Sonntag, 21. Juli 2019
Freitag, 5. April 2019

DOMMITZSCH

Pkw-Wracks im Vorgarten und streunende Katzen

Spontan-Besuch in der Kita: Herbert Schröder mit den Jüngsten Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Trossin. Im TZ-Jahres-Interview spricht Trossins Bürgermeister Herbert Schröder über die Notruf-Problematik, über wichtige Investitionen, Schulden, ungepflegte Grundstücke und über die Zusammenarbeit mit Dommitzsch:  

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Trossin. Im TZ-Jahres-Interview spricht Trossins Bürgermeister Herbert Schröder über die Notruf-Problematik, über wichtige Investitionen, Schulden, ungepflegte Grundstücke und über die Zusammenarbeit mit Dommitzsch:  

TZ: Als ein Augenzeuge im Januar bei einem Pkw-Brand in Hachemühle den Notruf wählte, konnte er niemanden erreichen.  Ist das Problem gelöst?

H. Schröder: Die Polizei hat das in Arbeit. Wir als Gemeinde haben alle Meldungen gemacht. Betroffen sind Falkenberg, Dahlenberg und stellenweise Roitzsch. Vor etwa vier Wochen fand eine Befahrung statt, um den Empfang bei Fahrzeugfunk  und Handsprechfunk genau zu prüfen. Diese Technik wird ja auch von der Feuerwehr genutzt. Das Funknetz unterliegt der Polizei. 

Und wie sieht es beim Festnetz aus?

Dieses Problem kommt noch dazu. Hier ist die Telekom am Zug. Da muss eine endgültige Klärung her. Gerade im Bereich Hachemühle ist es ganz schwierig, überhaupt Rettungsdienst und Feuerwehr zu erreichen. Einige Bürger erhielten von der Telekom die Auskunft, dass erst die Vorwahl von Trossin gewählt werden müsse und dann die 112. Das Landratsamt wiederum erklärte, dass allein die 112 reicht. Also hier müssen wir weiter Druck machen. Eine Lösung ist wichtig. 

Sie sind jetzt seit elf Monaten ehrenamtlicher Bürgermeister. Wie sieht Ihre persönliche Bilanz aus?

Ich dachte, dass manches schneller geht und wollte eigentlich schon viel mehr geschafft haben. Aber da ist die große Bürokratie: alles muss beantragt werden, überall sind Fristen – alles zieht sich hin.  

Bei welchen Dingen wollten Sie viel weiter sein?

Zum Beispiel beim Wegebau. Aber hier stehen keine oder kaum ausreichend Mittel zur Verfügung. Wir sind erstmal dabei, Wege freizuschneiden – den K-Weg in Trossin und die Schmiedeberger Straße in Falkenberg unter anderem. Teilweise geschieht das durch den Bauhof, teilweise durch den Forst. 

Welche Maßnahmen sind noch in der Warteschleife?

Es fehlt auch an Einsatzbekleidung für die Feuerwehr. Wir benötigen etwa 20 Dienstuniformen als Ersatz. Zwei Löschwasserbrunnen sind im Gemeindegebiet geplant. Man muss es deutlich sagen: Die bisherigen Entnahmestellen wurden kaum gepflegt, sind verdreckt oder versiegt. Das betrifft auch Gräben und Teiche, die zu diesem Zweck ausgewiesen wurden. Zudem haben wir ein neues Einsatzfahrzeug HLF 10 – ein Löschfahrzeug mit Spreizer –  im Plan. Unser Bereich ist sehr groß, reicht fast bis Kossa. Straßen sind ausgebaut. Bei Verkehrsunfällen brauchen wir einen Spreizer. 

Welche Vorhaben gibt es noch – außer Feuerwehr? 

Fünf Bushaltestellen sind barrierefrei umzugestalten: zwei in der Dahlenberger Straße, zwei in der Falkenberger Straße, eine im Trossiner Ortsteil Meltitz. Auch das Gemeindeamt bekommt einen barrierefreien Zugang. Am Dahlenberger Stausee möchten wir eine neue Toilettenanlage mit Umkleideräumen schaffen, ebenso Auslageflächen für Infomaterial und einen Kinderspielplatz. In Roitzsch ist auf dem Festplatz eine neue Elektroanlage vorgesehen. 

Klingt viel: Reicht das Geld der Gemeinde?

Wir müssen mit Fördermitteln arbeiten. Mein Grundprinzip lautet: Wir fassen nichts an ohne Zuschüsse, müssen immer wieder nach Programmen Ausschau halten. LEADER ist zum Beispiel eine gute Quelle. Ich möchte an dieser Stelle mal allen Firmen danken, die die Gemeinde Trossin unterstützen und Leistungen sogar kostenlos erbringen. Oder Technik zur Verfügung stellen wie Minibagger, Radlader, Hänger. Der Weg von der Grünen Mühle zur Waldkante wurde von der Firma Tilo Süptitz kostenlos instand gesetzt. Über das Winterschäden- Programm wollen wir übrigens vier Straßen reparieren.

