Freitag, 24. Mai 2019
Mittwoch, 13. März 2019

TORGAU

Was tun gegen die Schweine?

Jens Gebhardt zeigt auf einer Karte die Stellen, an denen sich die Wildschweine aufhalten könnten. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Vertreter des Jagdverbandes, der Landratsamtes und der Stadtverwaltung trafen sich am Freitag, um sich zur Wildschweinproblematik am Großen Teich zu beraten.

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In letzter Zeit fällt es in der Region wahrlich schwer festzulegen, welches Wildtier den Menschen größere Sorgen bereitet. Der Wolf, der in der ganzen Region regelmäßig Nutztiere reißt, oder das Wildschwein, welches besonders in Torgau und Belgern immer wieder für große landschaftliche Schäden sorgt. Um der Problematik mit letzterer Tierart in Zukunft Herr werden zu können, traf sich am vergangenen Freitag ein Krisenstab, bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung Torgau, des Landratsamtes sowie der Torgauer Jägerschaft. Mehrere Stellen am Rande der Großen Teiches, an denen die Schwarzkittel in den letzten Monaten aktiv waren, wurden besichtigt und mögliche Lösungsansätze erörtert.

Die fünf Mitglieder des Torgauer Jagdverbandes (links), Jens Gebhardt vom Landratsamt Nordsachsen (Mitte) sowie die Vertreter der Stadtverwaltung (rechts) besichtigten unter anderem das Torgauer Strandbad, welches die Schwarzkittel komplett zerwühlt hatten.

Die Population ist zu groß

„Die Frage, die wir uns hier und heute stellen, ist ja, wie wir die Wildschweinproblematik dezimieren können“, brachte es der Beigeordnete der Stadt Torgau, Dr. Lars Fähling, auf den Punkt. Es sei vor allem die stark angewachsene Population, die zu eben jenen Schwierigkeiten führe. „Man kann jedoch im Stadtgebiet, zu dem eben auch dieses Gebiet hier am Großen Teich gehört, nicht einfach eine Treibjagd durchführen. Deshalb sollten wir uns erst einmal auf präventive Maßnahmen konzentrieren.“

Gründe für das erhöhte Wildschweinaufkommen im Bereich des Großen Teiches gebe es viele. „Die haben Hunger auf eiweißhaltige Würmer“, brachte Jäger Heiko Thiel an. „Und die finden sie offenbar zum Beispiel hier im Strandbad.“ Ein weiterer Faktor seien zahlreiche Forstmaßnahmen im Pflückuffer Ratsforst, die den Großen Teich für die Schweine zur einzigen ruhigen Stelle in der Umgebung  machten. „Die Schweine hocken hier überall im Schilf“, sagte Jens Gebhardt vom Ordnungsamt des Landkreises. „Der Wolf treibt große Rotten aus den Wäldern heraus und hier sind sie eben sicher und können sich ungestört vermehren. Die haben mittlerweile eine Populationsrate von 300 oder sogar 400 Prozent.“ Wie viele Wildschweine allerdings tatsächlich in der Umgebung leben würden, könne unmöglich festgestellt werden.

Drückjagd – Ja oder Nein?

Was jedoch nun konkret gegen diese hohe Population unternommen werden könne, dazu war man sich jedoch in der Jägerschaft noch mehr als uneins. Peter Grunewald vom Staatsbetrieb Sachsenforst plädierte darauf, einfach ein paar kleine Drückjagden durchzuführen, wenn das Wasser des Teiches abgelassen sei. Jäger Heiko Thiel war da völlig anderer Meinung. „Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Gebiet hier ist zu attraktiv, als dass es die Wildschweine einfach wieder verlassen. Außerdem gestaltet sich eine Drückjagd hier mit dem hohen Schilf und dem tiefen Schlamm mehr als schwierig. Eine großflächige Vergrämung ist hier das einzige Mittel, welches ich hier als wirksam erachte.“

Die tatsächliche Wirksamkeit des Vergrämungsmittels wurde an der zweiten Station des Treffens festgestellt. Die kleine Wildschweindelegation traf sich zusammen mit dem Vorsitzenden des SC Hartenfels, Sören Wachsmann, im Stadion des Fußballvereins. Dieses war in der Vergangenheit des Öfteren von den Schwarzkitteln heimgesucht worden, weshalb man Mitte letzter Woche nun das übel riechende Mittel rund um den Platz angebracht hatte. Und tatsächlich: Seitdem die kleinen Aluminiumstreifen aufgehängt wurden, wurden keine Schweine mehr in der Nähe des Stadion gesichtet. Ob das am Vergrämungsmittel oder eher an der Jahreszeit liege, darüber war sich Sören Sachsmann zwar nicht ganz sicher, aber das Ergebnis sei hier entscheidend.

Peter Grunewald (links) inspizierte den Zaun des Hartenfelsstadions. Sein Fazit: Hier kommen die Schweine nicht mehr durch.

Ab April sind die Schweine weg

„Man muss einfach schauen, dass man die Wintermonate irgendwie überbrückt“, erklärte Lutz Czirpka, der Vorsitzende des Torgauer Jagdverbandes. Die seien es, in denen die Wildschweine am Großen Teich ihr Unwesen treiben würden. „In den Sommermonaten machen sie den Landwirten auf den Feldern das Leben schwer.“ Mit dem Vergrämungsmittel habe man nun ausreichend Maßnahmen unternommen, nun müsse man abwarten.  „Ab April sind die Schweine auf jeden Fall hier wieder weg.“

Wie es nun jedoch in Sachen Wildschweine am Großen Teich ganz konkret weitergeht, wurde bei dem Treffen vergangene Woche nicht erörtert. Zwar werde vonseiten des Landratsamtes geprüft, ob eine Jagd in dem Gebiet möglich sei, große Hoffnungen machten sich jedoch weder die Jäger noch die anderen Vertreter. An alle Privatleute, die Probleme mit der Wildschweinpopulation haben, wird noch einmal an den Bau eines stabilen Zauns mit Wühlschutz appelliert, außerdem soll man den Einsatz von Vergrämungsmitteln in Erwägung ziehen.

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