Dienstag, 16. Juli 2019
Donnerstag, 20. Juni 2019

HISTORIE

Das Ende des Krieges

Brotkarte als Postkarte zur Erinnerung an die Lebensmittelzuteilung im Krieg.

Von uHermann Förster

Nordsachsen. Hermann Förster berichtet aus den Jahren 1918 und 1919

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Vier Jahre waren seit dem Beginn eines großen Krieges vergangen. Als damals die Züge mit den zum Teil begeisterten Soldaten gegen den Feind fuhren, konnte man an den Eisenbahnwagen große Sprüche lesen. Da stand an einem Wagen: „Jeder Schuss ein Russ!“ An einem anderen: „Jeder Stoss ein Franzos“  und am nächsten: „Jeder Tritt ein Britt“. Man rief aus den Zugfenstern: „Keine Angst, wir sind bald zurück!“

Und viele glaubten auch daran, denn 1870/71 hatten sie oder ihre Vorfahren es den Franzosen auch gezeigt, wie stark die Deutschen waren. Dass es auch anders kommen kann, ließ nicht lange auf sich warten. Ich will hier keine Kämpfe, Gewinne oder Verluste aufzeigen sondern lediglich das Ende dieses sinnlosen Mordens. Ab dem Beginn des letzten Kriegsjahres sollen hier Fakten folgen von Zeitzeugen, ohne Garantie von Vollständigkeit oder gleicher Meinung mit ihnen. Am 9.  Februar 1918, 2 Uhr morgens wurde der Friede zwischen dem Vierbund und der ukrainischen Volksrepublik in Brest-Litowsk unterzeichnet. Am Montag dem 11. Februar 1918, erklärte Russland den Kriegszustand für beendet. Der Tagesbericht lautete: „In der heutigen Sitzung teilte der Vorsitzende der russischen Delegation mit, dass Russland den Kriegszustand mit Deutschland, Österreich-Ungarn, der Türkei und Bulgarien für beendet erklärte und gleichzeitig Befehl zur völligen Demobilisierung der russischen Streitkräfte an allen Fronten erteilte.“

Am 20. Februar 1918 erklärten sich die Bolschewiki zur Unterzeichnung des deutschen Friedensvertrages in Brest-Litowsk bereit. Am 3. Mäz 1918 wurde der Friede mit Russland unterzeichnet, militärische Bewegungen wurden eingestellt. Es folgten deutsche Sondermeldungen im Tagesbericht vom 3. März 1918: „In unserem Besitz sind an Gefangenen: 6800 Offiziere und 57 000 Mann; an Beute: 2400 Geschütze, über 5000 Maschinengewehre, über 500 Kraftwagen und 11 Panzerautos, über 2 Millionen Schuss Artilleriemunition und 128 000 Gewehre, 800 Lokomotiven, 8000 Eisenbahnwagen und so weiter. Infolge dieser guten Meldungen wurde vom westlichen Kriegsschauplatz kaum etwas berichtet, es wäre auch nichts Gutes gewesen. Hier wurde weiter gekämpft und gemordet. Die deutschen Truppen begannen ihre Rückzüge, die als Verbesserung der Frontlinien und neue Erfolge gemeldet wurden.

Ende Februar 1918 wurde der Waffenstillstand mit Rumänien gekündigt. Am 27. Februar 1918 hat der österreichische Minister des Äußern Graf Czernin mit König Ferdinand von Rumänien eine Unterredung betr. Friedensbedingungen. Der König erbat sich kurze Bedenkzeit. Einige Veränderungen in deutschen und anderen Ländern haben manches Kopfschütteln verursacht. Am 8. März 1818 beschloss der kurländische Landesrat einstimmig, dem deutschen Kaiser die Herzogskrone Kurlands anzutragen. Der Reichskanzler Dr. Graf von Hertling trat am 30. September 1918 zurück, Nachfolger wurde Prinz Max von Baden. Aus Sofia wurde am 4. Oktober berichtet: „Der König Ferdinand hat gestern zugunsten des Kronprinzen Boris abgedankt. Boris übernahm die Regierung.“

Berlin, 5. Oktober 1918: Die deutsche Regierung unterbreitete Präsident Wilson ein Friedensangebot. Dieser verlangte zunächst die Räumung von Frankreich und Belgien. Deutschland erklärte sich bereit. Darauf wurde von der Gegenseite die Auslieferung aller Verteidigungsmittel und der Sturz der Hohenzollern verlangt. Samstag, 19. Oktober: Teile von Flandern und Frankreich wurden von uns geräumt. Prinz Friedrich Karl von Hessen ist zum König von Finnland gewählt worden!
Montag, 28. Oktober 1918: „Seine Majestät der Kaiser und König haben den General der Infanterie Ludendorff, ersten Generalquartiermeister am 26. Oktober 1918 in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. Nachfolger ist Generalleutnant Gröner.“

Montag, 11. November 1918: „Berlin 9. September 1918: Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Thron zu entsagen.“ Der König von Sachsen hat abgedankt. Fürst Heinrich XXVII von Reuß j. L. hat am 10. November 1918 – seinem Geburtstag – auf den Thron verzichtet. Als Letzter von den Bundesfürsten verzichtete Fürst Günther von Schwarzburg auf den Thron. „Berlin: Der Kaiser ist mit zehn Herren Gefolge in Holland eingetroffen und hat dort in der Villa des Barons Bentrink Wohnung genommen.“ Dienstag, 12. November: Hindenburg befindet sich im Hauptquartier der neuen Regierung. Die Kaiserin, die Kronprinzessin und die anderen Prinzessinnen mit ihren Kindern befinden sich im Neuen Palais in voller Sicherheit. Die Waffen ruhen: Der Waffenstillstand wurde am 11. November 1918 um 5 Uhr morgens französische Zeit unterzeichnet.

Großes Hauptquartier, 11. November 1918: Bei Abwehr amerikan. Angriffe östlich der Maas zeichneten sich durch erfolgreiche Gegenstöße das Brandenburg. Reserve- Infant. Regt. 207 unter Oberstleutnant Hennigs und Truppen der 192. sächsischen Infanterie-Division unter Führung des Oberstleutnant von Zeschau, Kommandeur des Infant. Reg. No 183, besonders aus. Nach Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages wurden heute, 11. November 1918, Mittag an allen Fronten die Feindseligkeiten eingestellt. Der erste Generalquartiermeister Gröner.“ Quellen; Chronik und Kirchenunterlagen.       


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