Mittwoch, 21. August 2019
Dienstag, 9. April 2019

TORGAU

Ehrenamt mit Bildungsauftrag

Im Verkehrsgarten lernen schon die kleinsten Verkehrsteilnehmer auf spielerische Art und Weise das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Foto: TZ/Archiv (Perz)

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Im Torgauer Verkehrsgarten werden jedes Jahr kleine und große Gäste geschult. Die TZ hat sich im Rahmen ihrer Frühlingstour mit dem Vereinsvorsitzenden getroffen.

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„Das, was wir hier haben, ist im gesamten Landkreis einzigartig. Wir bekommen von überall her Anfragen, haben hier Angebote für Jung und Alt und leisten mit unseren Projekten einen wichtigen Bildungsauftrag.“ Lauscht man nur ein paar Minuten den Erzählungen von Uwe Reichenbach, dann merkt man direkt: Dieser Mann brennt für das Ehrenamt. In seiner Freizeit ist der 57-Jährige in der Torgauer Verkehrswacht tätig und ist dadurch auch jede Woche im Verkehrsgarten anzutreffen. Einem Torgauer Kleinod, das Jahr für Jahr zahlreiche Kinder, Erwachsene, Senioren und behinderte Menschen auf die Gefahren des Straßenverkehrs vorbereitet.

Uwe Reichenbach ist Vorsitzender der Torgauer Verkehrswacht und verbringt viele Stunden seiner Freizeit im Verkehrsgarten. Foto: TZ/Leukhardt

Zwischen Trubel und Idylle

Einen geeigneteren Platz hätte man sich für den Verkehrsgarten in Torgau wohl kaum ausdenken können. Direkt zwischen der Grundschule am Rodelberg, also dem blühenden Leben, und der zukünftigen Schmetterlingswiese samt Bienenturm, also der puren Idylle, liegt das kleine Fleckchen Erde mit seinen kurzen Asphalt-Straßen und kleinen Verkehrszeichen. Und auch wenn man es dem knapp 2000 Quadratmeter großen Gelände nicht ansieht, in seinem jetzigen Zustand existiert es bereits seit der politischen Wende. Im Jahr 1990 wurde die Torgauer Verkehrswacht gegründet und mit ihr auch der Verkehrsgarten eröffnet.

Dass er auch heute, 29 Jahre später, noch immer einen guten Eindruck macht und nicht schon längst am verlottern ist, liegt in erster Linie an den Mitgliedern der Verkehrswacht selbst, die sich mühevoll um ihr Baby kümmern. Der Rasen will gemäht, die Straßen gefegt und die Fahrzeuge gewartet werden. Auch Container, von denen einer als Lager und der andere als Unterrichtsraum fungiert, bedürfen regelmäßiger Pflege, genauso wie das Büro der Verkehrswacht in Torgau-Nordwest.

„Arbeit haben wir hier wirklich genug“, bemerkt der Vereinsvorsitzende Uwe Reichenbach. „Nur leider mangelt es uns an Leuten, die diese Arbeit auch verrichten.“ Denn die Zahl der Verkehrswacht-Mitglieder geht immer weiter zurück, auch wenn die Angebote von Uwe Reichenbach und seinen Kollegen in der Bevölkerung einen großen Anklang finden. Gerade einmal 23 Mitglieder zählt der Torgauer Verein, aktiv sind davon jedoch nur noch knapp 12. „Wir sind vor allem auf der Suche nach jungen, aktiven Mitstreitern“, bringt der Vereinsvorsitzende seinen Wunsch auf den Punkt. „Wir haben hier einen wirklich wichtigen Bildungsauftrag und es wäre mehr als schade, wenn wir diesem wegen Personalmangels nicht mehr gerecht werden würden.“

