Montag, 26. August 2019
Freitag, 7. Juni 2019

GESPRÄCH AM SONNTAG

Stefan Müller-Bahlmann:"Ein anderer Blickwinkel"

Stefan Müller-Bahlmann: „Hinter jedem Fahrrad steht eine Geschichte.“

Von unserem Redakteur Landschreiber, Henrik

Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Stefan Müller-Bahlmann, Inhaber des kleinesten Fahrradmuseums am Elberadweg in Paußnitz, warum es sich lohnt, dem Diamant-Fahrrad-Treffen einen Besuch abzustatten.

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SWB: Können Sie unseren geneigten Lesern erklären, wo Paußnitz eigentlich liegt?
Stefan Müller-Bahlmann: An der B 182 zwischen Schirmenitz und Strehla am Elbradweg. Ich wohne mit meiner Familie seit vier Jahren hier, wir fühlen uns sehr wohl. Zudem ist Paußnitz sehr geschichtsträchtig: Kennen Sie den Ring zu Paußnitz?

Da muss ich leider passen. Was hat es damit auf sich?
Der magische Ring aus Paußnitz befindet sich seit über 100 Jahren im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Das Besondere ist seine zwölfeckige Form und die eingravierte Inschrift, bestehend aus Symbolen und buchstabenartigen Zeichen. Der Ring wurde im Februar 1898 von dem Gutsbesitzer Emil Schreiber in Paußnitz gefunden. Beim Ausheben eines Baumloches stieß er auf ein kleines Keramikgefäß, das mit Silbermünzen gefüllt war und in dem auch der Ring lag. Das Bemerkenswerteste an diesem Ring ist seine Inschrift. Sie gibt auch die meisten Rätsel auf. Jedenfalls muss der Ringträger reich gewesen sein, der beigefundene Münzschatz spricht dafür. War er ein vermögender Händler, ein hoher geistlicher Herr oder ein begüterter Adliger?

Klingt spannend, also ist es kein Wunder, dass Sie an einem so geschichtsträchtigen Ort das kleinste Fahrrad-Museum am Elbradweg errichtet haben. Sind Sie sich sicher, dass es auch wirklich das Kleinste ist?
Es ist mir von der Elbquelle bis zur Elbmündung kein Größeres bekannt. Auf 30 Quadratmetern habe ich 35 alte Fahrräder ausgestellt.

Wie kamen Sie darauf, Räder zu sammeln?
Ich sammle seit zehn Jahren alte Räder. Da kam schnell eins zum anderen. Ich schaffte mir ein Rennrad von Diamant an, war auf einigen Diamant-Fahrrad-Treffen und hatte plötzlich einen ganz anderen Blickwinkel auf alte Räder. Wenn die Oma mit ihrem Fahrrad unterwegs ist, schaue ich genauer hin, weiß oftmals, welche Marke sie fährt und wie alt das Rad ist.

Radfahren liegt voll im Trend: Sind Sie selbst per Drahtesel unterwegs?
Seitdem ich auf dem Dorf wohne, nicht mehr so oft. Leider. Früher kamen täglich zehn Kilometer und mehr zusammen.

Wo haben Sie Ihre Ausstellungsstücke zusammengetragen?
Ich habe aus dem Sperrmüll viele alte Räder gerettet, manche gekauft und einige getauscht. Wenn ich meine Frau nicht hätte und mehr Platz, wären es sicher noch einige Fahrräder mehr (lacht). Zu jedem Rad gibt es eine schöne Geschichte. Ich habe ein Rad, welches aus den Kriegstrümmern von Köln gezogen wurde und über Flensburg zu mir kam. Des Weiteren nenne ich ein Modell der einstigen Friedensfahrt mein Eigen. Der Radrennsport war in der ehemaligen DDR ein Instrument, eine große Nummer. Mein ältestes Rad stammt aus dem Jahr 1924.
Mifa und Diamant, die großen Marken der einstigen DDR – das war einmal.

Kommt deswegen Wehmut bei Ihnen auf, oder ist es der Lauf der Dinge?
Ich finde es schade, dass beide Marken verschwunden sind. Aber es ist scheinbar der Lauf der Dinge. Was die Qualität der Räder betrifft, gab es nichts zu meckern. Im Gegenteil. Räder aus Nachkriegszeiten kamen weites gehend ohne Ersatzteile aus. Ich habe Modelle, wo die Kette und das Ritzel immer noch original sind. Und das Schwingverhalten der Vorderradgabel auf einer Pflasterstraße ist einmalig.

Am kommenden Samstag, dem 15. Juni laden Sie ab 12 Uhr auf den Paußnitzer Sportplatz zum Diamant-Fahrrad-Treffen.
Richtig. Es werden viele Sammlerobjekte ausgestellt. Ich habe einstige Friedensfahrtgrößen eingeladen, zudem gibt es ein Trainingsrad von Jan Ullrich zu bestaunen. Der MDR wird eine Dokumentation über den BSG Radrennsport drehen. Um 17 Uhr startet unser Mifa-Klappfahrradrennen. Die Mitglieder des Jugendclubs werden Grillen und den Ausschank übernehmen. Ich empfehle mit dem Rad anzureisen, da die Parkplätze begrenzt sind.

Würden Sie sich noch mehr Radwege für die Region wünschen?
Wir sind gut bestückt, aber das Radwegenetz ist immer ausbaufähig. Wichtig wäre die bessere touristische Erschließung am Elbradweg mit gastronomischen Einrichtungen.  

Hand auf‘s Herz: Herkömmliches Fahrrad, oder E-Bike?
Ganz klar, beides. Wenn die müden Knochen nicht mehr wollen, dann ist ein E-Bike gut.

13. Diamant-Fahrrad-Treffen am Samstag, dem 15. Juni, ab 12 Uhr auf dem Sportplatz in Paußnitz


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