Freitag, 19. Juli 2019
Donnerstag, 20. Juni 2019

HISTORIE

Als in Süptitz noch Tabak wuchs

Von Roswitha Grau

Süptitz. Die Landwirtschaft in Süptitz nach 1945, Teil IV

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Die sozialistische Landwirtschaft entwickelte sich in riesigen Schritten vorwärts. Im Zeitraum von 1975 bis 1977 wurden die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften Süptitz, Großwig und Weidenhain zu einem gemeinsamen Betrieb zusammengeschlossen, zur LPG „25. Jahrestag“ mit Sitz in Großwig.

Vorsitzender der neuen LPG war Paul Burghard, stellvertretender Vorsitzender Karl Richter und Hauptbuchhalter war Edith Knoblich. Im Büro angestellt waren in Großwig (Landhandel) Anni Knoblich, Rosemarie Schneider, Bärbel Reimann, Hanna Handke, Inge Sanneck, Gisela Richter, Johanna Tauer und Sonja Brandt. Für das Büro des Stützpunktes Süptitz war Margot Gottschling zuständig. In den Büros wurde von den Bestellungen bis zum Verkauf und von der Lohnbuchhaltung bis zur Finanzbuchhaltung alles geregelt.

Die Gärtnereien Großwig und Süptitz arbeiteten sehr eng zusammen. Verantwortlich für die Gärtnerei Großwig war Gerhard Lieback, für Süptitz Roswitha Grau und Paul Hempel. Im Großwiger Freiland wurde vor allem Spargel und Porree angebaut, das heißt gepflanzt, gepflegt und geerntet. Im Süptitzer Freiland wurden Gurken, Tomaten und Sellerie angepflanzt. Das geerntete Gemüse wurde auch für den Verkauf aufbereitet. Verkauft wurde vor Ort und es wurde auch Gemüse an den staatlichen Handel, also die GHG (Großhandelsgesellschaft) geliefert.

Die Gärtnerei Süptitz hatte außerdem die Auflage, Tabak anzupflanzen. Dieser musste auch geblattet, getrocknet und eingestapelt werden. Der  getrocknete Tabak wurde zur Tabaktrockenanlage nach Elsnig geliefert. Die Gewächshäuser in Süptitz und Großwig wurden zur Anzucht von Jungpflanzen und Blumen (vor allem Chrysanthemen und Alpenveilchen) genutzt.  

Im Bereich Pflanzenbau waren unter anderen Günter Schöne, Winfried Schubert, Erich Kühne und Erich Krause als Verantwortliche eingesetzt. Angebaut wurden Kartoffeln, Möhren, Futterrüben, Zuckerrüben und Getreide (Roggen, Hafer, Gerste, Weizen und Mais.)

Das meiste geerntete Getreide wurde vorrangig zur Versorgung der Volkswirtschaft zum VEB Getreidewirtschaft in Torgau geliefert. Auch Kartoffeln und Zuckerrüben wurden abgeliefert. Zur Versorgung der Tiere wurde als Futter noch Futterroggen, Luzerne, Serradella, Getreide, Kartoffeln, Rüben und Grünland genutzt. Zur Arbeitserleichterung wurde in Großwig eine Sortieranlage angeschafft, um die Kartoffeln und Möhren zu sortieren. Kartoffeln und Möhren wurden auch zur Verarbeitung an die Industrie (zum Beispiel VEB Feinkost Leipzig) geliefert.
Da für Kartoffeln und Rüben keine Lager vorhanden waren, wurden diese im Winter in Mieten gelagert. Für die Mietplätze waren Kurt Schubert und Hermann Hübner zuständig.

Um das Getreide, das zur Versorgung für die Tiere benötigt wurde, trocken zu lagern, wurden in Großwig am Schafberg außerdem mehrere Getreidesilos gebaut.
Auch die verschiedenen Werkstätten zur Reparatur der vorhandenen Technik wurden in einer Brigade zusammengelegt, aber dennoch gab es in jedem Ort eine Werkstatt. Die Schmiede Hofmann in Süptitz wurde geschlossen.
Verantwortlich für den Stützpunkt in Süptitz waren Walter Grau und Gerhard Sprebitz. Für den Stützpunkt in Weidenhain waren das Gerhard Richter und Helmut Mühlner (Spitzname Bruno). In Großwig waren Reinhard und Sigismund Mende, Herbert Hofmann und Willi Burmann beschäftigt.

In der neuen LPG wurde die Tierproduktion spezialisiert. In Süptitz wurden in großen Ställen (zum Teil sind diese noch erhalten) Mastbullen zur Fleischproduktion gefüttert und gepflegt. Die Mastbullen wurden zum Teil nach West-Berlin exportiert. Der andere Teil war zur Versorgung der Bevölkerung bestimmt. Für die Betreuung der Tiere waren unter anderem Ursula Heide und Klaus Träger verantwortlich.
In Großwig wurden in den verschiedenen Ställen Milchkühe, Fersen, Schweine und Schafe gefüttert und betreut. Die Milch der Kühe wurde in die Molkerei nach Welsau geliefert. Die Schweine kamen zum Schlachthof nach Torgau. Die Schafe wurden zur Produktion von Wolle gehalten. Verantwortlich für die Tiere in Großwig waren unter anderem Rudi Barthel und Anita Stötzner.

In Weidenhain wurden ebenfalls Milchkühe, Schweine und Schafe gehalten.
In jedem Ort waren Futtersilos zu den entsprechenden Ställen vorhanden.
Auch die Baubrigaden wurden zusammengelegt. Die Arbeitsaufgaben waren wie auch vorher in den einzelnen Orten, sämtliche Reparaturarbeiten in und an den Ställen und Gebäuden durchzuführen. Die Mitarbeiter der Baubrigade waren unter anderen Fritz Springer und Willi Mühberg. Roswitha Grau


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