Montag, 16. September 2019
Montag, 15. April 2019

TORGAU

"Wir müssen ranklotzen"

So sieht die akuelle Planung für den Bereich des Jungen Gartens und der Eichwiesen aus.Foto: Grafik: Stadtion C23

von unserer Volontärin Elisa Perz

Torgau. Michael Rudolph vom Architekturbüro „Station C23“ präsentierte den Stadträten die aktuelle Planung für die Laga. Darin waren auch der Zeitplan und eine erste Kostenschätzung inbegriffen.

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„Wir müssen ranklotzen.“ Das gab Michael Rudolph vom Architekturbüro „Station C23“ in der vergangenen Stadtratssitzung ganz offen zu, als es darum ging, ob der Zeitplan für die Landesgartenschau 2022 einzuhalten ist. Seine Antwort lautete ja. Aber für die rechtzeitige Realisierung bedürfe es einem zügigen Baubeginn und einer raschen Weiterplanung, ließ er die Stadträte wissen.
Die Vorplanung sei im Groben und Ganzen durch und schon mit dem Förderantrag ans Land Sachsen weitergegeben.

Jetzt startet die Leistungsphase 3 für das Architekturbüro. Diese beinhaltet die Vertiefung des bisher erarbeiteten Konzeptes für die rund 24 Hektar große Fläche. So werden unter anderem detailliertere Planungen der Spielplätze oder der Skateanlage erstellt, weitere notwendige Genehmigungen seitens der Naturschutzbehörde oder des Denkmalpflegeamtes eingeholt und die geplanten Gebäudeabbrüche vorbereitet.

 

Junger Garten

Zu letzterer Aufgabe zählen beispielsweise der Abriss der Garagen am Repitzer Weg gegen Ende 2019 und der Abriss der Hallen im Bereich des künftigen Jungen Gartens. Derzeit stehen auf dem ehemaligen ABT-Gelände noch mehrere Gebäude, von denen nur ein Teil erhalten bleiben soll. Der dient während der Laga als Blumenhalle, anschließend soll der Komplex als Boulderhalle genutzt werden.

Dieser Plan fügt sich in den gesamten Entwurf des Jungen Gartens ein. Denn der Bereich ist an die Themen Sport, Spiel und Freizeit angelehnt. Die rund 12000 Quadratmeter große Fläche soll am Ende mithilfe einer Kletterlandschaft, eines Spielplatzes oder auch eines multifunktionalen Spielfeldes vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten.

 

Eichwiesen

Um den Jungen Garten mit den Eichwiesen zu verbinden, wird die an beide Areale angrenzende Anlage des Kleingartenvereins „Wolffersdorff“ mittels eines Durchgangs geteilt. Auf diesem Stück werden die Vereinswiese und der Obstgarten ihren Platz finden. Auf den Eichwiesen selbst soll der bisher bestehende Baumbestand so weit wie möglich erhalten bleiben. Anfang des Jahres wurde auf der dortigen Fläche bereits Totholz entfernt, um den Nadel- und Laubgehölzen mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Gleichzeitig diente die Maßnahme dazu, auf den mehr als 38000 Quadratmeter umfassenden Eichwiesen eine offenere und sonnigere Fläche als im Glacis zu schaffen.

„Die Eichwiesen weisen derzeit schon eine schöne und ökologisch wertvolle Qualität auf, die wir durch die Landesgartenschau noch erhöhen wollen“, erklärte Rudolph. Um das zu erreichen, sind auch Schaugärten für Sonderthemen, ein Eichenspielplatz, ein Naturentdeckerpfad und ein Deichgucker in die Planungen für die Eichwiesen inbegriffen.

 

Skateanlage

Außerdem stellt ebenfalls die Skateanlage einen Teil der Eichwiesen dar. Wie diese gestaltet werden kann, entscheidet sich anhand des Baugrundgutachtens. Das ist laut Rudolph gerade in Arbeit und gibt später Aufschluss darüber, welche Tiefe eventuelle Versenkungen aufweisen können.

 

Wolffersdorffplatz

In unmittelbarer Nähe zur Skatanlage befindet sich der Wolffersdorffplatz. Die rund 5000 Quadratmeter große Fläche in der Form eines Dreiecks liegt inmitten der Wolffersdorffstraße, dem Repitzer Weg und dem Schwarzen Graben. Dieser Platz soll umgestaltet werden. Im Zuge dessen wird auch die Verkehrsfläche des dortigen Kreuzungsbereiches reduziert.

