Hausschwammbefall des Gebäudes berichtete die Torgauer Zeitung bereits in der Vergangenheit, ebenso wie über dessen im vergangenen Jahr erfolgte Bekämpfung. Doch noch weitere Umstände sorgten dafür, dass die Sanierung der ehemaligen Puddingschule immer teurer wurde. Zusammenfassen lässt sich das mit einem perfekt passenden Zitat von Andreas Gerner vom Referat für Recht, Organisation und Datenschutz bei der Stadtverwaltung: „Wir sind bei der Erstellung des Bauablaufplans von einem nicht guten Zustand ausgegangen und jetzt ist es sogar noch schlimmer.“ Es sei immer wieder zu unerwarteten Umständen gekommen, die eine Umplanung nach sich zogen.

So bedeutete unter anderem die Sicherung der Herbergsmauer aufseiten des Bärengrabens einen enormen Mehraufwand, da es hier sonst zu statischen Problemen gekommen wäre. Ebenso brachte das Fundament einige Komplikationen mit sich, die im Vorfeld im Rahmen des Baugrundgutachtens so nicht bekannt waren.“ Für das erstellte Baugrundgutachten kann man aber niemandem die Schuld geben“, erklärt Andreas Gerner. „Man kann nicht die komplette Fläche mit solch einem Gutachten abdecken. Wir haben uns auf Erfahrungswerte bei der Beschaffenheit des Untergrunds verlassen und die wurden leider nicht bestätigt. Das Gutachten war, wenn man es so will, nicht falsch, sondern nur unvollständig.“

Rolf Wöhner zeigt auf eine Stelle, an der eines der größten unvorhergesehen Probleme beim Bau der Jugendherberge ansässig war: der Echte Hausschwamm. Dieser ist zwar mittlerweile besiegt, kostete allerdings eine große Menge Zeit und Geld.

Probleme waren nicht bekannt

Wie Rolf Wöhner, Sachbearbeiter des Hochbauamtes, ergänzend mitteilte, sei dadurch direkt zu Beginn der Bauarbeiten der Zeitplan über den Haufen geworfen worden und es wäre immer wieder zu Umplanungen gekommen. „Solche Dinge wie den Hausschwamm oder den maroden Zustand zahlreicher Dachbalken bemerkt man eben erst, wenn man bereits mitten in den Bauarbeiten steckt. Da zu diesem Zeitpunkt dann bereits Firmen durch die Ausschreibungen an das Objekt gebunden sind, müssen Nachträge gestellt werden, wodurch Mehrkosten entstehen. Und natürlich treibt auch eine Verlängerung der Bauzeit den Preis nach oben, wie zum Beispiel durch den Anstieg von Materialpreisen oder Lohnerhöhungen.“ Man führe jedoch trotz allem immer wieder intensive Verhandlungen mit den zuständigen Firmen, um den Preis zumindest im gegebenen Rahmen so niedrig wie möglich zu halten.

„Jetzt befinden wir uns jedoch in einer Phase, in der uns keine Überraschungen mehr erwarten dürften“, berichtet Andreas Gerner guter Dinge. „Natürlich ist man gegen Komplikationen nicht zu 100 Prozent gefeit, aber mittlerweile sind wir mit den Bauarbeiten so weit, dass wir den kompletten Zustand des Gebäudes überblicken können.“ So ist man aktuell davon überzeugt, zum Saisonbeginn im Frühjahr 2020 die Jugendherberge offiziell eröffnen zu können, der Innenausbau soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein. „Ob wir dann auch bereits mit den Außenanlagen fertig sind, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Eine Sache, die beim Bau der Jugendherberge ebenfalls für Komplikationen sorgte, waren zu DDR-Zeiten vorgenommene Sanierungsmaßnahmen, die jedoch aus heutiger Sicht nicht zulässig sind und komplett bearbeitet werden müssen. Hier wurde zum Beispiel als Fenstersturz eine Eisenbahnschiene verbaut. 

