Freitag, 24. Mai 2019
Donnerstag, 18. April 2019

TORGAU

"Unser Dorf stirbt in jedem Fall nicht aus"

Auch das Denkmal wurde in Mehderitzsch inspiziert.Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Mehderitzsch. Ortsvorsteher Reinhard Schmidt freute sich bei der Frühlingstour von Romina Barth über die neu entstandenen Häsuer in Mehderitzsch. Trotzdem gab es neben den postiven Anliegen, auch ein paar negative.

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Wann bekommt man schon mal eine geklöppelte Tulpe geschenkt? ... Bei Romina Barth war es am Dienstag so weit. Im Rahmen ihrer Frühlingstour durch Mehderitzsch traf die Oberbürgermeisterin auf die Klöppelgruppe des Mehderitzscher Heimatvereins, von deren Mitgliedern sie das kleine Präsent überreicht bekam. Um genauer zu sein von Christina Holzmüller, die stolz erzählte, dass sie und die weiteren Frauen sich seit zehn Jahren alle zwei Wochen treffen, um ihrem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Dafür nutzen sie einen der Räume im Dorfgemeinschaftshaus, dessen Fenster mithilfe der Pauschale zur Stärkung des ländlichen Raumes saniert werden.

„Dadurch ist unser größtes Anliegen bereits abgehakt“, stellte Ortsvorsteher Reinhard Schmidt gleich zum Beginn des Rundgangs fest. Trotzdem gibt es noch die eine oder andere Stelle, an der die Mehderitzscher Handlungsbedarf sehen und die bei der Tour am Dienstag in Augenschein genommen wurden.

Gleich bei der ersten Station handelte es sich um eine derartige Stelle: as Feuerwehrhaus. Beziehungsweise die Fassade des Gebäudes. Die ist nämlich das Problem. Sie weist teilweise tiefe Risse auf und sollte laut den Kameraden dringend erneuert werden. „Wir machen wirklich viel in Eigenleistung. Unter anderem haben wir einen ehemaligen Kohleschuppen zur Toilette umfunktioniert und kümmern uns selbst um unsere Außenanlagen. Und sonst können wir uns mit unserer Ausstattung nicht beschweren. Aber die Ausbesserung der Fassade muss in Angriff genommen werden“, machte Wehrleiter Michael Joost seinen Standpunkt deutlich.

Gaststätte ist Störfaktor

Die Fassade ist bei der ehemaligen Gaststätte an der Hauptstraße des Dorfes nur einer von vielen Punkten, die den Einwohnern Sorgen bereiten. So kritisierte eine Mutter aus dem Torgauer Ortsteil den allgemeinen baulichen Zustand des Gebäudes. Sie habe Angst, dass ihre Kinder von einem Ziegel getroffen werden könnten, wenn sie an dem Haus vorbeilaufen.

Der frühere Gatsronomiebetrieb steht seit Jahren leer und befindet sich im Besitz der Verwaltungs GmbH Mehderitzsch, dessen hundertprozentiger Gesellschafter Dr. Volkmar Harzer ist. Er erklärte vor Ort, dass er nach dem Erwerb sowohl mit der Familie Pfennig als auch mit Detlef Rudl in Verhandlungen gestanden habe. Letztlich sei es jedoch bei keiner der beiden Parteien zum Verkauf gekommen. Daher steht der Bau unverändert an Ort und Stelle. Ein Abriss komme für Harzer nach seiner Aussage nicht in Frage. Er werde das Objekt nun mithilf eines Maklers öffentlich zum Verkauf anbieten. Das habe sich bisher durch die offene Grundschuld nicht gelohnt. „Jetzt ist die Grundschuld ausgetragen und ich hoffe, dass sich schnell geeignete Kaufinteressenten finden. Immerhin steht die Gaststätte auf einem zentralen Platz im Ort, der im Moment keinen schönen Anblick bietet.“

Kommt bald neue Einbahnstraße?

Der Anblick des Wohnbaugebietes Am Eichberg sorgte m gegensatz dazu für Freude. Zu erkennen war eindeutig, dass sich dort immer mehr Familien ansiedeln. „Unser Dorf stirbt in jedem Fall nicht aus“, hob der Ortsvorsteher hervor. Trotzdem wurde von Klaus Weber ein Manko des dortigen Standortes angesprochen, dass sich auf die Straße Am Eichberg bezog. 

„Wenn man um die Kurven fährt, kann man vorher in keiner Weise erkennen, ob einem ein Auto entgegenkommt oder nicht. Außerdem spielen häufig Kinder in der Nähe. Daher wäre es besser, wenn die Straße als Einbahnstraße gekennzeichnet werden würde. Dafür hatte ich sogar vor mehr als 20 Jahren schon mal einen Antrag gestellt.“ Ordnungsamtsleiterin Anke Eckert sicherte Weber zu, den Fall erneut zu prüfen. Versprechen könne sie aber nichts. Der Mehderitzscher zeigte sich mit dieser Antwort dennoch zufrieden. Er finde es gut, dass Romina Barth und ihre Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung diese Frühlingstour durchführen und man dabei Probleme ansprechen könne.

„Insgesamt können wir uns in Mehderitzsch nicht beschweren. Ich fühle mich zumindest sehr wohl hier, vor allem die Ruhe schätze ich sehr.“

Gleiches gilt für die Erzieher und die Kinder der Kita „Elbhasen“. Die Einrichtung war eine der letzten Stationen des Spaziergangs. Die Leiterin Ines Augustin führte die Anwesenden durch die Räumlichkeiten und betonte dabei, dass sie und ihre Kollegen sich mit der Einrichtung sehr glücklich schätzen könnten. „Sicherlich müssten die Wände in nächster Zeit mal neu gestrichen werden, selbst der Spielplatz ist ein wenig renovierungsbedürftig. Doch die ländliche Umgebung, die Ruhe und die Nähe zur Elbe sind ideal. Die Kinder genießen das sehr.“

Genießen stand anschließend auch auf dem Programm. Bei Bratwürsten ließen die Teilnehmer der Frühlingstour den Abend ausklingen.

Der nächste Vor-Ort-Termin findet am 24. April in Loßwig statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr die ehemalige Gaststätte des Dorfes.


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