Gleich bei ihrem Amtsantritt stand die Rettung des Roitzscher Dorfladens im Brennpunkt. Wie ist jetzt die Situation?

Der Dorfladen läuft sehr gut. Die Einwohner nehmen das Angebot gerne an. Besonders das tägliche Mittagessen steht hoch im Kurs. Wir müssen jetzt natürlich die Sanierung fortsetzen, Außenfassade und Dach instand setzen. Wir holen gerade Angebote ein. Schritt für Schritt soll es vorwärts gehen. 

Der Straßenbau Falkenberg-Dahlenberg fiel ebenfalls in die Zeit ihrer Amtseinführung! 

Das ist alles fertig. Die Ersatzpflanzungen für den Straßenbau sind im Frühjahr erfolgt. Wir haben zu Jahresbeginn auch einen Aufruf an die Bevölkerung gestartet, Blumen und Sträucher zur Verfügung zu stellen, die nicht mehr gebraucht werden. Es gab eine gute Resonanz. 16 Familien haben reagiert. Wir konnten viel neu bepflanzen, was bei der Dürre 2018 kaputt gegangen ist. Ein großes Dankeschön auch hier. Die Firma Strauch hat 20 Obstbäume für den Dommitzscher Weg in Dahlenberg gesponsert. Der Trossiner Bürgermeister-Posten zählt nur als Ehrenamt. Reichen Ihnen zwei oder drei Arbeitstage die Woche? 

Zwei Tage die Woche wären zu wenig. Das Amt ist ein Vollzeit-Job. Ich bin jeden Tag hier im Gemeindeamt, von Früh bis Mittag, teilweise auch nachmittags. Es war wichtig, sich erstmal einzuarbeiten. Ich lasse mich bei Dorffesten und Veranstaltungen sehen und bin auch am Wochenende bei Problemen telefonisch für die Bürger erreichbar. Mit dem Arbeitspensum habe ich durchaus gerechnet.   

Das Verhältnis zu Dommitzsch war früher oft angespannt. Wie ist jetzt die Zusammenarbeit?

Sie wird von Vierteljahr zu Vierteljahr immer besser. Viele Sachen packen wir gemeinsam an. 

Keine Angst mehr vor einer Eingemeindung? 

Sie spielen auf die Gemeinschaftsvereinbarung an. Da gab es viele Spekulationen und Irritationen. Der Ärger hätte nicht sein müssen. 

Trossin behält seinen Bauhof?

Ja natürlich. 

Gibt es noch Streit wegen der Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft?

Da sind die Meinungen geteilt. Vor allem, was die finanzielle Steigerung von Jahr zu Jahr betrifft. 

Dieses Jahr stehen Kommunalwahlen an. Rechnen sind mit vielen neuen Gesichtern im Gemeinderat?

Es sieht gut aus. Viele junge Leute wollen sich bewerben. Das wird spannend. Sicher gibt es neue Gesichter im Rat, aber privat kenne ich alle. Wir werden – wie bisher – immer einmal im Monat eine Ausschusssitzung und eine öffentliche Gemeinderatssitzung durchführen. 

Andere ländliche Kommunen im Altkreis verzeichnen einen stetigen Einwohnerrückgang. Wie sieht es in Trossin aus?

Im Juni 2018 waren 1256 Personen gemeldet. Damit blieb die Zahl fast konstant. Ein Jahr zuvor hatten wir nur zwei Einwohner mehr. Vor allem in Roitzsch wurden viele Eigenheime gebaut. Es gibt dort viele junge Familien und auch einen kleinen Babyboom. 

Macht sich das in der Kita Trossin bemerkbar?

Die Einrichtung ist sehr gut ausgelastet, die Babygruppe restlos voll. Derzeit besuchen 77 Kinder die Kita, nächstes Jahr werden es sogar 89 sein.  

Der Roitzscher Ortsvorsteher hat kritisiert, dass es Grundstücksbesitzer gibt, die ihre Anwesen total verwildern lassen. Wie kann man dagegen vorgehen?

Bei der Brandruine in Dahlenberg läuft selbst nach 13 Jahren noch ein Gerichtsverfahren der Eigentümer. Das Ordnungsamt war oft da, wegen der Absperrung und der Steine, die neben dem Gebäude lagern. Ähnlich sieht es in der Ringstraße in Roitzsch aus. Da musste zwischenzeitlich sogar eine Straßensperrung veranlasst werden, weil Dachziegel locker waren. Der Besitzer lagert zahlreiche Pkw-Wracks auf seinem leer stehenden Grundstück im Vorgarten. Auch streunende Katzen waren ein Problem. Für die Gemeinde ist es immer schwierig, dagegen vorzugehen. Immerhin gibt es jetzt für die leeren Blöcke in der Dahlenberger Straße in Trossin sogar einen Interessenten, der vielleicht die Wohnungen ausbauen möchte. 

 

Gespräch: Nico Wendt


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