 

Glacis

Die bestehende Wegeverbindung soll in beiden Teilen des Glacis erhalten bleiben. Die zwei Kilometer langen Hauptwege werden jedoch erneuert, zudem werden historische Pfade wiederhergestellt. Der östliche Teil des Glacis erhält darüber hinaus einen Baumsteg, der allerdings nicht mit einem Baumwipfelpfad zu vergleichen ist. Er wird nicht in Höhe der Baumkronen befestigt werden, sondern nur in rund zehn Metern Höhe. Ein Teil des Steges soll gleichzeitig die Schnittstelle zum Jungen Garten bilden.

Der westliche Teil des Glacis wird im Gegensatz dazu durch einen Stelzenspielplatz namens „Weiße Kraniche“ ergänzt. Für diesen schweben „Station C23“ große, begehbare, an japanische Origami-Kraniche erinnernde Figuren vor. Zusätzlich sind mehrere Vogelbeobachtungspunkte geplant. Und auch die Brücke, die vom Glacis zum Bahnhof führt, wird erneuert.

 

Bahnhofsumfeld

Der Bahnhof und das Umfeld sind als zentraler Auftaktspunkt für die Besucher der Landesgartenschau gedacht. Ob der Bahnhof in das eingezäunte Gelände der Laga eingeschlossen wird, steht derzeit noch nicht fest. Abgesehen davon muss de Planung des Bahnhofsvorplatzes und des angrenzenden -gartens ohnehin an das neue Bahnhofsgebäude angepasst werden, sobald der Stadtverwaltung dafür ein beschlossener Entwurf vorliegt. Bisher wurde nur der Bau eines neuen Komplexes bestimmt, nicht die endgültige Gestaltung. Daher ist in das Laga-Konzept momentan die aktuelle Bahnhofsanlage eingearbeitet.

„Wir haben das neue Gebäude auf dem Schirm und werden es so bald als möglich in die Planungen des Umfeldes integrieren“, versicherte der Architekt.

 

Bastionen

Auch das Umfeld der Bastion VII in der Kleinen Feldstraße hat „Station C23“ in seinem Entwurf berücksichtigt. Vor dem Bau sollen ein Reliktgarten und ein Vorplatz mit 100 Sitzplätzen entstehen. Die Bastion selbst wird im Zuge der Laga vollsaniert und dient möglicherweise als Kirchenstandort (TZ berichtete).

Die Bastion VIII, die sich auf einer der Grünflächen der künftigen Stadthalle auf dem Schlachthofgelände befindet, soll hingegen in einen Stadtbalkon umgewandelt werden Das sei eine sehr wertvolle Stelle, betonte Rudolph. „Dort ist der einzige Ort, von dem aus die Besucher einen Blick auf die ganze Altstadt von Torgau werfen können.“

 

Kosten

Der Architekt konnte den Stadträten am Mittwoch auch eine erste Kostenschätzung vorlegen. Bisher kommt auf Torgau eine Gesamtsumme von fast 14 Millionen Euro zu. Dieser Betrag setzt sich aus den Baunebenkosten, welche zum Beispiel die Ausgaben für Gutachten und die Architekturplanung von „Station C23“ beinhalten, und den Baukosten zusammen.

Die reinen Baukosten belaufen sich inklusive der Mehrwehrtssteuer auf einen Wert in Höhe von rund 12 Millionen Euro. Auf den Quadratmeter heruntergerechnet liegt sind das 51,08 Euro. Das sei für eine Landesgartenschau nicht viel, meinte Rudolph, der mit seinem Team bereits für die Planung und Durchführung der Laga in Oelsnitz im Jahr 2015 verantwortlich war.

 

Schlossgarten

In dem Entwurf von „Stadtion C23“ ist der Rosengarten momentan nicht inbegriffen. Trotzdem solle die Anlage sowohl in Bezug auf die Gestaltung als auch auf die Veranstaltungen mit in die Laga einbezogen werden. Das versprach Bettina Klein, die Landesgartenschau-Beauftragte der Stadtverwaltung, auf Nachfrage von Dr. Volkmar Harzer (CDU). Der Garten gehört dem Landratsamt, mit dem die Stadt bereits in Kontakt stehe. Mitte des Jahres setzen sich beide Seiten laut Bettina Klein wieder zusammen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
 

 

Info:
Die Bürger sollen in Zukunft regelmäßig die Gelegenheit bekommen, sich über den aktuellen Planungsstand der Laga zu informieren. Die nächste ergibt sich am 27. April. Um 10 Uhr startet am Elberadweg zwischen Wasserwanderrastplatz und Bootshaus die erste öffentliche Baustellenführung. Wenige Tage später findet am 2. Mai im Haus der Presse ein Informations-Abend statt. Details dazu gibt die TZ in Kürze bekannt.


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