Mittwoch, 16. Oktober 2019
Donnerstag, 2. Mai 2019

TORGAU

Internationale Jugendbegegnung schafft neue Freundschaften

Alle Schüler auf einen Blick. Rechts zu sehen ist Julia Kasperski, sechste von rechts ist Aleksandra Zadlo.Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Torgau. Die erste internationale Jugendbegegnung in Torgau ist Geschichte. Doch für die Teilnehmer und Organisatoren ist das Projekt nach wie vor präsent. Bei allen kam der Austausch gut an.

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Der Schulalltag hat Julia Kasperski wieder. Doch die Erinnerungen an die vergangene Woche sind fu¨r die Gymnasiastin nach wie vor präsent. Als eine von zwölf Jugendlichen nahm sie an der ersten internationalen Jugendbegegnung in Torgau teil. Fu¨nf Tage verbrachte sie im Rahmen des Projektes „En_Counter Elbe Day 2019“ mit jeweils fu¨nf polnischen und ukrainischen Schu¨lern sowie mit Joceline Köhler, der zweiten Torgauerin. Zusammen setzten sie sich stärker mit dem Elbe Day und dem Thema Frieden auseinander.

„Frieden hat fu¨r mich schon immer einen hohen Stellenwert gehabt. Durch das Projekt habe ich erfahren, dass es Jugendlichen aus anderen Ländern genauso geht“, wirft Julia einen Blick zuru¨ck. Sie sei durch den Austausch auf verschiedene Sachen aufmerksam gemacht worden, u¨ber die sie vorher noch nie nachgedacht habe. „Die ukrainischen Jugendlichen waren zum Beispiel sehr enttäuscht und verwundert daru¨ber, dass u¨berwiegend russische Flaggen in der Stadt hängen, anstatt die Flaggen aller 15 Staaten, die damals die Sowjetunion bildeten. Das macht mich mittlerweile stutzig und ich fände es schön, wenn sich das in Zukunft ändern wu¨rde.“

"Sprachbarrerien sind kein Hindernis für Freundschaften."

Mit den anderen Jugendlichen hat sich die 16-Jährige gut verstanden. Sie habe jeden ins Herz geschlossen und wisse nun ganz genau, dass Sprachbarrieren kein Hindernis fu¨r Freundschaften seien. Den Kontakt zu ihren neu gewonnenen Freunden möchte Julia beibehalten. Sie vermisse jeden von ihnen schon jetzt. Dabei sind die ukrainischen und polnischen Teilnehmer est am Sonntag aus Torgau abgereist. Zuvor hatten alle zum letzten Mal gemeinsam gefru¨hstu¨ckt und die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren lassen. Nach der Ankunft am Mittwoch hatten die Schu¨ler am Abend die Gelegenheit, sich kennenzulernen, bevor sie sich am Donnerstag mit dem Elbe Day und dessen Geschichte beschäftigten. Dazu zählte auch der Besuch der Kranzniederlegung am Nachmittag am Denkmal der Begegnung.

„Die Zeremonie war fu¨r mich ein sehr besonderer Moment. Die Reden der Politiker wirkten im Zusammenspiel mit der Musik andächtig und schön“, berichtete Aleksandra Zadlo der TZ am Freitagvormittag. Die 16-Jährige gehörte der Schu¨lergruppe aus Polen an und hatte Torgau samt dessen Geschichte schon vor der Jugendbegegnung sehr interessant gefunden. Um sich die Stadt einmal vor Ort anschauen zu können, meldete sie sich fu¨r das Projekt an. Ihr erstes Fazit von „En_Counter Elbe Day 2019“ fiel positiv aus. „Wir sind eine gute Gruppe und verstehen uns wirklich gut, obwohl wir unterschiedliche Sprachen sprechen. Größtenteils verständigen wir uns auf Englisch. Trotzdem entsteht zusammen mit Polnisch, Ukrainisch und Deutsch eine spannende sprachliche Mischung. Ich habe sogar erste Wörter auf Deutsch gelernt“, sagte die Polin und ließ sogleich Beweise folgen. „Guten Tag. Guten Morgen. Wo wohnst du? Woher kommst du?“, konnte Aleksandra am Donnerstag fragen und erhoffte sich, ihren Wortschatz in den folgenden Tagen noch zu erweitern.

Gelungenes Pilotprojekt

Fu¨r sie und die weiteren Teenager stand am Freitag der Besuch einiger Denkmäler in Torgau, auch der von Fort Zinna, auf dem Programm. Zudem hatten sie sich der Erarbeitung ihrer Ausstellung gewidmet, die sie am Samstag im DIZ als Teil der Sonderausstellung „Torgau 1945 – Ein Kriegsende in Europa“ eröffneten und die noch bis zum 10. Juni zu sehen ist. Auf mehreren Plakaten berichten die Schu¨ler von ihren Erlebnissen und Eindru¨cken in Torgau. Zum einen auf Deutsch, zum anderen auf Polnisch und Ukrainisch. So sei eine vielschichtige Darstellung entstanden, freut sich Yvonne Meyer u¨ber das Ergebnis. Sie war neben Christian Schmidt und Diana Wesser eine der Organisatoren der Jugendbegegnung und zeigte sich im Nachgang gegenu¨ber der TZ nicht nur mit der Ausstellung zufrieden: „Sowohl ich als auch meine beiden Kollegen sind beeindruckt von dem Verlauf des Projektes. Die Jugendlichen waren aufmerksam, haben viele Fragen gestellt, sind schnell zusammengewachsen und haben sogar versucht, sich in allen drei Sprachen zu unterhalten. Das erlebe ich nicht oft.“ Einer der polnischen Schu¨ler habe am Ende sogar gesagt, dass die internationale Jugendbegegnung das beste Projekt der Welt sei. „Das war fu¨r uns das größte Dankeschön, das wir hätten bekommen können. Sicherlich gibt es Punkte, die wir im nächsten Jahr verbessern werden. Die Auswertung der Feedbackbögen läuft gerade, der Wunsch nach mehr Freizeit wird darin bestimmt auftauchen. Doch insgesamt war es aus unserer Sicht ein gelungenes Pilotprojekt.“

Zum selben Schluss kommt ebenfalls Julia. Sie könne sich wirklich u¨ber fast nichts beschweren, schwärmt sie. Es habe Spaß gemacht, die Aufgaben zu erfu¨llen und in unterschiedlichen Gruppen zu arbeiten. Auch die Organisatoren seien alle sehr geduldig und sympathisch gewesen. „Die einzigen zwei Sachen, die ich mir fu¨r die Zukunft wu¨nschen wu¨rde, sind eine längere Dauer des Austauschs und, dass auch die deutschen Schu¨ler bei den anderen untergebracht sind. Dann könnte man den ein oder anderen Abend länger gemeinsam verbringen. Vielleicht findet sich dafu¨r eine Möglichkeit, gerade nach der Eröffnung der Jugendherberge kann ich mir das gut vorstellen.“

Die Torgauerin möchte sich im nächsten Jahr erneut an der Jugendbegegnung beteiligen und kann die Teilnahme auch anderen Jugendlichen nur ans Herz legen: „Ich habe in wenigen Tagen andere Kulturen, Sichtweisen und tolle Menschen kennengelernt. Mitmachen lohnt sich also in jedem Fall!"


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