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NORDSACHSEN

Haushalten in Torgau: Mit dem Einkommen auskommen

Foto: Fotolia.com; Datei: #233924494 | Urheber: Studio Romantic

Viele Haushalte in Torgau müssen mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen über die Runden kommen. Da stellt sich einerseits die Frage nach den Gründen und andererseits jene, wie das Auskommen mit einem geringen Einkommen funktionieren kann.

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Durchschnittlich 18.980 Euro haben die privaten Haushalte in Torgau pro Jahr und Kopf zur Verfügung. Als Vergleich sind es in vielen Regionen von West- und Süddeutschland mehr als 25.000 Euro. Somit bewegt sich die Kaufkraft in Torgau auf einem unterdurchschnittlichen Niveau, bezogen auf die gesamte Bundesrepublik. In Ostdeutschland ist ein Einkommen in dieser Höhe hingegen die Norm. Nur in wenigen Gebieten haben die Haushalte 20.000 Euro oder mehr pro Kopf zur Verfügung. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Einkommensniveau in Ostdeutschland ist geringer

Bis zu 30 Prozent macht der Gehaltsunterschied je nach Beruf aus, sprich im Westen verdienen die Erwerbstätigen für denselben Job deutlich mehr Geld. Die geringeren Lebenshaltungskosten in Ostdeutschland relativieren diesen Unterschied nur teilweise. Alles in allem, kommen die Haushalte hier finanziell meist dennoch schlechter weg als vergleichbare Familien in Westdeutschland. Während eine Fachkraft in den alten Bundesländern durchschnittlich knapp 43.000 Euro pro Jahr nach Hause bringt, sind es in den neuen Bundesländern fast 10.000 Euro weniger.

Doch es gibt einen Lichtblick: In den vergangenen Jahren ist die Erwerbslosenquote in Ostdeutschland deutlich zurückgegangen und auch die Löhne steigen langsam. Die Unternehmen sträuben sich aber gegen solche Steigerungen beim Gehalt, denn das würde die neuen Bundesländer als Produktionsstandort für sie zunehmend unattraktiv machen. Ob und wann eine finanzielle Besserung für Haushalte in Torgau eintreten wird, lässt sich daher zum jetzigen Stand nicht vorhersagen. Bis dahin bleibt den Betroffenen nur eine Wahl: Sie müssen mit ihrem geringen Einkommen auskommen.

Haushaltsbuch ist der erste wichtige Schritt

Wer also merkt, dass die Einnahmen für die Lebenshaltungskosten nicht reichen oder kein Geld mehr für Luxus wie einen Urlaub übrig bleibt, sollte sich einmal intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Ein erster wichtiger Schritt besteht dann in einer Bestandsaufnahme. Ein Haushaltsbuch ist dabei ein willkommener Helfer. Hierin können über einen Zeitraum von mehreren Monaten sämtliche (!) Einnahmen sowie Ausgaben aufgelistet werden. Denn der Überblick geht ohne eine solche Dokumentation schnell verloren: Nur ein Euro hier, nur zwei Euro dort – oft wird erst im Haushaltsbuch ersichtlich, wohin das ganze Geld wirklich fließt.

Im zweiten Schritt können die monatlichen Einnahmen sowie Ausgaben addiert und gegenübergestellt werden. Schnell wird dann deutlich, ob das Einkommen ausreicht und wie viel pro Monat gespart werden kann – oder wie viele Schulden sich anhäufen beziehungsweise angehäuft haben. In letzterem Fall empfiehlt sich, so schnell wie möglich einen professionellen sowie seriösen Schuldnerberater zu konsultieren, bevor die Situation außer Kontrolle gerät. Befinden sich die Finanzen hingegen noch im grünen Bereich, gibt es dennoch viele Optimierungsmöglichkeiten.

Einnahmen erhöhen und Ausgaben senken

Wer sich bereits die Arbeit gemacht hat, ein solches Haushaltsbuch aufzusetzen und auszuwerten, sollte sich anschließend nicht zufrieden zurücklehnen und Däumchen drehen. Einsparungsmöglichkeiten gibt es schließlich viele und so kann die finanzielle Situation stets noch verbessert werden. Das passiert in zwei Phasen:

  1. Erst einmal gilt es zu prüfen, ob die Ausgaben verringert werden können.
  2. Anschließend kann eine Finanzlücke eventuell durch höhere Einnahmen gedeckt werden.

Am Ende dieser zwei Phasen sollte das Einkommen zumindest für die Lebenshaltungskosten reichen. Ansonsten müssen eventuell staatliche Beihilfen beantragt werden. Besser wäre es natürlich, wenn der Haushalt sich sogar ein finanzielles Polster ansparen kann, um zukünftig unerwartete Ausgaben problemlos zu decken, hin und wieder ein neues Auto zu kaufen oder einfach mal in den Urlaub zu fliegen.