 

Die guten Nachrichten

 

Doch auch wenn dem millionenschweren Bau direkt neben Schloss Hartenfels so manche Steine im Weg lagen, stimmt ein Blick ins Innere des Gebäudes doch positiv. Denn dort herrscht in allen drei Bereichen, also Nord- und Südflügel sowie dem Verbindungsbau, geschäftiges Treiben.

Nordflügel hat die Nase vorn

Durch die Tatsache, dass sich die verschiedenen Gebäudeteile zu Baubeginn in völlig unterschiedlichen Zuständen befanden, ist der Baufortschritt im Nordflügel deutlich fortgeschrittener als im gegenüberliegenden Südflügel. So wurde auf der Nordseite bereits damit begonnen, in den späteren Besucherzimmern Strom sowie Wasserleitungen zu verlegen und die Wände zu verkleiden. Hier ist aktuell der Trockenbau in vollem Gange und die erste Etage ist mittlerweile fast komplett verkleidet und verspachtelt.

Der Dachstuhl Nordflügel wurde zwar bereits im Laufe des vergangenen Jahres komplett neu aufgebaut, im Bereich des Zwischenbaus sind diese Arbeiten jedoch noch in vollem Gange und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Im Erdgeschoss wurden in den vergangenen Wochen bereits die Heizungsrohre verlegt, sodass hier ab Mitte März der Estrich fließen kann.

Im Nordflügel ist der Innenausbau bereits weit fortgeschritten. Hier ist man in der 1. Etage bereits damit beschäftigt, die Wände und Decken der Zimmer zu verkleiden und zu verspachteln.

 

Im Süden wird noch ausgebessert

Während man am Nordflügel schon viele  Monate gearbeitet hat, mussten am Dachstuhl des Südflügels größtenteils Ergänzungsarbeiten verrichtet werden. Dieser ist bis auf einige Verstärkungen noch genau so, wie man ihn zu Baubeginn vorgefunden hatte. Es müssen lediglich Durchlässe für Rohrleitungen noch ausgeführt werden.  

Am Dachstuhl des Südflügels wurden Holzergänzungsarbeiten vorgenommen. Dieser befand sich von Anfang an in einem guten Zustand...

Hatte man beim Zustand des Daches großes Glück, sah es jedoch beim Rest dieses Gebäudeteils deutlich anders aus. Durch die komplizierten Sicherungsmaßnahmen aufseiten des Bärengrabens sowie den massiven Hausschwammbefall befindet sich der Baufortschritt hier weit hinter dem des Nordflügels. Aktuell ist man im Süden vor allem damit beschäftigt, alte Deckenbalken zu verstärken, Brandschutzverkleidungen aufzubringen und all die Wände zu flicken und für die Trockenbauverkleidung vorzubereiten.

...Ganz im Gegensatz zum Dachstuhl im Verbindungbaus. Dieser muss zwar nicht komplett ersetzt werden, zahlreiche Balken werden jedoch durch neue Exemplare ausgetauscht.

 

Vor unvorhergesehenen Komplikationen ist man nicht gefeit. Hier bemerkte man beim Abschlagen des Putzes im Südflügel einen Kaminschacht. Dieser muss nun erst einmal zugemauert werden muss, bevor die Arbeiten an dieser Stelle weitergehen können.

 

Der künftige Speiseraum im Erdgeschoss des Nordflügels. Hier sind bereits die Wände verkleidet und die Heizungsrohre am Boden verlegt, als nächstes folgt hier der Estrich.

 

Im zukünftigen Konferenzraum im Südflügel werden aktuell Brandschutzverkleidungen an den stützenden Stahlträgern angebracht.

 

Durch den schlechten Zustand des Südflügels müssen hier auch im Boden und der Decke zahlreiche Löcher ausgebessert werden. Hier wird gerade ein Stück so genannter Fehlboden ersetzt.

 

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