Montag, 17. Juni 2019
Montag, 27. Mai 2019

TORGAU

Torgauer sollen bei Logo mitreden

Claus Höfner (vorn) verteidigte den Entwurf und den Weg dorthin.

von unserer Volontärin Elisa Perz

Torgau. Am Mittwoch sollte der Stadtrat über das neue CD abstimmen / Ein Antrag der CDU verhinderte das

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Eigentlich hätte Torgau seit Mittwoch ein neues Logo haben sollen. Für den Stadtrat stand die Abstimmung über das neue Corporate Design (CD) der Großen Kreisstadt an, das in der Sitzung vorgestellt wurde. Doch der Abend verlief anders als geplant. Auf einen Antrag der CDU-Fraktion wurde der Tagesordnungspunkt verschoben. Der Grund: Die Bürger sollen die Möglichkeit bekommen, sich an der Entscheidung über das CD zu beteiligen.  

Pro & Contra

Den Anstoß für die Vertagung des Beschlusses gab Frank Scherzer. Er hatte den Entwurf für das CD zwar zunächst gelobt. Es sehe sehr ansprechend aus, meinte er. Doch danach brachte er seine Forderung an: „Das neue Corporate Design wird uns die nächsten Jahre begleiten und soll eine werbewirksame Außendarstellung erzielen. Dafür muss es einerseits eben werbewirksam sein und andererseits müssen sich die Torgauer damit identifizieren können.“ Er halte es deshalb für wichtig, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen und die Bevölkerung innerhalb einer angemessenen Frist zur Meinungsäußerung aufzufordern. Dabei brachte er auch das Argument an, dass dadurch mehr Transparenz gezeigt werde. Am Ende erhielt der Antrag von Scherzer von neun Stadträten Zustimmung. Dazu gehörten Edwin Bendrin, Ingo Baldauf – der das Logo als „zu austauschbar“ und „nicht gut genug“ bezeichnete – sowie alle Räte der CDU-Fraktion außer Henry Goldammer. Letzterer enthielt sich bei der Abstimmung genauso wie Romina Barth, während die restlichen sieben anwesenden Stadträte dagegen stimmten.
Zu jenen sieben Personen zählten unter anderem Karl-Friedrich Potzelt (Die Linke) und Claus Höfner (FWG), die beide gemeinsam mit weiteren Torgauern im Rahmen von Workshops an dem Entstehungsprozess mitgewirkt hatten. Dabei hatten sie auch darüber gesprochen, ob weitere Bürger in die Entscheidung einbezogen werden sollen oder nicht. Das Urteil fiel auf die zweite Option. „Dieses Prozedere ist für mich unverständlich. Wir haben demokratisch beschlossen, keine weiteren Bürger zu beteiligen, und dabei sollten wir bleiben“, kritisierte Potzelt, dessen Meinung sich Höfner anschloss. Die Teilnehmer der Workshops bildeten „ein großes, breites Gremium, dass den Querschnitt der Torgauer Bevölkerung gut repräsentierte“, argumentierte der FWG-Stadtrat. Er kam zudem auf die Umsetzung der Bürgerbeteiligung zu sprechen. „Das ist in kurzer Zeit nicht möglich. Wer soll die Vorschläge der Bürger auswerten?“, warf Höfner als Frage in den Raum. Er hatte schon direkt nach der Präsentation, als von der Bürgerbeteiligung noch keine Rede war, seinen Zuspruch für das Logo dargelegt. Es sei eine gelungene Mischung aus dem, was die Torgauer kennen würden und der zukunftsorientierten Weise, die der Claim zum Ausduck bringe.

