Sonntag, 20. Oktober 2019
Dienstag, 7. Mai 2019

NORDSACHSEN

Brandschutz zuhause: So werden Brände im Eigenheim verhindert

Brände im Eigenheim kann jeder durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen effektiv vermeiden. Foto: fotolia.com © Gorodenkoff

Torgau. In den letzten Monaten sorgten mehrere Brände von Gartenlauben im Süptitzer Weg für Schlagzeilen. Die Feuerwehren in der Region sind aber auch bei anderen Bränden häufig im Einsatz.

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Immer wieder kommt es zu Wohnungsbränden, die durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen vermieden werden könnten.

In den meisten Fällen kommt es zu Wohnungsbränden durch Elektrizität, z. B. defekte Geräte oder Kabel, aber auch in der Küche kann schnell ein Brand entstehen, wenn man vergisst, die Herdplatten abzustellen oder beim Kochen das Essen anbrennt. Gerade bei älteren Menschen sind oft veraltete Elektrogeräte im Einsatz, die eine Gefahrenquelle darstellen können. Aber auch unbeaufsichtigte Kerzen auf dem Adventskranz oder der leichtsinnige Umgang mit Feuerwerkskörpern an Silvester ruft die Feuerwehren häufig auf den Plan. Dabei kann jeder mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen Brände vermeiden. Einige Brandschutzmaßnahmen im Haushalt sind sogar Pflicht.

Die bundesweiten Statistiken decken sich in etwa mit denen der freiwilligen Feuerwehr Torgau, die bei etwa jedem 4. Einsatz einen Brand löschen muss, viele davon in privaten Haushalten. Dabei sind Rauchvergiftungen die häufigste Todesursache bei Wohnungsbränden, weitaus mehr als Verbrennungen. Die Gefahr ist zu nachtschlafender Zeit am größten, wenn man nicht sofort bemerkt, dass es brennt.

Rauchmelder Pflicht

Brände im Eigenheim kann jeder durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen effektiv vermeiden. Foto: fotolia.com © photophonie

Mit Rauchmeldern ist jeder auf der sicheren Seite, rechtzeitig vor einem Brand gewarnt zu werden. Sie kosten wenig und bringen viel, denn sie lösen einen schrillen Alarmton aus, sobald sich Rauchpartikel in der Luft befinden.  An der Zimmerdecke befestigt fallen sie kaum auf und leisten im Notfall wertvolle Hilfe. Seit 2016 sind in Sachsen Rauchmelder in Neu- und Umbauten Pflicht, und zwar    

  • in jedem Schlafzimmer
  • in jedem Kinderzimmer und
  • in jedem Flur, der auch als Fluchtweg dient.

Aber auch in anderen Räumen wie dem Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder dem Dachboden sind Rauchmelder sinnvoll. In der Küche oder im Bad könnten sie jedoch Fehlalarme auslösen, ebenso im Heizungsraum oder in der Garage. Hier sollte man zu speziellen Rauchmeldern greifen, die weniger auf Dämpfe, sondern mehr auf Hitze reagieren.
Für Menschen mit Hörbehinderung gibt es auch Rauchmelder auf dem Markt, die Lichtblitze aussenden oder mit einem Vibrationsgerät ausgestattet ist, das nachts unters Kopfkissen gelegt sogar Hörgeschädigte im Schlaf vor Rauchentwicklung warnt.

Beim Kauf von Rauchmeldern sollte man auf das CE- und VdS-Zeichen achten, die Prüfnummer und den Hinweis auf die geprüfte DIN-Norm EN 14604. Der Warnton sollte mit 85 dBA auch in einer Entfernung von 3 Metern hörbar sein, und wenn die Batterie ausgetauscht werden muss, sollte 30 Tage vorher ein akustisches Signal ertönen. Auch ein Testknopf zur manuellen Überprüfung der Batteriekapazität sollte enthalten sein.


Brandschutztür nicht nur im Heizungskeller

Da, wo die Gefahr eines Brandes besonders hoch ist, empfiehlt es sich, eine Brandschutztür einbauen zu lassen. Dadurch kann sich dort entstehendes Feuer nicht so schnell auf andere Räume ausbreiten. Im Heizungskeller ist eine Brandschutztür laut Baugesetz und Landesbauordnung verpflichtend, in anderen Bereichen wie vor Garagen sind sie ebenfalls sinnvoll. Man unterscheidet je nach Dauer der Feuerfestigkeit zwischen verschiedenen Feuerwiderstandklassen. T30 und T60-Feuerschutztüren halten dem Feuer 30 bzw. 60 Minuten stand und gelten als feuerhemmend, während T90- und T120-Türen als feuerbeständig sowie T120- und T180-Türen sogar als hochfeuerbeständig bezeichnet werden.

 

Wenn der Blitz einschlägt

Wer einen Blitzableiter hat, fühlt sich bei Gewitter sicher. Das allein reicht aber nicht aus. Zwar leitet der Blitzableiter bei Blitzeinschlag den Strom des Blitzes ins Erdreich, wodurch ein Hausbrand verhindert wird, jedoch kann die Energie des Blitzes dennoch zu Schäden am Stromnetz im Haus und an Elektrogeräten führen. Abhilfe schafft ein Blitzstromableiter im Verteilerkasten und zusätzliche Überspannungsableiter im Verteiler und vor Elektrogeräten, die besonders empfindlich sind. Nur ein Elektrofachmann darf eine Blitzschutzanlage installieren und wartet diese auch in regelmäßigen Abständen. Wer zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, sollte besonders auf ausreichenden Blitzschutz achten und sich entsprechend von einem Fachmann beraten lassen.