Vielfältige Möglichkeiten für Einsparungen im Alltag

Um zu sehen, ob überhaupt zusätzlicher Finanzbedarf herrscht, wird also erst einmal auf der Ausgabenseite begonnen. Die meisten Menschen geben im Alltag viel Geld aus, welches sie problemlos einsparen könnten – ohne dabei auf irgendetwas verzichten zu müssen. Wie bereits erwähnt, sind es häufig die kleinen Ausgaben, welche sich am Ende des Monats zu einem nennenswerten Betrag kumulieren. Doch auch bei großen Kostenblöcken wie Versicherungsbeiträgen gibt es Sparpotenziale. Wie und wo lässt sich im Alltag also Geld sparen?

  • Es ist sinnvoll, einmal sämtliche laufende Verträge durchzugehen und zu prüfen, ob diese noch benötigt werden. Wenn nicht, so empfiehlt sich die schnellstmögliche Kündigung. Wenn doch, so können sie eventuell durch günstigere Alternativen wie eine andere Versicherungspolice oder einen billigeren Handyvertrag ersetzt werden. Allein durch den Wechsel des Strom- oder Gasanbieters lassen sich oft dreistellige Beträge pro Jahr einsparen.
  • Das Essen im Restaurant, der Coffee-to-Go und andere Ausgaben für Lebensmittel machen schnell dutzende bis hunderte Euro pro Monat aus. Wer stattdessen selbst kocht oder seinen morgendlichen Kaffee von Zuhause mitnimmt, spart eine Menge Geld – und ernährt sich in der Regel auch gesünder.
  • Bewusstes Einkaufen im Supermarkt hilft dabei, beim Wocheneinkauf große Einsparungen zu machen. Einerseits hilft die Wahl eines günstigen Händlers, denn je nach Supermarkt ist das Preisniveau von Vornherein niedriger oder eben höher. Andererseits sollten teure Waren durch günstige Alternativen ersetzt werden – wenn möglich. Das bedeutet: Es muss anstelle der teuren Butter nicht die Margarine sein, aber dafür eben die günstigere Butter. Bei frischen Waren wie Fleisch, Fisch, Gemüse & Co darf hingegen der Gesundheit zuliebe nicht gespart werden. Fleisch sollte sowieso nur in Maßen genossen werden. Also lieber hin und wieder darauf verzichten, um sich dann im Fall der Fälle hochwertige Waren leisten zu können.
  • Das Einkaufsverhalten zu hinterfragen, spart aber nicht nur bei Lebensmitteln viel Geld. Auch bei anderen Anschaffungen wie neuer Kleidung, Spielsachen & Co sollte stets die Frage gestellt werden: Brauche ich das wirklich? Und wenn ja, bekomme ich es irgendwo günstiger – vielleicht im Internet oder auf einem Flohmarkt?
  • Das Konsumverhalten führt auch dazu, dass viele Menschen kaputte Elektrogeräte zu schnell aussortieren. Sie kaufen sich also eine teure neue Waschmaschine, anstatt das alte Modell zu reparieren. Dabei ist das bereits mit ein wenig Grundwissen und etwas handwerklichem Geschick in vielen Fällen problemlos möglich. Sei es also bei der Waschmaschine oder bei anderen „kaputten“ Dingen, die in den Müll wandern sollen: Erst sollte der Versuch erfolgen, diese doch noch zu reparieren.
  • Ist die Finanzlücke dennoch zu groß, sind auch drastischere Einsparungen möglich: Der Umzug in eine günstigere Wohnung beispielsweise oder der Verzicht auf ein eigenes Auto.

Viele Menschen möchten solche Einschnitte aber unbedingt vermeiden. Es lohnt sich dann erst einmal ein Blick auf die zweite Phase – die mögliche Erhöhung der Einnahmen, um die Finanzlücke zu schließen.

Einnahmen erhöhen ist nicht immer machbar

Wer sich im Alltag nicht einschränken möchte, obwohl die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, muss also sein Einkommen erhöhen. Das ist aber leichter gesagt als getan. Den , ist ein guter Anfang, allerdings sind solche nur rund alle zwei Jahre sowie in einer Höhe von maximal drei bis fünf Prozent üblich. Manchmal kann auch die Wochenarbeitszeit und somit das Einkommen erhöht werden. Wer Zeit und die Genehmigung des Arbeitgebers hat, kann zudem einen Nebenjob annehmen, beispielsweise auf 450-Euro-Basis. Auch ein selbstständiger Nebenverdienst ist denkbar.

Muss nur eine kurzfristige Finanzlücke geschlossen werden, reicht manchmal schon der Verkauf von Dingen über Flohmärkte, eBay & Co aus, welche der Haushalt selbst nicht mehr benötigt. Das Einkommen zu erhöhen ist also durchaus möglich, allerdings für viele Familien nicht machbar, weil beispielsweise die alleinerziehende Mutter ohnehin schon zwei Jobs und keine zusätzliche Zeit mehr hat. Unter Umständen können zusätzlich Hilfsgelder wie Wohngeld oder Sozialhilfe beantragt werden. Ist der Finanzbedarf immer noch nicht gedeckt, führt der Kreislauf wieder zurück zur Ausgabenseite – und immer so weiter. Es gilt, so lange an den beiden Stellschrauben zu drehen, bis der Haushalt endlich mit dem Einkommen auskommen kann.


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