Zu sehen ist das vom Gremium gewählte Logo 3, das auch im Stadtrat präsentiert wurde. Zwischen diesem und den beiden oberen kann die Öffentlichkeit bei der Abstimmung wählen. Die beiden oberen werden bis dahin allerdings noch finalisiert. Grafiken: Webagentur Anja Tessmann


Ob das auch die Mehrheit der Torgauer Bürgerschaft so sieht, wird sich demnächst zeigen. Die Öffentlichkeit soll voraussichtlich über eine separate Internetseite über das CD informiert werden und zwar „so schnell wie möglich“, hieß es seitens der Stadtverwaltung auf Nachfrage. Auf der Seite werden den Bürgern sowohl die drei Logovorschläge als auch mögliche Entwürfe von Broschüren oder Plakaten vorgestellt. Innerhalb eines gewissen Zeitraumes, der momentan noch nicht feststeht, können die Torgauer für ihren Favoriten abstimmen. Das auf diese Weise ermittelte Meinungsbild soll dem Stadtrat letztlich als Entscheidungsgrundlage dienen. Wie genau diese Entscheidungsgrundlage aussehen wird, ist noch offen.
Entwickelt wurde das Konzept für das CD von der Berliner Webagentur Anja Tessmann im Auftrag der Stadt. Die Agentur hatte zunächst elf Logos entwickelt, von denen drei in die Endauswahl gingen. Von diesen Top 3 war wiederum ein Logo ausgewählt worden, das auch am Mittwoch im Stadtrat präsentiert wurde. Ausgesucht hatte diese finale Variante ein Gremium aus Vertretern der Bürgerschaft, unter anderem bestehend aus Stadträten wie Claus Höfner und Karl-Friedrich Potzelt, Unternehmern und Verantwortlichen von Vereinen. Außerdem wurden bei der Erstellung des Entwurfs bereits vorhandene Konzepte, wie das Tourismus-Marketing-Konzept von 2006 oder das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) von 2010, sowie Ergebnisse von Befragungen und Fachgesprächen berücksichtigt (TZ berichtete).
Die Berliner Agentur wurde im Übrigen mittels eines Ausschreibungsverfahrens ermittelt. Insgesamt sieben Bewerber hatten ihre Angebote eingereicht. Das von der Agentur Anja Tessmann liegt laut TZ-Informationen im mittleren fünfstelligen Bereich.

Info:

Das vorgestellte Corporate Design:
Das CD umfasst ein Logo, einen Slogan (auch Claim genannt) und weitere Gestaltungsvorlagen, unter anderem für Flyer, Broschüren, das Design der Landesgartenschau oder die Neuausrichtung der städtischen Webseite. Es bezieht sich auf die drei Themenschwerpunkte Natur/Elbe, Renaissance/Reformation/Residenz und Begegnung 1945, die Kommunikationsmanagerin Franziska Miehlke von der Werbeagentur Anja Tessmann anhand des von dem Gremium ausgewählten Logos aufzeigte. Die Brücke soll die Begegnung sowie die Zugänglichkeit von Torgau widerspiegeln, während die Silhouette des Schlosses für den Komplex Renaissance/Reformation/Residenz steht. Die blau und grün geschwungenen Bänder bilden die Natur und die Elbe ab. „Die Bänder weisen die Form einer Welle auf, die Torgau als eine Stadt in Bewegung darstellen soll“, erläuterte Franziska Miehlke.
Die „Welle“ beziehungsweise die Bänder dienen außerdem als Vorlage für die Gestaltung von Briefumschlägen, Plakaten oder Flyern. Auch Stempelvorlagen in verschiedenen Varianten, so ebenfalls eine in der Farbe Gold, wurden präsentiert. Das Ziel sei es, so die Kommunikationsmanagerin, eine breite Anwendung des Designs zu ermöglichen.
Der Slogan des Entwurfs lautet „GESCHICHTE VOLLER LEBEN“ und soll gleich in mehrfacher Hinsicht Emotionen wecken. Dafür wird zum einen die Steigerung von voll, also „VOLLER“, verwendet und zum anderen die doppelte Bedeutung des Wortes „LEBEN“. Das kann sowohl als Substantiv als auch als Verb angesehen werden und sei dadurch noch wirkungsvoller, ging Franziska Miehlke näher auf den Slogan ein.


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