 

Feuerwehrschalter Bei Photovoltaikanlagen

Auch die Feuerwehr muss bei einer Photovoltaikanlage im Fall eines Brandes besonders aufpassen. Denn wo Strom fließt, kann es gerade im Brandfall gefährlich werden. Ein sogenannter Feuerehrschalter schafft Abhilfe, denn wenn es brennt, kann man damit den Strom einfach ausschalten. Zwar gibt es für diesen Feuerwehrschalter keine Pflicht, jedoch hilft eine solche Notabschaltung im Brandfall nicht nur der Feuerwehr, sondern auch dem Hausbesitzer, den Brand schnell löschen zu können. Mit einem gut sichtbaren Hinweis am Haus auf eine existierende Solaranlage ist die Feuerwehr zudem sofort im Bilde.

 

Feuerlöscher im Haus sorgt für Sicherheit

Für einen Feuerlöscher im Haus besteht zwar keine Pflicht, jedoch kann er im Notfall Leben retten. Foto: fotolia.com © simone_n

Früher war ein Feuerlöscher im Umfeld von Heizungsanlagen Pflicht, die aber inzwischen entfallen ist. Trotzdem macht ein Feuerlöscher im Haus Sinn, denn bei kleineren Bränden kann jeder schnell handeln, z. B. mit einem Schaumlöscher. Außerdem kann es sein, dass in älteren Versicherungsverträgen Feuerlöscher als Pflicht aufgeführt werden und im Fall eines Brandes die Versicherung die Zahlung des Schadens ablehnt, sollte kein Feuerlöscher im Haus vorhanden sein. Umgekehrt ersetzt im Brandfall die Versicherung aber auch oft die Anschaffungskosten eines Feuerlöschers. Je nach Anwendung gibt es verschiedene Arten von Feuerlöschern. Wichtig sind neben dem passenden Feuerlöscher auch die regelmäßige Wartung, damit dieser im Bedarfsfall auch funktioniert.

 

Vorsicht bei elektrischen Geräten

Da Brände am häufigsten durch Elektrizität entstehen, ist hier besondere Vorsicht geboten. Die gute Nachricht: Mit einfachen Tricks kann man Brandgefahren durch elektrische Geräte einfach in den Griff bekommen.
Die Heizdecke sollte man über Nacht nie eingeschaltet lassen. Deshalb hat sie im Bett entweder nichts zu suchen oder sollte nur mit Zeitschaltuhr betrieben werden, damit sie sich automatisch ausschaltet Ein defekter Toaster, Wasserkocher oder Fön kann ebenfalls gefährlich werden, denn wenn bereits Funken aus dem Fön sprühen oder der Toaster selbst bei niedriger Einstellung unangenehm riecht, ist es Zeit, das Gerät auszutauschen. Besonders bei defekten Stromkabeln sollte man handeln, denn gerade in feuchten Räumen wie Küche oder Badezimmer sind solche Mängel brandgefährlich. Manchmal werden defekte Kabel auch notdürftig mit Klebeband isoliert. Die Isolierung schützt aber keineswegs ausreichend vor Feuchtigkeit, es kann dadurch leicht zu einem Kurzschluss kommen. Für feuchte Räume wie Badezimmer werden meist FI-Schutzschalter im Sicherungskasten verbaut, die bei Fehlerstrom durch zu hohe Feuchtigkeit die Stromzufuhr sofort unterbrechen. Dennoch kann man mit Elektrogeräten in feuchten Räumen nicht vorsichtig genug sein.
Der Wäschetrockner zählt zu den Elektrogeräten, durch den die meisten Brände verursacht werden. Man sollte ihn deshalb möglichst nicht betreiben, wenn man nicht im Haus ist. Ein Brandmelder in der Waschküche macht daher absolut Sinn. Geräte der Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Stereoanlagen etc. laufen häufig dauerhaft auf Standby, was nicht nur einen höheren Stromverbrauch verursacht, sondern bei Bränden eine weitere Gefahr darstellen kann. Man sollte sie stets komplett ausschalten und bei längerer Abwesenheit am besten komplett vom Stromnetz trennen.  
Gern werden Mehrfachsteckdosen für mehrere Geräte an einem Ort eingesetzt. Bei zu vielen Stromquellen an einer Steckdose ist die Brandgefahr ebenfalls nicht weit. Die Vielzahl der Geräte können für Überlastung sorgen und dadurch einen Kurzschluss verursachen.
Fernseher, Hifi-Verstärker, W-LAN-Router und Computer werden bei längerer Betriebsdauer oft sehr heiß. Sie stehen außerdem oft in Schränken oder Regalen und werden nicht ausreichend belüftet. Durch diesen Hitzestau kann leicht ein Brand entstehen. Auch durch Staub in Geräteöffnungen, die zur Belüftung gedacht sind, kann es zum Hitzestau kommen.

Smartphone-Besitzer, die ihren mobilen Begleiter nachts auf dem Nachttisch aufladen, könnten gefährlich leben, denn die Lithium-Ionen-Akkus in den Geräten können sich durch zu langes laden erhitzen und sogar explodieren. Deshalb sollte man das Smartphone nur so lange aufladen wie nötig, und das nicht gerade im Schlafzimmer.

Brandschutz in den eigenen vier Wänden sollte man also nicht auf die leichte Schulter nehmen. Geeignete Maßnahmen sind nicht teuer und verhältnismäßig einfach umzusetzen. Die örtlichen Feuerwehren helfen gern bei Fragen weiter und veranstalten regelmäßig Tage der offenen Tür, auf denen anschaulich deren Arbeit und Gefahrenzonen im Alltag näher beleuchtet werden.


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