Freitag, 19. Juli 2019
Dienstag, 18. Juni 2019

TORGAU

Zwei Einbrüche in nur einem Monat

Normalerweise ist die vordere Tür des Jugendcafés Chill Out immer verschlossen. Durch sie verschafften sich die Einbrecher Zugang. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Am Wochenende wurde ins Jugendcaé Chill Out eingebrochen. Nach dem 14. Mai ist dies nun schon der zweite Einbruch innerhalb eines Monats. Wurde im Mai vor allem Technik entwendet, hatten es die Diebe nun auf Tiefkühlpizza und Cola abgesehen.

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Böses Erwachen in Torgau Nordwest. Als Barbara Winkelmann am 17. Juni wie jeden Montag-Vormittag die Türen des Jugendcafés Chill Out aufschließen wollte, fiel es ihr direkt auf: Hier wurde eingebrochen. Eine Ecke der, eigentlich nur als Fluchtweg gedachten, Vordertür wurde aufgebogen, im Inneren  herrschte Chaos.

Der zweite Einbruch in kürzester Zeit

Für Barbara Winkelmann, die das Chill Out nun schon seit knapp 10 Jahren leitet, ist dieser Einbruch eine echte Katastrophe. Vor nichtmal einem Monat, am 14. Mai, waren schon einmal Fremde in das Jugendcafé eingedrungen und hatten Dinge entwendet. Waren es damals  noch vor allem technische Geräte wie Fernseher, CD-Player und eine Karaoke-Maschine, welche von dem Täter oder den Tätern gestohlen wurden, fehlten nach dem jüngsten Einbruch lediglich etwas Geld sowie einige Flaschen Cola und Tiefkühlpizzen.

Viel durchwühlt wurde im Jugendcafé beim jüngsten Einbruch zwar nicht, Chaos herrschte in der Küche trotzdem. Die leere Geldkasette wurde auf den Boden geworfen (rechtes Bild), Kühl- und Gefrierschrank ließen die Einbrecher offen stehen (Mitte). Der Spaten, der im linken Bild zu sehen ist, gehört nicht zum Inventar des Jugencafé. Es wird vermutet, dass damit die Tür aufgebogen wurde. Außerdem in diesem Bild gut zu sehen: der Beamer. Dieser wurde aus seiner Tasche entfernt, jedoch liegengelassen. Die Tasche nahmen die Einbrecher mit. Fotos: Privat

„Ich vermute, dass es unterschiedliche Täter waren“, mutmaßt Barbara Winkelmann. Zu dieser Annahme bringt sie nicht nur die völlig verschiedene Beute bei den beiden Einbrüchen, sondern auch das Vorgehen der Täter. Im Mai wurde die Hintertür des Jugendcafés aufgehebelt, im Inneren alles durchsucht und ein riesiges Chaos veranstaltet. Bei dem Einbruch am Wochenende hatten der oder die Täter die Ecke der Vordertür aufgebogen direkt die Küche angesteuert. Dort wurde keine große Unordnung angerichtet, sondern direkt der Kühlschrank und die Kühltruhe sowie die versteckte Geldkassette durchsucht. Auch eine Beamertasche wurde entwendet, der dazugehörige Beamer, der sich in der Tasche befand, ist jedoch noch da. „Das erste Mal war es wirklich Beschaffungskriminalität, um Geld für Drogen oder ähnliches aufzutreiben, beim zweiten Mal waren es Leute, die sich hier auskannten“, sagt Barbara Winkelmann.

Keine neue Situation

Auch wenn die Jugendcafé-Leiterin, wie auch die Gäste und ihre Mitarbeiterinnen, absolut geschockt von den beiden jüngsten Einbrüchen waren, handelt es sich dabei jedoch nicht um eine völlig neue Situation für das Café. In der Vergangenheit wurde bereits des Öfteren versucht, in das Chill Out einzudringen. Mal mit Erfolg, mal ohne.

