Montag, 26. August 2019
Mittwoch, 12. Juni 2019

KULTUR

Premierenfieber: "Ständiges Grundrauschen"

Franziska Franke und Lena Pihan haben in den letzten Wochen kaum eine solch ruhige Minute: Die beiden Autorinnen des Schülerstücks „Blindgänger ’43“ steckten bis vor Kurzem noch mitten in den Abiturprüfungen. „Es herrschte eigentlich ständiges Grundrauschen, aber mehr aus Vorfreude, als vor Angst!“, so Lena. Auch die Kisten im Hintergrund machten noch Kopfzerbrechen, denn sie enthalten Kostümteile und ganze Outfits, deren Ausleihe fast zum finanziellen Desaster geworden wäre ...Foto: TZ/J. Sachse

Von TZ-Redakteurin Julia Sachse

Torgau. Über 120 Torgauer Schüler und Helfer machen sich bereit für großen Auftritt

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„Die Requisiten müssen noch organisiert werden, damit im Spielfluss nachher keine Unterbrechungen entstehen, weil jemand was vergessen hat.“ „Den Traubogen müssen wir auch noch streichen!“ „Hängen wir noch irgendwo Banner auf, sodass man direkt mit der NS-Ideologie konfrontiert wird? Vielleicht an der Bühne?“ „Da ist aber kein Platz, wegen der Leinwand ...“ „Dann von der Empore jeweils links und rechts! Ich hätte schon gern den maximalen Effekt.“

Lena Pihan und ihre Freundin Franziska Franke haben gerade alle Hände voll zu tun, die Notizbücher der beiden quillen über vor Stichpunkten und Merkzetteln für die letzten zwei Wochen vor ihrer großen Premiere. Gemeinsam haben die zwei das Stück „Blindgänger ’43“ geschrieben. Was einst anfing als sogenannte „Besondere Lernleistung“ und einen Teil ihrer Abiturnote ausmachen sollte, hat sich über zwei Jahre zu einem Mammutprojekt mit ganz viel Herzblut, Leidenschaft und zahlreichen Unterstützern entwickelt. Und sogar schon einen Preis gewonnen.

Beim Schülerfilmfestival „Film ab!“ gewannen sie mit dem eigens gedrehten Trailer für das Drama den Publikumspreis. Jetzt konnten sie und ihr Team allen Zweiflern in ihrem Umfeld, allen Skeptikern unter den eigenen Freunden und den Trollen in sozialen Netzwerken zeigen, wie viel Potenzial ihr „Baby“ schon vor der ersten Aufführung vor Publikum hatte.

„Das war schon ein tolles Gefühl“, erinnert sich Lena. „Aber was viele nicht sahen und bis heute nicht sehen, ist eben der riesige Aufwand, der hinter den Kulissen stattfindet. Immerhin sind 123 Menschen als Schauspieler und Statisten an der Geschichte beteiligt.“ Und die wollen koordiniert, eingewiesen, beim Textlernen unterstützt und eingekleidet werden. Über 200 Einzelstücke, unzählige Accessoires und viele private Leihgaben haben die jungen Frauen mit ihrer Lehrerin Dr. Gabriele Hönicke organisiert, um die Zuschauer im Kulturhaus am Samstag, dem 22. Juni, für die Dauer der Aufführung um 76 Jahre in der Zeit zurückzuversetzen. Der Großteil der Kostüme stammt aus dem Fundus der Leipziger Oper.

Und ausgerechnet dieser essenzielle Teil der Vorbereitungen bekam um den Jahreswechsel noch mal eine hektische Dynamik. Denn während Franzi und Lena in den Proben zu den einzelnen Szenen und für den preisgekrönten Trailer die über 100 Schüler der Klassen 6 bis 12 bei Laune halten und motivieren mussten, an den Texten und Regieanweisungen nicht zu verzweifeln, sondern sich einzufühlen und über genaue Darstellung des Textes die angedachte Atmosphäre zu vermitteln – platzte die Finanzierung.

„Wir mussten auf einmal doch noch die Mittel auftreiben und die Ausleihgebühren für die Kostüme und andere Kosten ohne Fördermittel aufbringen. Glücklicherweise haben sich einige Sponsoren gefunden, manche Familien sind ebenfalls eingesprungen. Denn allein die Kostüme der Oper haben uns 1550 Euro gekostet.“ Andere Kostüme kamen nicht infrage, waren die meisten ja eben historisch angelehnte Krankenschwestern- und Militäruniformen, die für die Geschichte um Soldat Paul Mai (Julius Brendler) und seine große Liebe Krankenschwester Eva Grundenberg (Anna-Lina Schröder) unabdingbar waren. Und vor allem in dieser Vielzahl nirgends zu finden. Die Unterstützung der Lehrer und Eltern wendete ein Desaster ab. Möbelstücke und Requsieten wurden selbst gebaut und gebastelt oder günstig im Internet ge„schnappt“.

Gabriele Hönicke ist stolz auf die beiden Mädchen: „Sie ergänzen sich so gut und haben auch so unwahrscheinlich viel Geduld mit ihren Mitschülern, werden in den Proben nie unfair, sondern erklären ganz ruhig, wohin die Reise gehen soll. Und wie sie all die Materialien über die letzten anderthalb Jahre organisiert haben – das beeindruckt uns alle sehr!“

Nun beginnen die Intensivproben – erstmals mit allen Darstellern zur selben Zeit und ab nächster Woche dann sogar schon im Kulturhaus. Was braucht der Theaternachwuchs des Johann-Walter-Gymnasiums noch für das Projekt?
„Wir brauchen noch einen echten Brautstrauß und unechte Blumen zur Dekoration des Traubogens“, erklärt Lena. Wer also hierbei helfen kann, meldet sich bitte unter Tel. 0162 9808937.


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