Montag, 27. Mai 2019
Freitag, 10. Mai 2019

GESPRÄCH AM SONNTAG

René Bruschke: "Viele Hunderttausend Euro investieren!"

Forstoberrat René Bruschke: „Der Schutz der Annaburger Heide braucht das enge Zusammenwirken der Behörden und Feuerwehren im Dreiländereck von Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.“Foto: Bundesforst

von unserer Redakteurin Gabi Zahn

Zum Waldschutz in der Annaburger Heide im Gespräch mit Forstoberrat René Bruschke

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Herzberg/Beilrode  Kürzlich hatte der Bundesforstbetrieb Mittelelbe die freiwilligen Feuerwehren aus Herzberg, Beilrode, Annaburg und  angeschlossener Ortsteile aus dem Umfeld der Annaburger Heide zum Informationsaustausch ins Truppenlager Rosenfeld eingeladen. Über das Ergebnis berichtet Forstoberrat René Bruschke, Leiter des Betriebsbereiches Ost im Bundesforstbetrieb Mittelelbe.

SWB: Herr Bruschke, welche Themen brannten sprichwörtlich auf der Seele?
René Bruschke: Gemeinsam mit Stabsfeldwebel Mario Reihs vom Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf wurde nochmals über das intensive Waldbrandgeschehen des Jahres 2018 resümiert. Die Holzerntemaßnahme auf der Großbrandfläche im Revier Kreuz in der Mitte der Annaburger Heide ­– ist inzwischen abgeschlossen. Dort standen 80 Hektar Fläche unter Flammen. Für das Frühjahr 2020 ist die planmäßige Wiederaufforstung geplant. Darüber hinaus laufen aus Haushaltmitteln des Bundes Erneuerungen und Verbesserungen an acht Löschwasserbrunnen. Weiterhin sind mehrere Brückenbauprojekte zur Verbesserung der Befahrbarkeit des zum Teil unwegsamen Übungsareals angeschoben.
 

Die schlechte Telekommunikation in der Annaburger Heide hatte die Löscharbeiten erschwert ...
Leider konnte  noch keine wirkliche Verbesserung erzielt werden.
 

Wo liegen die Hürden?
Hier erweist sich die Klärung offene  Fragen hinsichtlich der formalen Zuständigkeiten und der Finanzierung im Dreiländereck noch als schwierig. Bezüglich eines verbesserten Digitalfunks hat sich der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt eingebracht. Wir hatten dennoch gehofft, dass es etwas schneller geht. Aber wir sind mitein-ander im Gespräch.
 

In Teilbereichen des Schießplatzgebietes besteht nach wie vor erhebliche Gefahr durch „Fundmunition“!
Besonders sensible Bereiche sollen auf Vorschlag des Bundesforstbetriebes mittelfristig durch Neuanlage oder Reaktivierung von breiten Feuerschutzschneisen umschlossen werden. So kann ein Übergreifen von Vollfeuern auf größere Waldbereiche verhindert werden. Grundlage hierfür ist die im März 2019 zwischen Bundeswehr, Bundesforst und Bundeswehrdienstleistungszentrum verabredete Ausweisung von Waldfunktionen. Diese umfasst neben Lärm- und Sichtschutzpflanzungen auch ein umfangreiches Flächenpaket an Brandschutzmaßnahmen.
 

In den Vorjahren wurde das Fehlen von aussagefähigem Kartenmaterial bemängelt. Liegt das jetzt vor?
Nunmehr konnte der Bundesforstbetrieb, dank der Unterstützung der bundesforsteigenen Kartenstelle in Hannover,  für die gesamte Bundesliegenschaft, also nicht nur für den militärisch genutzten Teil der Annaburger Heide, eine länder-übergreifende Rettungs- und Waldbrandeinsatzkarte präsentieren und den Feuerwehren in gedruckter sowie digitaler Form übergeben. Den Einsatzleitstellen sowie Waldbrandschutzbehörden der Länder waren diese Unterlagen im Vorfeld schon zugeleitet worden.
Diese Karten enthalten auf der Grundlage der Forstbetriebskarten Angaben zu Rettungspunkten, Löschwasserstellen sowie den Hauptfahrwegen und definieren auch besonders waldbrandgefährdete Bereiche.
 

Das heißt, die Feuerwehren können im Brandfall schneller an die Brandherde geführt werden?
So ist es, denn damit werden auch den Einsatzleitungen Hilfestellungen zur Bekämpfungstaktik gegeben. Gleichzeitig können Investitionsvorhaben für den Brandschutz auf der Grundlage der gemeinsam abgestimmten Konzepte zielgerichteter und mit einer gewissen Planungssicherheit angegangen werden.
 

Wie ist die aktuell die Lage? Es hat zwar geregnet, …
… aber die Mengen reichen keinesfalls aus, um das Defizit von vielen Monaten Trockenheit auszugleichen. Der Niederschlag war gut, um die Oberfläche zu befeuchten. Aber für die dringend notwendige Grundwasserbildung brachte das noch nichts.
 

Wie lange hält das die Vegetation aus?
Eine Antwort, die zu schnellen Lösungen führt, gibt es nicht, aber mit den umfangreichen Anpflanzungen, die wir gegenwärtig und in den nächsten Monaten und Jahren realisieren, etablieren wir den Wald der nächsten 150 bis 200 Jahre!  Wir arbeiten deshalb an umsetzbaren Strategien, die die Walderhaltung und -erneuerung zum Ziel haben.  
 

Welche Visionen hat der Bundesforst für den Wald der Zukunft?
Bisher pflanzen wir vorwiegend Traubeneiche, Linde und andere heimische Laubbaumarten. Künftig kann es verstärkt auch die Rot-Eiche sein, die aus Nordamerika kommt, auch die Robinie aus Südeuropa. Diese Baumarten und andere mehr sind wärmetoleranter. Die Douglasie und weiterhin auch die Kiefer sind im Nadelbaumbereich von Bedeutung.  Um die Chance zum Anwachsen zu optimieren, haben wir jüngst mit Forstfachleuten vor Ort diskutiert, ob es nicht besser ist, statt wie bisher wurzelnackte Setzlinge solche mit Ballen zu pflanzen. Das ist aber  teurer und bedarf bezüglich der Baumschulen einer längeren Vorbereitung. Fakt ist auch: Als öffentliche Verwaltung müssen wir bei solchen Vorhaben Ausschreibungen tätigen, bundes- oder mitunter auch europaweit. Das geht nicht von heute auf morgen.

Gespräch: SWB/gzn


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