Bildungsauftrag steht im Vordergrund

Denn auch wenn es personell momentan nicht allzu gut um die Verkehrswacht bestellt ist, möchten Uwe Reichenbach und seine Kollegen ihre Angebotsvielfalt nicht   verkleinern. Und so wird regelmäßig mit Grundschulkindern Verkehrs-
erziehung betrieben, mit Senioren die Autofahrtauglichkeit getestet und behinderte Menschen an das Fahrradfahren herangeführt. Dies erfolgt entweder im Verkehrsgarten oder eben vor Ort, sei es in der Schule oder im Pflegeheim. „Wir kommen überall rum und lernen immer wieder neue Leute kennen, das ist wirklich toll“, schwärmt Uwe Reichenbach. „Was die ehrenamtliche Arbeit aber besonders auszeichnet, ist das, was man zurückbekommt. Wenn man einen ganzen Vormittag mit Behinderten das Fahrradfahren geübt hat und die dann danach zu einem kommen und sich offen und ehrlich dafür bedanken, dann gibt es keinen besseren Lohn.“

Vernetzung ist wichtig

Neben der Durchführung ihrer eigenen Projekte ist für die Torgauer Verkehrswacht vor allem auch die Unterstützung anderer regionaler Vereine wichtig. So sind die Mitglieder zum Beispiel seit letztem Jahr auch fester Bestandteil des Programms des Oldtimertreffens Torgau, welches vom gleichnamigen Verein organisiert wird. „Man muss einfach zusammenhalten, dann kann man gemeinsam auch tolle Sachen auf die Beine stellen.“ Für die Zukunft wünscht sich die Verkehrswacht noch mehr solcher Projekte. „Wir haben mehr als genug Ideen für tolle Aktionen, nur fehlen uns eben die Leute, um diese dann auch umzusetzen.“

Eine Sache haben sich die Mitglieder der Verkehrswacht für das Jahr 2019 aber ganz fest vorgenommen: Sie wollen Kinder ans Malen heranbringen und damit gleichzeitig den Verkehrsgarten verschönern. Zusammen mit David Meyer, einem Torgauer Stuckateur-Meister, soll ein künstlerisches Projekt mit besonderem Mehrwert entstehen. „Immer wenn wir Kinder hier haben, stellen wir auch einen Eimer Kreide hin, mit dem dann unsere Fahrbahnen bemalt werden. Und das lieben die Kinder. Also haben wir uns gedacht, machen wir direkt ein ganzes Projekt daraus.“ Wann genau damit gestartet wird, konnte der Vorsitzende Uwe Reichenbach zwar noch nicht verraten, die Vorfreude ist jedoch schon jetzt beachtlich. Und das Mal-Projekt ist nicht das einzig Neue, was der Verkehrswacht 2019 ins Haus steht.

Immer auf dem neuesten Stand

Denn mit seinen Angeboten stets auf dem neuesten Stand und immer aktuell bleiben zu können, muss er auch regelmäßig in neue Technik investieren. Nachdem im vergangenen Jahr ein waschechter Fahrrad-Simulator angeschafft wurde (TZ berichtete), mit dem Probanden ihre Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehrs testen können, fließt das Geld dieses Jahr in ein brandneues Fahrradcodierungsgerät.  „Das Codieren ist jedes Jahr ein absoluter Renner“, weiß Uwe Reichenbach. „Und unser altes Gerät ist mittlerweile wirklich in die Jahre gekommen. Das neue Exemplar ist wirklich stark und bietet und auch völlig neue Möglichkeiten. Jetzt können wir nämlich so ziemlich alle muskelbetriebenen Zweiräder codieren, vorher ging das nur bei ganz bestimmten.“ Außerdem bietet die Torgauer Verkehrswacht im Jahr 2019 auch erstmals Pedelec-Kurse an.

Zusammen mit Dietmar Werner vom Fahrradgeschäft Bikes & More will der Verein allen Interessierten eine Einführung in die Welt der Elektrofahrräder geben.
Sich bei der Torgauer Verkehrswacht zu engagieren, ist im Grund kinderleicht. Denn bestimmte Voraussetzungen braucht es, bis auf einen Führerschein und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, nicht. „Wir sind froh über jeden, der uns bei unserer Arbeit unterstützt. Je mehr Leute zusammen mit anpacken, desto leichter wird es für jeden Einzelnen.  Wir freuen uns über jedes neue Gesicht wie über jeden unserer Kursteilnehmer.“ Wer sich über die Verkehrswacht weiter informieren möchte, findet zahlreiche Infos sowie einen Mitgliedsantrag direkt auf der Website.

Ein absoluter Renner: Der Fahrradsimulator. Hier kann man selbst seine Reflexe im Straßenverkehr testen. Foto: Verkehrswacht

 

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