Dienstag, 17. September 2019
Freitag, 7. Juni 2019

TORGAU

Große Pläne für den Brückenkopf

Früher wurde der Brückenkopf als Kaserne und später als Wehrmachtsgefängnis genutzt. Heute ist in dem Gebäude auf der anderen Elbseite die IG Rock untergebracht. Foto: TZ/Archiv (Leukhardt)

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Architekt David Wohlgemuth stellte im Stadtrat die zukünftige Nutzung sowie die Sanierungspläne vor. Mehr als doppelt so viel Fläche soll genutzt werden und Ateliers und Werkstätten beheimaten.

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„Das Ziel der Stadt ist es, das Gesamtobjekt langfristig wieder in Nutzung zu bringen.Öffentliche Nutzungen für Vereine aus dem Bereich Kultur- und Bildung, Ateliers für Künstler und Handwerker sowie Start-ups wären möglich. Es ist ein Gebäude, in dem sich verschiedene Nutzungsarten wohlfühlen können.“ So beschrieb David Wohlgemuth, Architekt bei der Gesellschaft für Energieeffizienz und Architektur aus Dresden, das neue Konzept für den Brückenkopf, welcher in den kommenden vier Jahren saniert werden soll. Wohlgemuth war in der letzten planmäßigen Stadtratssitzung am 22. Mai zu Gast gewesen und hatte den interessierten Räten das zukünftige Konzept für das ehemalige Kasernengebäude jenseits der Elbe vorgestellt.

49 Maßnahmen bis 2022

Insgesamt 49 verschiedene Maßnahmen sollen in den kommenden vier Jahren, also bis zum Jahr 2022, realisiert werden, um den Brückenkopf für eine zukünftige Nutzung auf Vordermann zu bringen. Dies reicht von Sicherungsmaßnahmen und Beräumungen über die Ertüchtigung der Deckenkonstruktion und Arbeiten an den Abwasserrohren bis hin zur Herstellung von Wegen, der Begrünung der Außenanlagen sowie dem Abriss einiger Nebengebäude. „Das Reduit (eine beschusssichere Verteidigungsanlage im Kern einer Festung; Anm. d. Red.) steht seit Jahren zu großen Teilen leer und ist stark durchfeuchtet. Es zeichnen sich im Gebäudeinneren immer deutlichere Zerfallsprozesse ab“, lautet die Einschätzung des Architekten, die er den Stadträten mitteilte und die auch im Ratsinformationssystem der Stadt Torgau einzusehen ist. „Mit restauratorischen Befunden im Gebäudeinneren und archäologischen Funden im Außenbereich der Gebäude wird nicht gerechnet.“

Architekt David Wohlgemuth stellte die Pläne für den
Brückenkopf im Torgauer Stadtrat vor. Foto: TZ/Stöber

Dachsanierung noch in diesem Jahr

1,48 Millionen Euro stellen Bund und Land im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ für die Sanierung des Brückenkopfes zur Verfügung (TZ berichtete). Und die sollen auch, laut dem aktuellen Plan des Architekturbüros, fast restlos ausgeschöpft werden. 472 780 Euro werden noch in diesem Jahr für die Sicherung des Gebäudes sowie die Instandsetzung des Daches eingesetzt. 2020 stehen dann Außenfenster- und Türen sowie die Außenanlagen auf dem Plan und schlagen mit 325 280 Euro zu Buche, bevor es dann 2021 mit der Sanierung der Fußböden, Innentüren und Außen- sowie Innenwände weitergeht. 364 194 sind dafür eingeplant. Im finalen Jahr, 2022, folgt der Innenausbau und die Installation von Elektrik und Sanitäranlagen für insgesamt 307 746 Euro. Alles in allem belaufen sich damit die Kosten auf 1 470 000 Euro, die verbleibenden 10 000 Euro resultieren aus Berechnungsdifferenzen bei den einzelnen Posten.

„An der ursprünglichen, denkmalgeschützten Struktur des Gebäudes muss sich im Grunde nichts ändern“, führte Wohlgemuth im Stadtrat aus. Man wolle vielmehr die zukünftige Innengestaltung mit dem historischen Ambiente des Brückenkopfes verbinden.

Ein Gebäude für die breite Masse

Momentan ist die IG Rock der einzige Mieter des Brückenkopfes. Der Verein nutzt das Gebäude sowohl als Konzertlocation, als Jugendclub mit eigenen Vereinsräumen sowie mit zahlreichen Proberäumen und einem ausgebauten Studio, in dem regelmäßig Bands zugange sind. In Zukunft möchte man durch die „Etablierung niederschwelliger Nutzungen mit geringem Anspruch an den Gebäudeausbaustandard [...] das Areal ins Lebensumfeld der Torgauer Bevölkerung und Besucher zurückbringen.“

Laut dem offiziellen Nutzungskonzept verspreche man sich davon „eine intensivere, öffentliche Diskussion und Teilhabe an der langfristigen Entwicklung des Brückenkopfes [...]. Zunächst ist gewünscht, den Brückenkopf einem breit gefächerten Klientel zugängig zu machen.“
Hierfür sollen insgesamt vier Nutzungsarten kurz- und langfristig entwickelt werden. Im Südflügel des Gebäudes soll die IG Rock, wie es auch jetzt schon der Fall ist, untergebracht werden. Proberäume, Konzertsaal und weiteres bleiben bestehen und werden weiterhin vom Verein genutzt.

Im Nordflügel, der im Zuge der anstehenden Bauarbeiten erschlossen werden soll, sollen auf insgesamt 10 Einheiten Arbeitsräume und Ateliers untergebracht werden. Das Erdgeschoss des Hauptflügels ist auf 222 Quadratmetern für Ausstellungen und Veranstaltungen gedacht, 280 Quadratmeter des Erdgeschosses sowie noch einmal 740 Quadratmeter im Obergeschoss sollen als städtisches Lager fungieren. So soll am Ende eine Fläche von insgesamt 2280 Quadratmetern genutzt werden. Zum Vergleich: Die IG Rock nutzt im Moment rund 640 Quadratmeter.

Die Mannschaftsstube der ehemaligen Kaserne im Hauptgebäude. Foto: GEA mbH

Nach der Sommerpause soll’s losgehen

„Unsere Ideen für den Brückenkopf tatsächlich bis 2022 umzusetzen, ist ein wahrlich sportliches Ziel“, erklärte Wohlgemuth am Ende seiner Ausführungen.  „Deshalb müssen wir nun auch so schnell wie möglich anfangen.“ In den nächsten Schritten kümmert sich das Architekturbüro um die Genehmigung für die Dachsanierung, parallel dazu soll direkt die Ausschreibung für die Arbeiten laufen. „So können wir dann hoffentlich direkt nach der Sommerpause anfangen.“

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