So wurde zum Beispiel im vergangenen Herbst einmal ein Stein in das Fenster des Jugendcafés geworfen und auch das Aufbiegen der Tür kam in der Vergangenheit schon einmal vor. „Das war kurz bevor die Container von der Stadt gekauft wurden“, erinnert sich Barbara Winkelmann. „Damals hieß es von Seiten der Stadt noch, dass man die Tür auswechseln wolle. Das ist bis heute nicht passiert und so haben die Täter am Wochenende einfach die damals demolierte und nur provisorisch reparierte Tür wieder aufgebogen. Dadurch konnten sie dann ins Innere der Container kriechen.“ Warum in den anderthalb Jahren, die die Container der Stadt Torgau nun schon gehören, die Tür nicht ausgewechselt wurde, ist für die Leiterin ein absolutes Rätsel. Von Seiten der Stadt erreichte die TZ auf Nachfrage lediglich folgendes Statement: "Nach dem Einbruch Mitte Mai (dieser Vorfall wurde polizeilich zur Anzeige gebracht) hat die Stadt Torgau reagiert, die Türen notdürftig gesichert und zwei neue Türen (mit einbruchshemmendem Sicherheitssystem) bestellt. Diese Türen werden voraussichtlich diese Woche geliefert."

Die Ecke der Tür wurde von dem Täter/den Tätern aufgebogen, um durch das Loch ins Jugendcafé zu gelangen. Ein Foto vom September 2017 zeigt, dass dies in der Vergangenheit schon einmal versucht wurde. Foto: TZ/Leukhardt

Ob die Einbrüche mit einer Unterbringung in einem richtigen Gebäude statt den  Metallcontainern hätten verhindert werden können, daran hat Barbara Winkelmann ihre Zweifel. „Auch als wir noch in der Biene Maja untergebracht waren, vor über fünf Jahren, wurde schon versucht bei uns einzubrechen. Allerdings sind die Container deutlich versteckter, das lockt Kriminelle vielleicht mehr an.“

Es muss weitergehen

Zwar ruft die aktuelle Situation in Barbara Winkelmann und ihrem Team ein Gefühl der Resignation und Frustration hervor, doch für sie besteht kein Zweifel: Der Betrieb muss weitergehen. „Es hilft ja nichts, jetzt die Flinte ins Korn zu werfen“, so die Leiterin. Bereits gestern fand im Jugendcafé ein Projekt mit dem Leipziger Kulturbahnhof zum Thema „Wahlen“ statt.

Und auch in Zukunft soll der offene Betrieb wie gehabt weitergehen, auch wenn sich der erste Einbruch im Mai merklich auf die Besucherzahl des Chill Out ausgewirkt hat. Dadurch, dass die beiden Fernseher entwendet und bisher nicht ersetzt wurden, besteht nicht mehr die Möglichkeit, im Jugendcafé Videospiele zu spielen. „Und seitdem sie nicht mehr zocken können, kommen viele Kids einfach nicht mehr hierher“.

Ob und in welchem Umfang das Jugendcafé die entwendeten Geräte ersetzt bekommt, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch in den Sternen. „Wenn wir kein Geld von der Versicherung bekommen, dann stehen wir wirklich im Regen. Wir als Einrichtung haben kaum Geld, da können wir unmöglich so viele Technik einfach neu beschaffen.“

Barbara Winkelmann, die Leiterin des Jugendcafés, ist schockiert über die beiden jüngsten Einbrüche in die Container. Foto: TZ/Leukhardt

3000 Euro Sachschaden

Wie die Polizeidirektion Leipzig auf Nachfrage der Torgauer Zeitung mitteilte, wurde der hinterlassene Sachschaden auf circa 3000 Euro geschätzt. "Zu diesem Ereignis laufen Ermittlungen gemäß § 243 StGB – besonders schwerer Fall des Diebstahls. Die Tatzeit liegt zwischen Freitagabend (14. Juni, 18 Uhr) und Montagmorgen (17. Juni, 10 Uhr). In diesem Zeitraum drang (mindestens) ein bislang unbekannter Täter durch Aufhebeln der Vordertür in den Jugendclub ein, durchwühlte Schränke und entwendete Getränke sowie Lebensmittel. Zudem entnahm er einer Geldkassette Bargeld in zweistelliger Höhe." Wie die Polizei weiterhin mitteilte, sei es in diesem Jahr der bereits dritte versuchte bzw. vollendete Einbruchdiebstahl im Jugendcafé, ein weiterer betraf den Stadtteiltreff.

Auch an den Eingangstür des Chill Out versuchten die Einbrecher ihr Glück. Diese bekamen sie zwar nicht auf, demolierten sie jedoch soweit, dass sie sich nun gar nicht mehr öffnen lässt.

 

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